28.04.2020 - 14:06 Uhr
PirkOberpfalz

Urkunden für langjährige Pirker Gemeinderäte

In gelöster Atmosphäre leitete Bürgermeister Michael Bauer die letzte Gemeinderatssitzung dieser Wahlperiode. Drei Männer stehen dabei besonders im Mittelpunkt.

Bürgermeister Michael Bauer verabschiedet die ausgeschiedenen Gemeinderäte Lorenz Gebert, Gunther Häring und Erhard Bock (von links).
von Redaktion ONETZProfil

Die Zusammenkunft war zur Wahrung des Abstandsgebots in der Aula der Josef-Faltenbacher-Schule. Dazu begrüßte Bürgermeister Michael Bauer neben einer großen Anzahl von Zuhörern besonders den Landschaftsarchitekten Gottfried Blank und Geschäftsstellenleiter Dieter Schobert.

Danach verabschiedete er drei Gemeinderäte mit jeweils einer Dankesurkunde und einem Geschenk. Erhard Bock wurde 2014 als Parteiloser auf der SPD-Liste in den Gemeinderat gewählt. Er war Mitglied im Abwasserzweckverband, im Schul- und Kindergartenausschuss sowie im Rechnungsprüfungsausschuss und habe sich schnell und gut eingearbeitet. Gunther Häring, der im April 2019 für Alexander Radlbeck nachrückte und Mitglied im Bau- und Dorferneuerungsausschuss war, bezeichnete dieses Jahr als lehrreiche Zeit mit einem Superteam in seiner Fraktion.

Lorenz Gebert, der nicht mehr kandidierte, war von 2002 bis 2020 Mitglied des Gemeinderates und zusätzlich 2. Bürgermeister von 2008 bis 2014. In der letzten Periode war er Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Bauer bezeichnete ihn als eine extrem wichtige Stütze mit enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit. Er sei immer gut vorbereitet in die Sitzungen gekommen und habe „stur“ nach den Interessen der Gemeinde geschaut und nicht nach Privatangelegenheiten. Gebert sprach von einer mit Höhen und Tiefen geprägten Zeit. Ein erster Höhepunkt sei es gewesen, die kostenlose Miniarena vom DFB über den BFV nach Pirk zu bringen, verbunden aber gleich mit einer großen Enttäuschung, als in der Sitzung vom 24. Juni2009 vier Gemeinderatsmitglieder unerlaubt auszogen und so eine Beschlussfassung verhinderten. Sein letztes Highlight nannte Gebert den Verkauf der alten Sportanlage, womit sichere Arbeitsplätze für Generationen geschaffen wurden, und gleichzeitig den Bau des neuen Sportparks, einem absoluten Juwel. Die letzte Periode im Gemeinderat sei für ihn die angenehmste, friedfertigste, toleranteste und harmonischste gewesen und darin sehe er ausdrücklich auch Radlbeck mit einbezogen. Sein Dank galt den Bürgern, die ihm in drei Wahlperioden mit vier Wahlen das Vertrauen geschenkt hatten, der Verwaltung und Bürgermeister Bauer für seine souveräne Amtsführung, die intensive Sachkenntnis und seine verbale Schlagfertigkeit. „Was wären wir ohne ihn gewesen?“, stellte er fest.

Beim Bebauungsplan „Schlosspaint I“ müssen sich Baubetroffene auch vom Inhalt einer DIN-Vorschrift, die bestimmt, unter welchen Voraussetzungen bauliche Änderungen im Plangebiet zulässig sind, Kenntnis verschaffen können. Deshalb muss der Be-bauungsplan inklusive DIN-Norm und einiger umweltbezogener Belange nochmals öffentlich ausgelegt werden. Bei neuen Einwendungen muss der Gemeinderat diese erneut abwägen. Architekt Blank stellte den Plan wieder vor. Die Parzellierung wurde in den ursprünglichen Bebauungsplan eingearbeitet. Aufgrund einer Anregung aus der frühzeitigen Beteiligung erfolgte eine Verlegung des Wendehammers nach Westen, wodurch die Möglichkeit eines späteren Anschlusses an eine Ringstraße geschaffen wird. Der vor Monaten von einer Familie eingereichte Bauantrag im nördlichen Bereich ist von der Neuauslegung nicht betroffen. Der Gemeinderat billigte einstimmig den Entwurf in der vorgelegten Form und dessen erneute Auslegung.

