28.11.2019 - 17:53 Uhr
PirkOberpfalz

"Equality Oberpfalz": Eine Anlaufstelle für die LGBT-Community

Sie wollen sich nicht verstecken: Schwule, Lesben, Transgender in der Oberpfalz. Der neu gegründete Verein "Equality" will Anlaufstelle für die Community sein. Für 2020 gibt es einen besonderen Plan.

Vorstand und Gründungsmitglieder des Vereins "Equality Oberpfalz e.V.". Mit Blume die vier Vorstandsmitglieder Nicole Hölzl, Alexander Irmisch, Tom Radlbeck und Daniel Fischer.
von Gabi EichlProfil

Der Verein "Equality Oberpfalz" plant, in kommenden Jahr am 23. Mai in Weiden einen Christopher Street Day (CSD) zu veranstalten. Die Verantwortlichen betrachten sich jedoch nicht als "Partyverein", betonen sie. Vielmehr wolle Equality beraten, helfen, aufklären – und zeigen, dass es auch in der Oberpfalz eine LGBT-Community gibt, die natürlicher Teil der Gesellschaft sei.

Ausgrenzung und Ablehnung

Man kämpfe immer noch mit Ablehnung und Ausgrenzung, sagt Tom Radlbeck, der Ende September in Pirk den ersten LGBTIQ+-Stammtisch ins Leben gerufen hat. Ein wesentliches Vereinsziel sei daher der Abbau von Vorurteilen gegenüber Lesben, Schwulen, Bi-, Trans-, Inter- und A-Sexuellen und sogenannten queeren Personen sowie das Fördern von Akzeptanz.

Es gehe um Aufklärung, um Hilfe beim Outing, um die Schaffung von Beratungsangeboten zusammen mit anderen Institutionen und Organisationen, aber auch um Veranstaltungen für die Community in der ganzen Oberpfalz, vom CSD bis zur politischen Information. Der gemeinnützige Verein versteht sich als überparteilich und offen für jedermann, dem umfassende Toleranz ein Anliegen sei.

Dass man sich keineswegs unter dem Kürzel "LGBTIQ+" versammeln muss, um Mitglied bei Equality Oberpfalz zu sein, macht Schriftführerin Nicole Hölzl deutlich, die eigenen Worten zufolge schon wiederholt erklären musste, warum sie als heterosexuelle verheiratete Mutter sich so für dieses Anliegen engagiere. Weil ihr Angst und Bang werde, sagt Hölzl, wenn sie nach Russland blicke, weil sie wisse, welchen Anfeindungen Menschen mit anderer sexueller Orientierung als der herrschenden Norm nach wie vor ausgesetzt seien. Hölzl appelliert, Stellung zu beziehen. Gründungsmitglied Robert Fikiert sagt: "Liebe kennt keine Grenzen. Wir sind doch alle Menschen."

Treffs in Regensburg und Pirk

Der Vorstand besteht neben Hölzl aus dem Vorsitzenden Alexander Irmisch, seinem Stellvertreter Tom Radlbeck und dem Kassier Daniel Fischer. Kassenprüfer sind Robert Fikiert und Johannes Gollwitzer. Der Vereinsbeitrag wurde auf 24 Euro im Jahr festgelegt, Jugendliche, Geringverdiener und Rentner zahlen 12 Euro. Vereinslokal für die südliche Oberpfalz ist das Regensburger Café Schierstadt, für die nördliche Oberpfalz die "Auszeit" in Pirk, wo auch weiterhin jeden letzten Freitag im Monat ab 20 Uhr der Stammtisch stattfindet. Der Auszeit-Wirt Bastian Sollfrank steht zu hundert Prozent hinter dem neuen Verein, wie er in der Gründungsversammlung betont.

CSD: Gesicht und Flagge zeigen

Noch am Abend der Gründung werden erste Pläne gemacht und Aufgaben für den Christopher Street Day in Weiden verteilt. Braucht es eine so plakative Veranstaltung heute überhaupt noch, fragt Daniel Fischer und antwortet selbst mit einem klaren Ja; auch wenn inzwischen vieles politisch erreicht sei, sei es nach wie vor notwendig, Gesicht und Flagge zu zeigen. Vorsitzendee Alexander Irmisch äußert die Überzeugung, es bedürfe wieder verstärkt politischer Statements.

Hier gelangen Sie zur Internetseite des Vereins "Equlity Oberpfalz e. V."

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