22.08.2018 - 13:58 Uhr
PirkOberpfalz

Massenweise Obst: Probleme und Tipps

Die Obsternte fällt heuer reichlich aus. Doch die Masse an Früchten hat nicht nur ihre guten Seiten. Sie verursacht auch Probleme: Das Obst ist zu früh reif, es wird weggeworfen und Äste brechen ab.

Häufig landet Obst im Grüngutcontainer. Die Masse an Früchten wird vielerorts nicht gebraucht.
von ENSProfil

(pens) "In dieser Dimension haben wir das noch nicht gehabt", sagt Herbert Wolf. Der Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Schirmitz ergänzt: "Wir haben dieses Jahr tonnenweise Obst. Äpfel, Birnen, Pfirsiche oder Kirschen - es wird einfach zu viel." Per Anhänger könne man Äpfel und Co. auf den Müll fahren. Nicht nur dem Schirmitzer Verein geht es so. In der ganzen Region gibt es in diesem Jahr rekordverdächtige Ernten. "Zur Zeit ist es deutlich mehr Arbeit als gewöhnlich", erklärt Rita Rosner vom Flosser OGV.

Und auch der Ernteertrag privater Gartenbesitzer sprengt viele Kapazitäten. "Die meisten machen aus ihren Äpfeln Mus, aber so viel Apfelmus kann ja niemand essen", erklärt Wolf lachend. Aus den Früchten lassen sich Kompotte, Kuchen oder Marmeladen machen. Der Bedarf sei vielerorts gedeckt, die Vorratskeller voll. Die Vereinsvertreter raten, auf die Saftproduktion auszuweichen. Saft könne leichter und länger gelagert werden als andere Erzeugnisse.

In der Mosterei Bernhard in Steinach läuft jetzt der Betrieb an. "Heuer ist das Obst sehr früh dran. Deshalb müssen wir uns anpassen und mit der Produktion beginnen. Das ist schon sehr außergewöhnlich", sagt Maria Bernhard. Normalerweise starte die Mosterei in den ersten Septemberwochen mit dem Saftpressen. Heuer versaften sie schon im August Äpfel, Birnen und Quitten.

Nicht nur die Frage der Verwertung stellt sich vielen Gartenbesitzern. Häufig leiden auch die Pflanzen selbst unter ihrer schweren Pracht. Ganze Äste brechen ab. "Im besten Fall dünnt man das Obst aus. Dabei sollte man die kleinsten Früchte pflücken, um das Wachstum der großen, gesunden Exemplare zu fördern", empfiehlt Rosa Prell vom Pirker OGV. Außerdem könnten Äste vorsichtig geschüttelt werden, damit reifes oder überreifes Obst abfalle.

"Wenn ein Ast abgebrochen ist sollte man ihn gleich absägen, dann verkraftet der Baum das am besten", rät Prell. Ansonsten bleibe einem nichts anderes übrig, als stark behangene Äste frühzeitig zu stützen.

Selbst dicke Äste brechen aufgrund des Gewichts der vielen Früchte ab. Ein Anblick wie hier bei Neustadt ist zur Zeit keine Seltenheit.

Obst für die Tafel:

"Unsere Kunden freuen sich immer über frisches Obst und Gemüse", sagt Josef Gebhardt, Vorsitzender der Weidener Tafel. Bevor die reifen Früchte aus dem eigenen Garten weggeworfen werden, könne man sie der Tafel spenden, egal, ob es sich um Äpfel, Zwetschgen, Tomaten, Gurken oder anderes Obst oder Gemüse handle. Spenden können in der Fichtestraße 4 in Weiden neben dem Neue-Welt-Kino montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, abgegeben werden. Eine Abholung ist nicht möglich. Infos unter Telefon 0961/4707161. (pens)

Streuobst-Aktionstag:

Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald und die Mosterei Bernhard veranstalten am Sonntag, 2. September, von 9.30 bis 17 Uhr in Steinach bei Leuchtenberg einen Streuobst-Aktionstag. (pens)

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