08.08.2019 - 13:42 Uhr
PirkOberpfalz

800 Kilometer für Zoigltour beschildern

Wenn das Wetter der Concordia Pirk nicht in die Suppe spuckt, dann gibt es am Sonntag bei der Zoigltour einen Teilnehmerrekord. Tourchef Dr. Peter Maciejewski setzt die Marke auf weit über 1000. Eine Frage bleibt: "Wer ist der Spanier?"

Keiner der Radler sieht die Heidenarbeit im Hintergrund, die solch eine Tour beispielsweise beim Schildermalen benötigt.
von Ernst FrischholzProfil

Im Vorjahr vergraulte das Wetter die Radler mit Regen und sieben Grad am Morgen. Das war im September. Die Veranstalter haben den Termin auf August umgestiegen, weil sie das Vertrauen in Petrus verloren hatten. Der Coup scheint gelungen.

In guten Jahren kurbelten 900 Radler mit, 400 hatten sich vorab angemeldet. Heuer hat man fast das Doppelte an Voranmeldungen für die Zoigltour inklusive der "GrenzErfahrung".

Einer von ihnen ist ein Senor, der seinen Wohnsitz mit Toledo in Spanien angibt. Das liegt 80 Kilometer von Madrid entfernt. Da der Marathon in der Top20-Liga des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) aufgenommen ist und hierfür Starter aus ganz Deutschland und Tschechien gemeldet haben, könnte man meinen, der Spanier sucht im Oberpfälzer- und Böhmerwald die Herausforderung. Weit gefehlt. Er hat für die „easy“ 80 Kilometer gebucht.

Maciejewski vermutet, dass der Mann in Deutschland lebt und seine Heimatadresse angegeben hat. Also kein Alberto Contador. Das ist Maciejewski aber egal, er hat anderes im Kopf an diesen Tage. Bei ihm laufen organisatorisch die Fäden zusammen.

Die Genehmigung für die Streckenführung ist da. Kurzfristig eingerichtete Baustellen sind ein Problem. Was ist, wenn in einem Ort Samstagnacht ein Wasserrohr bricht und die Durchfahrt gesperrt ist. Auch andere Szenarien könne für Verdruss und Umplanungen sorgen. Ein Team ist in den Tagen vor der Tour die gesamten Routen mit dem Radl abgefahren.

Aufwendig ist auch die Ausschilderung. 900 Pfeile für die Fahrtrichtung und 45 großformatige Tafeln für Streckentrennung, Kontrolle oder als Gefahrenhinweise haben die Mitgliedern hergerichtet und zum Teil neu erstellt.

Zehn Zweierteams sind am Samstagabend unterwegs. 800 Kilometer müssen sie zurücklegen, um die Pfeile, Schilder und Hinweistafeln anzubringen. "Davon bekommt der Radler nichts mit", sagt der Chef-Organisator. Auch nicht, dass während der Woche die Lebensmittel für die Kontrollstellen geordert werden müssen. 70 Kilo Brot, 600 Semmeln, 3400 Liter isotonische Getränke, jede Menge Wurst und Obst.

Da ein Großteil der Radler auf längeren Strecken an mehreren Kontrollstellen vorbei kommt, sind in der Summe 3000 Einzelverpflegungen sicherzustellen. Die Einhaltung der Kühlkette und das Aufstellen von Kühlgeräten an den sieben Verpflegungsstellen ist eine weitere Herausforderung. Dazu kommt der Zielbereich in der Josef-Faltenbacher-Schule. Denn neben Zoigl können die Finisher bei Bezahlung auch auf Kaffee und Kuchen, Grillspezialitäten und Pizzen zurückgreifen. 400 Stück sind vorbereitet, die mit verschiedenen Belägen in den Ofen gehen.

160 Positionen gilt es mit Helfern zu besetzen. Das geht von der Voranmeldung bis hin zum Aufräumen am Sonntagabend. "Wenn sich die Mühe der Arbeit in der Teilnehmerzahl widerspiegelt, dann macht das jeder und jede gern", weiß Maciejewski, dass er sich auf sein Team verlassen kann.

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