Pfreimd
15.01.2026 - 15:53 Uhr
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Wegen Pfusch und Verzögerungen: Tennet wirft Süd-Ost-Link-Baufirma raus

Der Netzbetreiber Tennet hat der Firma Vinci gekündigt. Nach Verzögerungen und Mängeln am Bau des Süd-Ost-Links zwischen Marktredwitz und Pfreimd ist der 244-Millionen-Euro-Vertrag hinfällig. Nun sucht man eine neue Baufirma.

Nach Pfusch- und Verzögerungs-Vorwürfen am Süd-Ost-Link hat Tennet nun der Firma Vinci Construction Geoinfrastructure Deutschland GmbH gekündigt. Bild: Gabi Schönberger
Nach Pfusch- und Verzögerungs-Vorwürfen am Süd-Ost-Link hat Tennet nun der Firma Vinci Construction Geoinfrastructure Deutschland GmbH gekündigt.

Nach Pfusch- und Verzögerungs-Vorwürfen am Süd-Ost-Link zwischen Marktredwitz und Pfreimd hat die Bayreuther Firma Tennet nun der Firma Vinci Construction Geoinfrastructure Deutschland GmbH gekündigt. Die deutsche Tochterfirma des größten Baukonzerns Europas zeichnete bis vor Kurzem für den Bau des Süd-Ost-Link-Abschnitts C2 verantwortlich – nun sucht Tennet nach einer neuen Baufirma. Nach einem entsprechenden Bericht des Bayerischen Rundfunks bestätigte das auch eine Quelle gegenüber Oberpfalz-Medien.

Laut jener Quelle hat Tennet der Firma Vinci Construction kurz vor Weihnachten den 244-Millionen-Euro-Vertrag für die Tiefbauarbeiten gekündigt. Die Baustellen seien inzwischen geräumt, der Netzanbieter führt wohl Gespräche mit anderen Baufirmen. Die neue Baufirma müsse laut dieser Informationen nicht nur die Verzögerung aufholen, sondern auch Mängel bei bereits erledigten Arbeiten ausbessern. Nach Informationen von Oberpfalz-Medien soll Tennet für Vinci sogar ein Betretungsverbot für die Süd-Ost-Link-Baustellen ausgesprochen haben.

Nach eingehender Prüfung habe man die Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Vinci beendet, heißt es von Tennet auf Anfrage. Zu den Hintergründen dieser Entscheidung wolle man sich allerdings grundsätzlich nicht äußern, informiert eine Tennet-Sprecherin. Sie versichert: "Unabhängig davon laufen auch weiterhin Arbeiten auf dem Abschnitt C2 durch Spezialfirmen insbesondere für Horizontalspülverfahren." Eine Inbetriebnahme sei weiterhin für 2027 geplant. Vinci äußerte sich bislang nicht auf die Anfrage von Oberpfalz-Medien.

Verzug von 150 Werktagen

Anfang November hatte Tennet der Baufirma in einem Schreiben, das Oberpfalz-Medien vorliegt, eine Frist bis zum 12. Dezember gesetzt. Darin hatte der Netzbetreiber mit der Kündigung des Vertrags gedroht. In dem Schreiben kam Tennet zu dem Schluss, dass Vinci „weder organisatorisch noch kapazitativ in der Lage“ sei, den Vertragspflichten nachzukommen. Genannt wurden neben einem Verzug von 150 Werktagen unter anderem mangelhafte Schweißnähte, fehlende Bauvorbereitung, nicht eingehaltene Sicherheitsvorkehrungen sowie Defizite bei der Wiederherstellung genutzter Flächen. Statt 40 fertiggestellten Kilometern – wie es im Realisierungskonzept der Baufirma festgehalten war – waren zum Zeitpunkt des Schreibens erst 7 Kilometer fertiggestellt. Zudem habe Vinci im Juli angekündigt, die Arbeiten erst Ende 2028 abschließen zu wollen – rund 27 Monate später als geplant. Damit wäre auch die vorgesehene Inbetriebnahme des Süd-Ost-Links im Mai 2027 gefährdet.

Rund 8 Kilometer fertiggestellt

Nach Informationen von Oberpfalz-Medien ist die von Tennet eingeforderte Behebung der Mängel nicht erfolgt, inzwischen liege der Baufortschritt wohl bei rund 8 von 40 Kilometern.

Der Süd-Ost-Link ist ein Gleichstromleitungsprojekt, das Windstrom aus Sachsen-Anhalt beziehungsweise Mecklenburg-Vorpommern nach Bayern transportieren soll. Die Planung für das Projekt läuft bereits seit dem Jahr 2012.

Der Startpunkt des Süd-Ost-Links liegt in Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt (Projekt 5) beziehungsweise in Klein Rogahn in Mecklenburg-Vorpommern (Projekt 5a), Zielpunkt ist Isar bei Landshut. Die Leitung hat im Projekt 5 eine Länge von 538 Kilometern, im Projekt 5a beträgt die Länge 758 Kilometer. Beide Projekte verfügen jeweils über eine Kapazität von 2 Gigawatt, was etwa der Leistung von zwei mittleren Kernkraftwerksblöcken entspricht. Die Fertigstellung ist für das Projekt 5 im Jahr 2027 geplant, das Projekt 5a soll im Jahr 2030 abgeschlossen sein.

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