Pfrentsch bei Waidhaus
15.11.2022 - 10:02 Uhr

Spender wertvoller Fatima-Madonna in Pfrentsch bleibt anonym

Die Ortskapelle in Pfrentsch ist um ein wertvolles Ausstattungsdetail reicher. Ob der Spender oder die Spenderin am Samstagmorgen bei der Segnung dabei war? Das bleibt ein Geheimnis.

Bei einem Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder des Kapellenfördervereins segnet Pater John Gali die neue Fatima-Madonna. Bild: fjo
Bei einem Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder des Kapellenfördervereins segnet Pater John Gali die neue Fatima-Madonna.

Architekt Heinrich Hauberrisser aus Regensburg gab der Grenzregion vor und nach 1900 viel verlorenes Kulturgut durch historisierende Baustile wieder zurück. Von dem bekannten Baumeister ist jedoch nur eine einzige Dorfkapelle bekannt, welche im Waidhauser Ortsteil steht. Das deshalb auch als „Hauberrisserkapelle“ bezeichnete Kleinod beherbergt nun als Bereicherung eine handgeschnitzte Fatima-Madonna.

Ordensgeistlicher Pater John Gali gab der Statue am Samstagmorgen beim Gottesdienst den kirchlichen Segen: „Es freut mich, heute hier mit ihnen Gottesdienst feiern und die Gottesmutter segnen zu können.“ Dazu erinnerte der neue Ortsseelsorger auch an seine Dienstzeit in einer Fatima-Kathedrale im Jahr 2014 in seiner Heimat. Es war die letzte Stelle, bevor er nach Deutschland entsandt wurde.

Anruf von "Herrn Müller"

Vom Kapellenförderverein informierte Vorsitzender Georg Kleber über die Umstände zum Erhalt des neuen Kunstobjekts. Es sei am „Großen Frauentag“ gewesen, als er von einem "Herrn Müller" aus Pleystein einen Anruf erhalten habe. Er werde gebeten, etwas bei ihm abzuholen. Erst als der Anrufende von einer „Überraschung“ sprach, sei er bereit gewesen, nach Pleystein zu fahren. Bei "Herrn Müller" habe man ihm eine große Schachtel gegeben. Nach dem Auspacken sei diese „Fatima-Mutter-Gottes“ zum Vorschein gekommen. Es gab lediglich die Auskunft: „Das ist von einer Person, die ungenannt und anonym bleiben möchte - für Ihre Kapelle in Pfrentsch.“

„Ich war total überrascht und platt“, erklärte der Vorsitzende den Gottesdienstteilnehmern. Wenige Tage später sei bei ihm dann noch ein Zettel im Briefkasten gelegen. Mit konkreten Hinweisen zum Aufstellen der Plastik. Es habe es noch weitere Bitten gegeben. Insbesondere der Wunsch zu einem bestimmten Aufstellungsplatz im Innern des Kirchleins: „Neben dem großen Kreuz.“

Der Platz sei aber nicht mehr frei gewesen, weil dort schon eine Mutter-Gottes-Statue hing.

Den richtigen Platz gefunden

Mitte September habe Kleber deshalb eine Zusammenkunft des Vorstands in die Kapelle einberufen. Mit einem Blick zum neuen Fatima-Bildnis schloss er: „Das ist nun das Ergebnis.“ Für die an gleicher Stelle zunächst angebrachte Mutter-Gottes-Plastik wurde nun an der „Männerseite“ über den Stuhlreihen ein neuer Platz gefunden. Um dies zu ermöglichen, seien die Kreuzwegstationen weiter auseinandergezogen worden. Doch auch dort war noch eine weitere Veränderung nötig, weil an gleicher Stelle bislang die Statue des Heiligen Bruder Konrad hing. Dieser fand nun auf gleicher Position direkt gegenüber auf der „Frauenseite“ einen neue Standort.

Freilich habe Kleber von "Herrn Müller" noch erfahren wollen, welchen Wert so eine Fatima-Madonna habe. „Dies dürfe er auch nicht sagen und er wisse auch nicht, wer die Figur gespendet habe“, sei ihm geantwortet worden. Kleber gehe davon aus, dass der Wert zwischen 3000 und 4000 Euro anzusiedeln sei. Im Namen des Kapellenfördervereins und der gesamten Kirchengemeinde bedankte sich Kleber abschließend „für diese großzügige Spende oder Stiftung dieser wertvollen Madonna bei dem anonymen Spender recht herzlich“.

 
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