Wenn in der Pirker Mehrzweckhalle die Saallichter ausgehen und auf der Bühne die knapp 30 Bläser im gleißenden Scheinwerferlicht erscheinen, dann ist Starkbierzeit – der Saisonauftakt der weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten Blaskapelle. „Die Krüge hoch“, schallt es durch den Saal, und Ehrendirigent Hans Zimmerer stimmt das Prosit der Gemütlichkeit an. Dabei wartete die Kapelle heuer mit allerlei Altbekanntem auf, überraschte jedoch auch mit Neuem.
Altbekannt und bestens bewährt ist die Blechmusi selbst, die heuer gleich zwei Neuerungen in den eigenen Reihen vorstellte. Nach dem ersten Block mit bayerisch-böhmischer Blasmusik hüpften unter großem Applaus die ehemaligen Blechfrösche Julius Burger, Dennis Breitzke, Thomas Giehl, Dominik Specht, Elena Beutner und Leonhard Lobinger auf die Bühne, die sich lange und mit viel Fleiß auf ihren ersten Bühneneinsatz vorbereitet hatten.
Sänger ein "echtes Landei"
Ebenfalls viel Zeit in Probenarbeit hatte der neue Frontsänger David Meierhöfer aus Floß investiert. Der 23-jährige Banker, der den ausscheidenden Matthias Regner ersetzt, musste innerhalb von 1/2 Jahr das Repertoire der Blaskapelle lernen. Dafür nahm er lange Wege in Kauf, denn unter der Woche arbeitet er in München, reiste jedoch zu den Dienstagsproben der Kapelle an. Meierhöfer, der sich selbst als ein „echtes Landei“ bezeichnet, stammt aus einer musikalischen Familie. Er engagiert sich beim Flosser Burschenverein, in der Kirche und im Posaunenchor. Zur Unterstützung hatte er einen großen „Fanclub“ bestehend aus Familie und Freunden für die „Pirker Feuertaufe“ mitgebracht.
Die anfängliche Nervosität merkte man ihm keineswegs an, und so kurbelte der Neuzugang zusammen mit den bewährten Sängern Lena und Matthias Zimmerer die Stimmung Runde um Runde an. „Völlig losgelöst“, mit einem „Wackelkontakt“ bei „99 Luftballons“ und „An Tagen wie diesen“ – wie vielseitig und hochklassig die „Pirker Blechmusi“ ihr Publikum unterhält, ist längst kein Geheimnis mehr. Und der Neue? Passt bestens in die Gruppe, so die einstimmige Meinung der Feiernden. Diese kamen der Aufforderung „Seid’s freindlich!“ der Frontfrau Lena gern nach. Trotz reichlich Alkohol feierte das Partyvolk bis weit nach Mitternacht ein friedliches Starkbierfest, stellte Vorsitzende Sabrina Maier erfreut fest.
Wenige gezielte Schläge
Bewährt und deswegen altbekannt ist der „Jacobator“, das Starkbier der Brauerei Jacob aus Bodenwöhr, die man ja schon fast als „Hausbrauerei“ der „Pirker Blechmusi“ bezeichnen kann. Letztes Jahr gut bewährt hatte sich das Anzapf-Team Bürgermeister Dietmar Schaller und Pfarrer Thomas Stohldreier. So versenkte das Gemeindeoberhaupt heuer mit ein paar gezielten Schlägen unter dem Beistand des Geistlichen und des Vertriebsleiters Markus Lernbecher den Zapfhahn im Fass. Bis zur Sperrstunde floss das fast schwarze Hopfengetränk mit einer Stammwürze von 18,5 und einem Alkoholgehalt von rund 8 Prozent in die Krüge.























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