07.09.2018 - 10:11 Uhr
PirkOberpfalz

Zweiter Geburtstag

Eigentlich ist Pirk in diesem Jahr 900 Jahre alt. Die Pirker feierten dieses Jubiläum allerdings schon 1993 - und zwar ganze zehn Tage lang.

Die Originalurkunde mit der Nennung des Ortsnamens Pirk ist zwar nicht mehr erhalten, wohl aber ein Faksimile mit dem Namen Adalbert de Pirke.
von FSBProfil

Vor 25 Jahren feierte die Gemeinde zehn Tage lang, von 10. bis 20. Juni 1993, ihr großes Heimatfest zum 900-jährigen Jubiläum, dessen Ausgangspunkt die Herausgabe ihres Heimatbuchs war. Nach Abschluss der Gebietsreform von 1978, bei der sie durch Eingemeindungen ein neues Gesicht bekommen hatte, erschien es als günstiger Zeitpunkt, eine Ortschronik erstellen zu lassen. Per Gemeinderatsbeschluss vom 13. August 1979 wurde damit Adolf Schuster beauftragt. Im Zuge seiner heimatkundlichen Arbeiten konnte er die ersten urkundlichen Erwähnungen ermitteln: Pirk im Jahr 1118, Hochdorf 1040 und Enzenrieth 1143. Die Vorstellung des Buchs „900 Jahre Gemeinde Pirk“ wurde dann mit dem oben genannten „Jahrhundertfest“ verbunden. Dessen Anlass entsprang daher nicht einem besonderen Datum, sondern einer Art „Mischkalkulation“: Wesentliche Teile der Gemeinde konnten auf über 900 Jahre Geschichte zurückblicken.

Die Ortschaft Pirk selbst wurde also erstmals 1118 erwähnt: in der Gründungsurkunde des Klosters Reichenbach im „Vorderen Bayerischen Wald“ am Fluss Regen. Markgraf Diepold III. gründete damals ein Benediktinerkloster, dessen Kirche Mariä Himmelfahrt geweiht ist und das zum Hauskloster der Diepoldinger wurde. 1890 übernahmen die Barmherzigen Brüder die Gebäude und errichteten eine Heil- und Pflegeanstalt für geistig und körperlich Behinderte.

In der Gründungsurkunde wird nicht nur erstmals ein Gebhard von Lukenberge (Leuchtenberg) in diesem Zusammenhang genannt, sondern auch ein Meginhardus de Parchsteine (Meinhard von Parkstein), ein Ludewic de Napurch (Ludwig von Nabburg) und - zeitlich erstmalig - ein Adalbertus de Pirke (Adalbert von Pirk), ein Ministeriale, als Siegelzeuge. In der Pirker Chronik schreibt Schuster, dass man ohne Bedenken festhalten könne, dass dieser im Dienst der Diepoldinger stehende Beamte Adalbert die erste urkundliche Nennung des Adelssitzes und Dorfs Pirk bei Weiden bringe. Dafür spreche schon der räumliche Zusammenhang mit den anderen aufgeführten Zeugen. Die Klostergründung ist in einem Gemälde aus dem 18. Jahrhundert in der Klosterkirche dargestellt. Die Originalurkunde mit der Nennung des Ortsnamens Pirk ist zwar nicht mehr erhalten, wohl aber ein Faksimile.

Um das zeitlich genaue Jubiläum „900 Jahre Pirk“ angemessen zu würdigen, nahmen die „Kulturfreunde“ drei besondere Veranstaltungen in ihr diesjähriges Programm auf. Am 16. September findet eine Kulturfahrt zum Kloster Reichenbach statt. Die Abfahrt erfolgt um 11 Uhr. Nach dem Mittagessen in der Klosterschänke stellt Bürgermeister Franz Pestenhofer bei einer historischen Führung Kloster und Gemeinde vor. Anschließend wird im „Gemeinschaftshaus“ Pirker Zoigl ausgeschenkt. Die Bevölkerung ist zur Teilnahme eingeladen. Anmeldungen auf den Anrufbeantworter unter Telefon 0961/42712.

Bereits am 25. August machten die "Kulturfreunde" eine Kultur-Rad-Tour nach Pfreimd, an der trotz wechselhaftem Wetter 25 Personen teilnahmen. Pirk gehörte einst zum Einzugsgebiet der Landgrafen von Leuchtenberg, die im 14. Jahrhundert eine angenehmere Residenz in Pfreimd bezogen hatten. Hans Paulus vom „Historischen Verein Stadtturm“ brachte den Radlern seine Stadt näher. Auf der Rückfahrt wurde noch in der Schloss-Schänke in Unterwildenau zu einer Brotzeit Station gemacht.

Von 3. bis 5. Januar 2019 ist eine Dreitagesfahrt nach Wien. Neben Stadtführung und Konzertbesuch werden dabei auch die historischen Stätten der 1751 verstorbenen Maria Antonia Ludmilla Federl von Pirk besichtigt, der ersten Kammerdienerin der Kaiserin Elisabeth von Wien und Stifterin des Pirker Benifiziums. Informationen und schriftliche Anmeldungen per E-Mail an rosa.prell[at]web[dot]de oder prell.karo[at]t-online[dot]de.

Das Gemälde aus dem 18. Jahrhundert in der Klosterkirche Reichenbach zur Klostergründung.

Das Faksimile der Gründungsurkunde.

Ein Ausschnitt aus der Urkunde mit dem Namen Adalbert de Pirke.

Ein Ausschnitt aus der Urkunde mit dem Namen Adalbert de Pirke.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp