10.02.2020 - 13:09 Uhr
PirkOberpfalz

Rückschau als weiterer Antrieb für Freie Wähler

„Manchmal hilft ein Blick in die Vergangenheit, um die Zukunft besser bewerten zu können“. Dieses Wahlkampfthema der Pirker Freien Wähler der letzten Kommunalwahl nimmt Dietmar Schaller zum Anlass, auch dieses Mal Rückschau zu halten.

Dietmar Schaller, Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Pirk, will nach seinen Worten bei seiner Wahl die erfolgreiche Kommunalpolitik Michael Bauers fortsetzen, aber auch eigene Akzente setzen und dabei sozialem Verantwortungsgefühl große Bedeutung beimessen.
von Walter BeyerleinProfil

Dass dabei die "unrühmliche Geschichte" der Firma Schwab, verbunden mit deren Abschied aus Pirk, eine Hauptrolle spielte, war klar. FW-Bürgermeisterkandidat Dietmar Schaller stellte die Frage in die Runde, ob „Gemeindepolitik zum Wohle der Bürger“ mit dem Verlust von Arbeitsplätzen im zweistelligen Bereich, Verzicht auf Gewerbesteuereinnahmen vereinbar ist. Und Schaller wird noch deutlicher: Einzig die Freien Wähler Pirks hätten hinter den Plänen der Firma Schwab mit deren Firmenneubau gestanden.

Etwas länger mussten die Besucher am Samstagabend in der vollbesetzten „Auszeit“ warten, bevor der Kandidat nach einer kurzen persönlichen Vorstellung seine Ziele zum Wohl der Gemeinde Pirk darstellen konnte. Bürgermeister Michael Bauer hatte zuvor den Wahlkampf der Freien Wähler eröffnet. Und war über den Besuch hoch erfreut: Seine Befürchtungen, dass höchstens zehn Zuhörer kommen werden, waren unbegründet. Dies wertete Bauer als ein klares Zeichen, dass die Bürger wie früher diese Wahlveranstaltung zur echten Information wahrnehmen, was in der heutigen Zeit mit anderen Informationsquellen nicht immer üblich sei. Dann stellten sich die Gemeinderatskandidaten zu ihrer Person vor und nannten ihre Beweggründe zu kandidieren.

Bauer blickte anschließend ausführlich auf kommunalpolitische Ereignisse der letzten sechs Jahre zurück. Kurz streifte er aber auch die Zeit um 2000/2001, in der es im Gemeinderat „extreme Verkrustungen“ gab, "nur ein Gegeneinander, kein Miteinander". Das Gemeindeoberhaupt erinnerte auch an den katastrophalen Zustand der Josef-Faltenbacher-Schule mit schlimmsten sanitären Verhältnissen und Fenstern, deren Herausfallen aus der Außenwand per Schrauben verhindert wurde. Das für ihn wichtigste Projekt der zu Ende gehenden Wahlperiode sei die Neugestaltung des Dorfplatzes mit Widerständen seitens der CSU und aus der Bevölkerung.

Als absoluten Tiefpunkt in seiner 18-jährigen Amtszeit nannte der Bürgermeister die Geschehnisse um das Gewerbegebiet und den Bebauungsplan „Schlosspaint“, dessen Ablehnung durch CSU und SPD zum Weggang der Firma Schwab geführt habe. Bauer verlas dazu Schreiben der Firma, in denen mehrfach das Unverständnis für die Entscheidung des Gemeinderates zum Ausdruck kommt, in dem aber Bürgermeister Michael Bauer ausdrücklich für dessen Unterstützung gedankt wird. Der Bürgermeister zitierte aus dem Schreiben auch die Verquickungen des früheren Zweiten Bürgermeisters Alexander Radlbeck, der aktuellen Gemeinderäte Tobias Forster, Klaus Ermer und Martin List zu zwei Firmen im Bereich des ursprünglich geplanten neuen Firmensitzes der Firma Schwab. Dieses Schreiben sei mit seinem Inhalt dem Gemeinderat in einer Sitzung bekanntgegeben worden, berichtete Michael Bauer. Letztlich habe die Firma Schwab in Vohenstrauß ihre Firma neu aufgebaut, für Pirk selbst habe dies einen Imageverlust, weniger örtliche Arbeitsplätze und erheblich verringerte Gewerbesteuereinnahmen bedeutet.