Ebenso einstimmig wurden die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan 2020 sowie der Finanzplan 2019 mit 2023 verabschiedet. Die Beratungen hierzu erfolgten bereits in der letzten Gemeinderatssitzung. Bauer sprach dazu von den beiden großen Maßnahmen Sportpark und Kinderkrippe, zu der noch durch die Diözesanverwaltung Ende April die wegen der Coronakrise verschobene Zustimmung erfolgen muss. Hierzu soll im Herbst die Ausschreibung erfolgen; Baubeginn ist für Frühjahr 2021 eingeplant. Bauer benannte auch das große Problem: den massiven Gewerbesteuerrückgang eines wichtigen Gewerbesteuerzahlers. Dadurch ist zur Deckung eine Kreditaufnahme von 700 000 Euro erforderlich. Ob durch die Corona-Pandemie eine dramatische finanzielle Situation entstehen kann, ist noch unklar. Auf Anfrage von Andreas Albrecht erklärte Bauer, von den Rückzahlungen, bei denen noch die Steuerprüfungen abgewartet werden müssen, in einem Gespräch Mitte Februar erfahren zu haben, bis jetzt aber nicht schriftlich informiert worden zu sein.

Bürgermeister Bauer verabschiedet den ehemaligen 2. Bürgermeister Lorenz Gebert (links) mit einer Dankesurkunde und einem Geschenk.
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Josef Faltenbacher hatte eine Bauvoranfrage zur Errichtung eines 6,5 mal 6,5 Meter großen und etwa drei Meter hohen Garten- und Gerätehauses auf Flurnummer 2015/1 der Gemarkung Pirk eingereicht. Bauer äußerte hierzu Bedenken, da es sich um ein Bauvorhaben im Außenbereich handelt, das Gebäude relativ groß ist und mögliche künftige gemeindliche Interessen als Baugebiet vorhanden sind. Eine Zustimmung würde auch einen Präzedenzfall bedeuten. Schon die Genehmigung des Wohnhausbaus im Außenbereich sei vielleicht ein Fehler gewesen. Martin List beantragte, dass zunächst der Bauausschuss das Vorhaben besichtigen sollte, eine Rechtsauskunft vom Landratsamt eingeholt wird und ein Gespräch mit dem Bauherrn stattfindet. Sowohl sein Antrag (4:9) als auch die Bau-voranfrage (2:11) wurden abgelehnt.

Beim Gewerk Kegelbahn des Sportparks soll auf Wunsch des Vorstands der Kegelabteilung eine Akustikdecke zur Verbesserung des Schallschutzes angebracht und der Bodenbelag der Kegelbahn auch im Vorraumbereich verwendet werden. Zum ursprünglichen Angebot ergibt sich dafür eine Einsparung von 830 Euro netto. Die Firma Pro-Tec-Kegelsport erhielt einstimmig den Zuschlag für 6072 Euro netto.

Abschließend informierte Bürgermeister Michael Bauer, dass die Jahresrechnung mit einem Plus von 182 260,70 Euro gelegt sei und vom neuen Rechnungsprüfungsausschuss im Laufe des Jahres örtlich geprüft wird. Klaus Ermer wollte Informationen über den Planungsstand für den Kinderspielplatz im Sportpark. Laut Bauer soll hierzu der Architekt Variationen vorstellen; der Baubeginn sei nicht vor Herbst möglich.

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