25.01.2019 - 09:42 Uhr
Pfrentsch bei WaidhausOberpfalz

Gauschützenmeister zielt auf Reformen

Stefan Brandmiller ist frustriert. Er will den Schützenmeistern des Sportschützengrenzgaus Vohenstrauß am Sonntag einen Plan für Veränderungen vorlegen und macht seine Zukunft im Gau davon abhängig.

Gauschützenmeister Stefan Brandmiller möchte mit den Schützenvereinen des Grenzgaus neue Wege gehen.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

"Es läuft nicht mehr so, wie ich mir das vorstelle", sagt Gauschützenmeister Stefan Brandmiller. Das Engagement der Vereine sei trotz rund 3000 Mitgliedern sehr schlecht. Der Moosbacher überlegt, ob er unter diesen Bedingungen Anfang 2020 noch einmal für das Amt des Gauvorsitzenden kandidieren wird.

Seine Entscheidung macht er auch von den Ergebnissen auf der Generalversammlung am Sonntag im Schützenhaus Pfrentsch abhängig. "Momentan habe ich das Gefühl, der Verein ist der Verein, und der Gau ist der Gau. Aber dass man sich gegenseitig braucht, das hat man vonseiten der Vereine vergessen."

Brandmiller besucht die 23 Schützenvereine regelmäßig und erwartet deshalb auch deren Unterstützung: "Wir haben zum Beispiel verschiedene Gauveranstaltungen: Jugendschießen, Gauschießen, Ü-40-Schießen." Doch in den vergangenen Jahren habe es kaum Bewerbungen um die Ausrichtung gegeben. Das hätten sich immer die gleichen Vereine unter sich aufgeteilt. "Von den anderen hört man nichts, und die wollen auch nichts machen. Das ist schon deprimierend." In diesem Jahr werde es kein Gauschießen und somit keinen Gauschützenkönig geben, wenn sich nicht noch ein Verein melde.

Wenig Engagement

Der Eslarner Schützenmeister Alexander Schmucker sagt, er könne den Wunsch Brandmillers nach mehr Unterstützung nachvollziehen. Deshalb kombiniert der Schützenverein 1884 Eslarn seine diesjährige Feier zu 135 Jahren Bestehen mit dem Sommerbiathlon der Gaujugend. "Wir machen das gerne." Der 27-Jährige bekommt ansonsten allerdings wenig von den Aktivitäten des Gauausschusses mit.

Roggensteins Schützenmeister Johann Gösl hält das für ein Problem: Er gibt zu, am Gaugeschehen nicht mehr so aktiv teilzunehmen. "Man kümmert sich halt um den eigenen Verein." Der 73-Jährige meint, in den Vereinen lasse die Bereitschaft zur Mitarbeit nach. Deshalb könne man die Veranstaltungen vom Gau nicht übernehmen. Die Schützengesellschaft Edelweiß habe rund 400 Mitglieder, die Hälfte davon sei aktiv. "Aber die wenigsten sind zum Arbeitseinsatz bereit."

Das sei auch ein Phänomen der jüngeren Zeit, meint der Roggensteiner, der seit 51 Jahren durchgehend Schützenmeister ist. Er sagt, wegen des Schichtdiensts und der unregelmäßigen Arbeitszeiten hätten die Mitglieder viel weniger Zeit. "Der Brandmiller Stefan macht eine gute Arbeit. Er denkt, er ist selbst Schuld, aber es ist ein Wandel in den Vereinen. Vielleicht sollte man weniger Veranstaltungen ausschreiben."

Der FDP-Stadt- und -Kreisrat findet, die Veranstaltungen sind umfangreicher geworden und konzentrieren sich vor allem auf den Schießsport. "Das Gesellige lässt nach, es ist die Zeit dafür nicht mehr so da."

Deutliche Veränderung

Brandmiller will nun eine deutliche Veränderung im Gau anstoßen. Einen Zusammenschluss mit einem anderen Verband will er verhindern. Kurzfristig hat er am vergangenen Dienstag zu einer Sitzung des Gauausschusses eingeladen. Darin hat er mit seinen Vorstandskollegen das Konzept erarbeitet, das er am Sonntag vorstellen will: Brandmiller möchte den Gauausschuss erweitern. Jeder Schützenmeister soll darin Mitglied werden. "Ich will, dass die Schützenmeister mitbekommen, was diskutiert und beschlossen wird. Wir können uns gemeinsam Gedanken machen." Der gebürtige Tegernseer möchte auch die Ausbildung der Jungschützen voranbringen. Das sei vor einigen Jahren besser gewesen. Ihm schwebt ein Gaukader mit jungen Talenten vor. Ihnen zur Seite werden Trainer gestellt, die eine Aufwandsentschädigung erhalten sollen. "Ich bin mir sicher, im Verein gibt es junge Leute mit Potenzial, die nicht weiterkommen, weil vom Verein nicht mehr geleistet werden kann."

Vom Ergebnis der Abstimmung am Sonntag möchte Brandmiller seine Entscheidung zu einer erneuten Kandidatur abhängig machen. "Ich bin jetzt seit 19 Jahren Sportschütze und seit 12 Jahren Amtsträger. Mir liegt das schon am Herzen."

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