15.05.2019 - 10:50 Uhr
Pfrentsch bei WaidhausOberpfalz

Arbeiten für Brunnen laufen

Die Pfrentscher haben eine Verwendung für einen acht Tonnen schweren Granitblock gefunden. Zuvor kommt jedoch noch Beton ins Spiel.

Durch die Unterstützung von Hubert Wildenauer (rechts) und Fabian Forster (im Traktor) ging die Anlieferung der Beton-Fertigteile für Hauptinitiator Ewald Zetzl reibungslos über die Bühne. Auf der Rasenfläche davor zeugen Erdarbeiten bereits vom künftigen Standort des neuen Dorfbrunnens.
von Josef ForsterProfil

Satte acht Tonnen wiegt ein nahezu rechteckiger Granitkoloss, der zwischen Feuerwehrhaus und Lagerscheune des Theatervereins „Dorfbühne“ schon längere Zeit zwischengeparkt scheint. Beinahe drei Jahre zogen mittlerweile ins Land, bis der geeignetste Platz nun endgültig für das massige Stück gefunden wurde. Direkt am Rande des Spickerareals rund um die „Prinzregent-Luitpold-Eiche“ darf der Stein bald eine neue Hauptrolle spielen. Als der Granitbrocken damals aus Flossenbürg angeliefert kam, plädierte die Dorfgemeinschaft sofort für einen neuen markanten Punkt im nördlichen Ortsteil "Hradschin". Gedacht als Gegenpol zur Hauberrisserkapelle im Süden wird ein neuer Brunnen errichtet.

Vorsitzender Ewald Zetzl konnte zum Beginn der ersten Arbeiten an der im Untergrund geplanten Wasserzisterne auf die Hilfe von Fabian Forster und Hubert Wildenauer vertrauen. Für das Anliefern der schweren Beton-Fertigteile zur befestigten Parkfläche vor dem Schützenhaus genügten deshalb Anhänger und Frontlader. Dadurch kann vor Ort Maß genommen werden, um für die erforderlichen Grabungsarbeiten ausreichend Erdmaterial auszuheben. Erst wenn die Fundamentarbeiten abgeschlossen sind, können die ehrenamtlichen Helfer das Aufsetzen des neuen Brunnens in Angriff nehmen. Dazu wird nochmals ein Spezialkran benötigt. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, der aber nicht nur für Zetzl „nunmehr überschaubar“ ist.

Die geräumige Pfreimdtalhalle des Kleintierzuchtvereins stand bis in den vergangenen Herbst hinein für die Dorfgemeinschaft zur Verfügung, um dem Brunnen die Bedeutung eines neuen Wahrzeichens für den Waidhauser Ortsteil zu verleihen. Auf der Oberseite arbeiteten verschiedene Fachleute die Umrisse des ehemaligen Pfrentschweihers in den Stein, so, wie sie die bislang älteste Landkarte aus dem 16. Jahrhundert überliefert. "Wir wollten keinen normalen Trog, sondern einen Brunnen, der mit uns und der Heimathistorie eng verbunden ist", begründete der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft.

Bereits die Auswahl des Granitblocks war dabei von Bedeutung, weshalb sich viele Interessierte einst extra mit auf den Weg zum Steinbruch Helgert in Flossenbürg gemacht hatten. In einer bemerkenswerten Eigenleistung vergaßen die Helfer zuletzt auch nicht, die Zuläufe aus Katharinen- und Netschbach noch hinzuzufügen. Gleiches galt nach Aussage von Zetzl ebenso für jene vier Inseln, welche es einst im Pfrentschweiher gab. Eine ganz große Aufgabe sei zudem das Herausarbeiten des einstigen Weiherabflusses gewesen, der jahrhundertelang den Beginn der Pfreimd markierte.

Nun findet sich Pfrentsch mit den damaligen Häusern und dem Schloss auf einem aus einer Edelstahlplatte herausgearbeiteten Relief wider. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Abriss der Ortsgeschichte mit Stichpunkten zur Historie des größten Stausees in Europa während des Mittelalters platziert. Nur der Termin für die Fertigstellung und die Einweihung der 160 Zentner wiegenden Attraktion stehe noch in den Sternen.

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