09.09.2018 - 15:24 Uhr
PfreimdOberpfalz

Vielfalt mit 120 Apfelsorten

Mit Bio auf Tuchfühlung gehen lautet das Motto der Bioerlebnistage. In Pfreimd öffnete der Naturlandhof Pirtsch seine Tore und präsentiert seinen nachhaltigen Obstanbau.

Während der Bioerlebnistage öffnete der Naturlandhof Pirtsch seine Tore. Hans-Michael Pirtsch führte durch seine 2 Hektar großen Streuobstwiesen auf welchen er über 120 alte Apfelsorten anbaut.
von Redaktion ONETZProfil

Der Naturlandhof Pirtsch gründet auf einem von Johann Pirtsch im Jahr 1940 angelegten Obstgarten, in dem noch heute einige der damals gepflanzten Bäume stehen. Durch Veredelung bzw. eigene Aufschulung sind die alten Obstsorten erhalten geblieben, heute circa 120 Apfelsorten. Seit 1971 wird auf die Verwendung von Spritz- und Düngemitteln verzichtet. Im Jahr 1995 erfolgte die erste Öko-Kontrolle, kurz darauf die Mitgliedschaft bei Naturland.

Hans-Michael Pirtsch bewirtschaftet mit einigen Helfern aktuell etwa zwei Hektar extensive Obstwiesen mit Halb- und Hochstämmen und Pflanzabstände bis zu 9,5 Meter von Baum zu Baum. Wichtig ist für ihn, dass sein Wirtschaften nicht vorrangig auf Ertragsoptimierung ausgerichtet ist. Durch einen jährlichen sorgfältigen Schnitt der Bäume erreicht er einen Tafelobstanteil von rund 50 Prozent im langjährigen Durchschnitt. Der Rest wird zu hochwertigen Apfelsaft verarbeitet und regional vermarktet, wobei versucht wird die Kunden lückenlos über die Jahre zu beliefern. Die Bäume alternieren flächendeckend, tragen also nur alle zwei Jahre voll und im Zwischenjahr eine geringe Ernte.

Besonders stolz ist Pirtsch auf seine alten Apfelsorten, die im Gegensatz zur üblichen Massenware auch für Allergiker geeignet sind. Eine Schlüsselrolle spielen hier die sogenannten Polyphenole, die "den Apfel schneller braun werden lassen und beim Industrieapfel weitgehend weggezüchtet wurden", erläutert Pirtsch. Sie sind vor allem in seinen alten Apfelsorten noch vorhanden und bieten außerdem einen besonderen süß-säuerlich Geschmack.

Durch den Erhalt von über 120 alten Apfelsorten wird außerdem die Biodiversität, also die biologische Vielfalt, erhalten. Das ist vor allem wichtig um gefährliche Apfel-Krankheiten, wie den Feuerbrand in Grenzen zu halten. Hans-Michael Pirtsch bewirtschaftet seine Flächen extensiv. Der extensive Obstbau erlaubt allein maßvoll regulierende Pflege. Menschliche Eingriffe werden auf ein Erforderliches und Notwendiges reduziert. Konsequent verzichtet Hans-Michael Pirtsch auf den Einsatz von Spritz- und Düngemitteln und so bleibt der natürlich gewachsene, artenreiche Lebensraum erhalten. Die traditionelle Sortenwahl am Standort, der große Pflanzabstand und die Wahl resistenter oder weniger empfindlicher Sorten vermindern den Krankheitsdruck seiner Bäume auf natürliche Art und Weise.

Bei einem Rundgang präsentierte er seinen naturnahen Garten und formulierte auch seine Wünsche für die Zukunft. Er wünsche sich eine Zusammenarbeit mit einen Imker, damit seine Bäume auch zuverlässig bestäubt werden. Während des Bio-Erlebnistages besuchten rund 100 interessierte Besucher den Naturlandhof und ließen sich im angegliederten Hofcafé die Äpfel als Kuchen schmecken.

Hintergrund:

Die Bayerischen Bio-Erlebnistage sind eine Veranstaltung der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e. V. (LVÖ) mit ihren Anbauverbänden Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Der Ökolandbau und die Öko-Lebensmittelwirtschaft in Bayern stehen für mehr als 50 000 Beschäftigte, mehr als drei Milliarden Euro Jahresumsatz, rund 9400 landwirtschaftliche Öko-Betriebe auf über 320 000 Hektar Fläche und über 3000 Öko-Verarbeitungs- und Handelsbetriebe. (hir)

Das Bienenhaus ist schon da und wartet auf einen neuen Mieter. Im Vordergrund sieht man Hauswurz, Sedum und Steingartengewächse, die auch zum Kauf angeboten werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.