30.12.2019 - 13:16 Uhr
PirkOberpfalz

Wie ein Bauer seine Kühe an Silvester schützt

Um Mitternacht ist es wieder soweit: Das Silvesterfeuerwerk ist in vollem Gange, um die anstehende Zeit mit guten Vorzeichen zu beginnen und die Vorfreude auf das neue Jahr auszudrücken. Doch wie reagieren Nutztiere darauf?

Erwin Hilburger senior passt zu Silvester gut auf seine Kühe auf.
von Redaktion ONETZProfil

Früher wollte man damit „böse Geister“ vertreiben. Schließlich ist ja die Silvesternacht eine der vier wichtigen Raunächte, denen im Brauchtum eine besondere Bedeutung zugemessen wird. Die Bezeichnung „Raunacht“ kann vom mittelhochdeutschen Wort „rûh“, hochdeutsch "haarig", kommen in Bezug zur rauen Fellbekleidung der Spukgestalten oder auf den Brauch des Ausräucherns des Hauses zur Vertreibung der Geister hinweisen. Eine solche Nacht steht in enger Verbindung mit Ritualen rund um das Nutzvieh. So sollen Tiere im Stall um Mitternacht die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen.

Gerade unsere Haustiere und das Vieh haben aber angesichts der Silvesterböller ganz andere Probleme. Hunde- und Katzenbesitzer können davon ein Lied singen. Ihre Tiere werden erschreckt durch die plötzlich einsetzende Knallerei, empfinden diese wegen ihres hoch entwickelten Hörsinns umso intensiver und reagieren verängstigt. Sie sollten an Silvester und am besten bereits ein bis zwei Tage vorher nicht mehr alleine außer Haus gelassen, Hunde vorsichtshalber angeleint werden.

Manche Hundehalter greifen gar zu Beruhigungsmitteln für ihren Liebling. Völlig unverständlich ist es, wenn der Hund mit zu Aussichtspunkten genommen wird, an denen Feuerwerksraketen abgeschossen werden, wie etwa oberhalb von Pirk am Hochbehälter „Ledl“.

Wie aber reagieren die Nutztiere auf das mitternächtliche Ereignis? In den kleinen Ortsteilen wie Pischeldorf oder Hochdorf werden in unmittelbarer Nähe der Ställe kaum Feuerwerkskörper gestartet. Deshalb sprechen Landwirt Josef Kick und Pferderanchbesitzer Erich Gallesdörfer von normalen Zuständen. Ein Pirker Pferdezüchter, der sein Pferd normalerweise im Freien lässt, sperrt es in den Stall, wenn er zu Silvester ausgeht. Ansonsten steht er in Bereitschaft, um einzugreifen, falls eine Rakete in sein Grundstück fällt. Rinder geraten in den Ställen bei geschlossenen Türen und Fenstern nicht in Panik, auch wenn sie den Lärm mitbekommen, so erzählt der Pirker Landwirt Erwin Hilburger. Sie seien neugierige Tiere, rasseln schon mal unruhig mit den Ketten und muhen.

Seit knapp einem Jahr bewirtschaftet die Beer GbR einen neuen Aussiedlerhof oberhalb des Burgstuhls im Pirker Osten. Die Tiere sind in einem offenen Stall untergebracht. Zwar sind die nächsten Wohnhäuser etwas weiter entfernt, es ist aber trotzdem spannend, welche Erfahrungen der Landwirt in der für seine Rinder ersten Silvesternacht machen wird.

Erwin Hilburger senior mit einigen seiner Kühe.

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