08.03.2020 - 15:39 Uhr
PirkOberpfalz

Kino-Gottesdienst bringt Himmel näher

So einen Gottesdienst haben die Gläubigen noch nicht erlebt. Kaum jemand kann mit dem Begriff „Kino-Gottesdienst“ etwas anfangen. Am Ende loben alle Besucher in der vollen Auferstehungskirche in Pirk das neue Gottesdiensterlebnis.

Präfekt Pöpperl führte durch den Kino-Gottesdienst
von Hans MeißnerProfil

Acht Monate hat das Vorbereitungsteam auf diesen Abend hingearbeitet. Wer am Samstag die Auferstehungskirche in Pirk betrat, war zunächst einmal überrascht. Die Kirche war, bis auf einige Lichteffekte an den Seitenwänden, dunkel. Über dem Altarraum hing ein Transparent mit der Aufschrift „Dem Himmel ganz nah“. Der Einzug von Pfarrer Thomas und seinem Mitbruder Präfekt Gerhard Pöpperl vom Bistum Regensburg mit Ministranten und Helfern war ein feierlicher Akt. Ist das Altarbild in der Auferstehungskirche in Pirk an sich schon beeindruckend und Aussagekraft, mit einer Effektbeleuchtung kommt das Bild noch viel mehr zur Geltung.

Präfekt Pöpperl erläuterte den Gläubigen den Sinn und Hintergrund der Filmausschnitte. So vergleich er den Film "Sieben Jahre in Tibet" mit Hauptdarsteller Brad Pitt, mit den Bibelszene, als Christus mit seinen Jüngern auf den Berg stieg, um den Himmel ganz nah zu sein. Auch heute, gehen die Menschen noch oft und gerne auf einen Berg, aus unterschiedlichsten Gründen, so Pöpperl. Die einen wollen die Natur und die Stille genießen, die anderen sehen es rein sportlich oder wollen sich von der Masse abheben.

Der Film handelt von dem österreichischen Bergsteiger Heinrich Harrer, der zur Nazi-Zeit in Richtung Tibet aufbrach, um sich einer Expedition anzuschließen. Seine schwangere Frau ließ er zurück. Harrer landete schließlich beim 14. Dalai-Lama, damals noch ein Kind. Das geistliche Oberhaupt des Tibet war sehr interessiert an dem Europäer. Zwischen den beide entwickelte sich eine echte Freundschaft. Harrer sah in dem jungen Dalai-Lama vermutlich einen Art Ersatz für seinen eigenen Sohn, den er nie zu Gesicht bekam, da er aufgrund des Ausbruches des 2. Weltkrieges nicht zu Frau und Sohn zurückkehrte.

Zwischen den Filmausschnitten stelle Pöpperl immer wieder den Bezug zur Kirche her. Der Kino-Gottesdienst feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Die Vorbereitung habe laut dem Präfekten acht Monate gedauert. "Es war ein tolles Team, mit dem es Spaß machte, zu arbeiten."

„Gott will mit uns gehen und uns zum Himmel führen“, sagte Pöpperl. Heute dürften sie, so der Appell an die Gottesdienstbesucher, im Gottesdienst das Handy benutzen. "Die Fürbitten werden heute nicht vorgelesen, senden Sie ihre Gedanken per SMS an die angezeigte Nummer." Die SMS der Versender wurden dann für alle sichtbar auf der Leinwand eingeblendet.

Das Gotteshaus war an diesem Abend nicht nur proppenvoll, es war während des gesamten Kino-Gottesdienstes äußerst still. Für alle sicher ein Erlebnis, dass sie so noch nicht erfahren haben. So einen Gottesdienst könne man nicht oft anbieten, aber es könne ein Weg sein, dass die Gläubigen wieder näher zu Gott und der Kirche finden, oder solche die am Glauben und Gott zweifeln wieder zurückzuführen.

Nach so einem Gottesdienst darf nicht einfach nach Hause gehen, deshalb hatte das Organisationsteam im Pfarrheim ein Buffet vorbereitet. Man muss so ein Erlebnis wirken lassen, mit anderen diskutieren und die Gefühle an diesem Abend gemeinsam verarbeiten.

Über dem Altarraum hing das Transparent mit der Aufschrift "Dem Himmel ganz nah"
Der Einzug der beiden Geistlichen
Das imposante Altarbild wurde perfekt in Szene gesetzt
Die Filmausschnitte von "Sieben Jahre in Tibet", verbunden mit den Erläuterungen von Präfekt Pöpperl, brachten die Gottesdienstbesucher näher dem Himmel und näher zu Gott
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.