Der Kindergarten einst von der CSU als „größte Fehlinvestition“ bezeichnet, erfülle auf Jahrzehnte seine Aufgabe, sagte Bauer. Seitens der Zuhörer wurde angemerkt, dass der von der CSU kritisierte Neubau sogar auf deren eigenen Flyer zu finden sei. Grundsätzlich müsse eine Gemeinde für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung aber nicht für Luxusausstattung ihren Beitrag leisten. Dietmar Schaller als Bürgermeisterkandidat gebe mit seiner Seriosität und Verlässlichkeit die Garantie, dass Pirk zuversichtlich in die Zukunft gehen könne, betonte Bauer.

Schaller sprach ebenfalls den gewaltigen Schuldenabbau der Gemeinde Pirk an. Mit Blick auf die negative Entwicklung des Gewerbegebietes „Schlosspaint“ nannte der Bürgermeisterkandidat das Verhalten einiger Gemeinderäte „die Gemeinde schädigend“. Es sei verwunderlich, dass die CSU in ihrem Programm die Ausweisung von Gewerbegebieten fordere, andererseits deren Ausweisung ablehne. Die Leistungsbilanz Bauers in den vergangenen drei Wahlperioden nannte der Kandidat „äußerst positiv“.

Schaller versicherte, sich bei seiner Wahl nachhaltig für die Entwicklung Pirks einzusetzen und dabei eigene Akzente zu setzen. Wichtig sei ihm vor allem der ehrliche Umgang miteinander. Seine Gemeindepolitik soll von sozialem Verantwortungsgefühl getragen sein, betonte Dietmar Schaller. Vor allem aber wolle er auch die Ortsteile in seine Arbeit mit einbinden. Als jetzt schon bekannte Ziele nannte Dietmar Schaller die Errichtung eines Kinderspielplatzes im Sportpark, die Erweiterung der Kinderkrippe, die Sicherung der Wasserversorgung in den Ortsteilen, die an der Muglhofener Gruppe angeschlossen sind, und die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Enzenrieth-Irchenrieth.

Vita Dietmar Schaller:

Bürgermeisterkandidat Dietmar Schaller ist 51 Jahre alt und gebürtiger Weidener. Zusammen mit zwei Geschwistern ist er in Frauenricht aufgewachsen und jetzt seit zwanzig Jahren in Pirk daheim. Gemeinsam mit Ehefrau Susanna hat das Ehepaar drei Töchter. Der Berufsweg hat Dietmar Schaller zur Polizei geführt. Er hat die Dienstbezeichnung Polizeioberkommissar und ist in der Weidener Polizeidienststelle tätig. Den Ausgleich zum anstrengenden Beruf findet Dietmar Schaller als Trompeter bei der Pirker Blechmusi, im Chorgesang beim Männergesangsverein Pirk und bei der Arbeit im eigenen Garten. Natürlich ist bei einem Polizeioberkommissar das Lesen von Kriminalromanen fast schon „Dienst“. Viel Zeit widmet Dietmar Schaller seiner Familie. Ehrenamtlich engagiert sich Dietmar Schaller in der Gemeinde Pirk beim Männergesangsverein als dessen 1. Vorsitzender, als 2. Vorsitzender bei der Katholischen Männergemeinschaft, als stellvertretender Pfarrgemeinderatssprecher, als Beisitzer im Vorstand der Jugendblaskapelle Pirk und als Mesner in der Pfarrei Pirk.

Dietmar Schaller, Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Pirk, wird bei seiner Wahl die erfolgreiche Kommunalpolitik Michael Bauers fortsetzen, aber auch eigene Akzente setzen und dabei sozialem Verantwortungsgefühl große Bedeutung beimessen.
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