03.09.2018 - 13:36 Uhr
PirkOberpfalz

"Es war schon eine Überwindung"

Die Pirker Zoigltour leidet unter dem Regenwetter am Sonntag. Trotzdem fahren viele Hunderte Menschen mit. In unserer Umfrage erzählen sechs Unerschrockene, warum sie sich trotz Schmuddelwetter aufs Rad geschwungen haben.

Viele Radler ringen sich trotz Regenwetters ein Grinsen ab.
von Ernst FrischholzProfil

Franziska Meindl.

Franziska Meindl (28)

Die Pirkerin ist mit ihren Eltern regelmäßig dabei. Trotz des vorangesagten Sauwetters hat sich sich Samstag angemeldet. Sie ist die 45 Kilometer gefahren. Bei schlechtem Wetter geht das easy. Bei strahlendem Wetter könne jeder fahren. Ihr hat es super Spaß gemacht. "Die Organisation ist super, man kann viele Strecken nach seiner Vorstellung fahren und die Verpflegung ist sowieso absolut top. Man fühlt sich hier super umsorgt", sagt die Radlerin. Keine Kritik am Veranstalter, aber an den Mitradlern. Sie hätte gerne, wenn jemand eine Klingel benutzt, wenn er schneller von hinten kommt. Ansonsten wird man sie auch in den nächsten Jahren sehen.

Josef Boller.

Josef Boller (57)

Der Pressather hatte für die 165 Kilometer gemeldet, ist aber wegen dem Wetter auf die 115 Kilometer umgestiegen. "Als ich früh aus dem Fenster geschaut habe, war das schon eine Überwindung", sagt er. Aber nun mal angemeldet zog er das auf den Renner durch. Heuer sei er noch nicht im Regen gefahren. Kein Wunder bei dem Wetter. Die Strecke sei super und obwohl aus der Region kommt man von Pressath nicht in diese Ecke und es war interessant, welch schöne Touren sich hier im Osten des Landkreises bieten. "Alles ist top", richtet Boller ein Lob an den Ausrichter. "Angefangen von der Verpflegung bis hin zur Organisation." Er wüsste nicht, was es da auf Anhieb zu verbessern gäbe, sagt der Leiter der DJK Pressath.

Julia Stöckl.

Julia Stöckl (26)

Julia schaut aus „wie die Sau“. Von unten bis oben voller Dreck. Mit ihrem Vater Christian und sechs weiteren männlichen Radlern vom TV Bechtsrieth ist die 50-Kilometer-Mountainbike-Strecke durch Wald und Flur gefahren. "Wir mussten schauen, dass wir mit ihr mitkommen", berichten die Mitradler. Einen Bonus für „Frau“ gab es nicht. Eigentlich ist das nicht so ihr Ding, bei einem so Sauwetter zu fahren, aber die Zusage zur Gruppe habe sie verpflichtet. Sie steht da am Kontrollpunkt in Kaltenbrunn und die Beine sind von unten bis oben beschmutzt und irgendwie sieht es aus, wie ein anspruchsvolles Tattoo. "Die Strecke war anspruchsvoll und von den Höhenmetern nicht ganz ohne. Wetter hin oder her, man kann sich entsprechend ausrüsten", sagt die 26-Jährige.

Georg Götz.

Georg Götz (70)

Er wird wohl einer der ältesten Radler gewesen sein und ist die 80 Kilometer mit dem Rennrad angegangen. Der Ullersrichter fährt viel mit dem Rad und da ist ihm der Regen kein Hindernis. Er fügt aber an, dass es schon eine Überwindung kostet, auch seinem Alter geschuldet, früh um 8 Uh aufs Rennrad bei strömenden Regen zu steigen und die Strecke zu kurbeln. Wenns unterwegs zu regnen anfängt, sei das ganz was anderes. "Ich habe mir den Regen herbeigesehnt", sagt Götz, "aber nicht gerade, dass er an diesem Sonntag kommt". Einen guten 21er-Schnitt ist er gefahren. Bei dem Wetter für ihn bestens. Er fährt ja immer mit, weil er Mitglied der Pirker Radler ist. Da ist alles bestens, aber so einen Tag mit Blick auf den Veranstalter, würde er seinem ärgsten Feind nicht wünschen.

Christine Helgert.

Christine Helgert (55)

Mit dem Rennrad hat sie die 80 Kilometer gekurbelt. Die Weidenerin ist das dritte Mal bei der Zoigltour. Trotz der schlechten Aussichten hat sie erst Samstag nachgemeldet. Das angekündigte Wetter habe sie nicht zur Umkehr bewogen. "Richtigen Radlern macht das nichts aus", sagt sie. Sie trinkt im Ziel ein Radlerzoigl und fühlt sich wohl. In Kaltenbrunn beim Kontrollpunkt hat sich noch das Radl etwas entnerft auf den Boden gelegt. Danach ging es aber auf den Anstieg nach Massenricht auf und da habe sie im Westen Richtung Pressath einige Sonnenstrahlen aus den Wolken kommen sehen. Das war motivierend. Die Organisation und das ganze Ambiente im Ziel, was da alles geboten wird, sei schon herausragend.

Karl Pröbstl.

Karl Pröbstl (41)

Er kommt nicht aus der Region, sondern aus Mintraching bei Regensburg. "Mehrere Jahre wollte ich hier schon mitfahren und heuer hab ich mich vorangemeldet und dann auch das durchgezogen." Um 5 Uhr ist er weggefahren, hatte die 205 Kilometer geplant. Er ist aber dann auf der Strecke wegen des Wetters auf die 165 Kilometer umgestiegen. Das Sauwetter habe er schon Samstag gewusst, aber das habe ihn nicht abgehalten, einmal die nördlich Oberpfalz und dann bis hinein nach Tschechien kennen zu lernen. Er ist begeistert. "Die Strecke ist zu empfehlen", sagt der Pedaltreter, der auf vielen solcher Events während des Jahres unterwegs ist. "Organisation und Verpflegung top, ich komme wieder".

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