03.12.2019 - 17:13 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Pisa-Studie: Note "Vier" für deutsche Bildungspolitik:

Deutschland schneidet im OECD-Vergleich nur mittelmäßig ab. Schuld daran sind nicht Schüler oder Lehrer, sondern die Bildungspolitiker. Elisabeth Saller stellt ihnen in ihrem Kommentar ein Zeugnis aus.

Deutsche Schüler schneiden beim Pisa-Test nur mittelmäßig ab.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil
Kommentar

Im OECD-Vergleich schneidet Deutschland mittelmäßig ab. Das liegt nicht an den Schülern und ihren Lehrern. Schuld an diesem unerfreulichen Ergebnis ist die deutsche Bildungspolitik. Ein Zeugnis für Deutschland könnte so aussehen: Seit dem Pisa-Fiasko 2001 bemühen sich die Bildungspolitiker, dass unsere Schüler besser abschneiden. Dabei müsste Deutschland nur bei den Top-Ländern wie Finnland spicken: kleinere Klassen, mehr Lehrer. Einfach nachmachen? Nein, denn neu Gelerntes kann oder will Deutschland offenbar nicht umsetzen.

Stattdessen wird jedes Jahr aufs Neue über Lehrermangel und ausgefallene Stunden diskutiert, wird Deutschland von der Zahl der Erstklässler scheinbar überrascht. Bekannte Mathe- und Wirtschaftsaufgaben können die Behörden nicht lösen.

Geht es um Bildung, hören Politiker oft nicht richtig zu und beschäftigen sich mit anderen Dingen. Die Bildungsminister haben es schwer, ihre Kollegen davon zu überzeugen, dass ihr Ressort am wichtigsten ist. Deutschland gab laut der Weltbank 2015 nur 4,8 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Bildung aus, in Island waren es 7,7. Wenigstens Bayern geht hier als gutes Beispiel voran: Der mit Abstand größte Posten von 42 Milliarden Euro steht im Doppelhaushalt 2019/20 unter dem Punkt Bildung.

Jetzt erreichen wir im OECD-Vergleich noch ein ausreichendes Ergebnis. Note "Vier". Doch bessere Bildungspolitik ist in Deutschland nicht in Sicht - und das Vorrücken in der Studie gefährdet.

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