Im Ernstfall müssen Handgriffe sitzen

Auf der Verbindungsstraße von Au nach Diebis streifen sich in einer langgezogenen Kurve zwei Pkw. Beide Fahrer reißen die Steuer nach rechts, ein Fahrzeug überschlägt sich, beide landen im Straßengraben. Ein realistisches Szenario.

Die Freiwillige Feuerwehr Pittersberg und das BRK-Fahrzeug aus Schwandorf treffen zeitgleich am Unfallort ein und übernehmen Bergung und Rettung.
von Autor GMProfil

Aber zum Glück nur eine Großübung. Und die meisterten die drei Feuerwehren Pittersberg, Diebis und Ebermannsdorf gemeinsam. Bei der Übungs-Alarmierung durch die Zentrale, die integrierte Rettungsleitstelle in Amberg (ILS), hieß es um genau 16 Uhr in der Lagemitteilung an die drei Wehren, die unter der Führung von Pittersbergs Erstem Kommandanten Hubert Huger standen, unter anderem auch: "Schwerer Verkehrsunfall mit drei Verletzten bei drei beteiligten Fahrzeugen." Daher wurde von der ILS auch gleich ein BRK-Rettungsfahrzeug für die Ersthilfe zum Unfallort an die Landkreisgrenze beordert.

Situation und Aufgabenverteilung waren weitgehend klar, alles ging blitzschnell. So standen die drei Wehren zeitgleich vor schwierigen Herausforderungen. Neben den beiden am Unfallgeschehen beteiligten Autos stand abseits der Straße auch noch ein brennender Traktor, den die Feuerwehr Diebis mit Kommandantin Conny Bäuml löschte.

Die Idee zur Übung stammte von Thomas Fasoldt, Zweiter Kommandant der Pittersberger. Er war letztlich auch der Hauptorganisator - angefangen bei der Technik, über die zwei ausrangierten Unfall-Pkw, die Simulation der Situation bis hin zum Abschleppwagen. In der Abschlussmeldung durch Huger hieß es dann: "Auftrag erledigt, Verletzte vom BRK übernommen und außer Lebensgefahr, Schadfahrzeuge abtransportiert und Gemeindeverbindungsstraße wieder frei."

Die Ebermannsdorfer Wehr unter der Leitung von Roland Kolbeck und die Pittersberger Feuerwehrleute unter dem Kommando von Hubert Huger mussten die Straße nach Norden und Süden hin sperren und absichern, um die Rettung und Bergung der Personen aus den geborstenen Fahrzeugen zu ermöglichen. Rettungscheren und -spreizer kamen zum Einsatz. Die Verletzten wurden nach Weisung des BRK-Teams um Gruppenführer Florian Eichinger aus Schwandorf geborgen. Die Feuerwehrleute mussten die Herz-Druck-Massage anwenden und auch der Defibrillator kam mehrfach zum Einsatz. Die Sanitäter führten zum Beispiel auch die sogenannte Vakuum-Matratze in ihrer Funktion vor. Sie dient der Stabilisierung des Verletzten. Wo Not am Mann war, packten auch die Einsatzleiter beherzt mit an. Der Ablauf der Rettung zeigte, dass die Einsatzkräfte auf den Ernstfall vorbereitet sind.

Schließlich gab es in Pittersberg für alle Teilnehmer eine Brotzeit. Hubert Huger lobte im Zuge der Abschlussbesprechung die gute Zusammenarbeit aller drei Gemeindewehren und das kollegiale Miteinander. BRK-Gruppenführer Florian Eichinger sagte, dass auch er und sein Team für ihre tägliche Arbeit von der Übung profitiert hätten.

Kreisbrandinspektor Hubert Blödt beurteilte die Übung als "sehr gut". Es gebe immer wieder etwas zu verbessern und mit jeder Übung würden die lebensnotwendigen Handgriffe für den Notfall sicherer. Er dankte den Feuerwehrleuten für ihre zugunsten der Allgemeinheit geopferte Zeit. Auch Zweiter Bürgermeister Michael Götz sprach den Männern und Frauen der drei Gemeindewehren "Respekt und Anerkennung" aus. Ihre Arbeit gelte es stets zu unterstützen.

Ein Stück weiter kümmert sich die Ebermannsdorfer Wehr um weitere Verletzte.
Nach dem Entfernen der geborstenen Frontscheibe sowie dem Abschneiden des Daches mit der Rettungsschere gilt die ganze Aufmerksamkeit dem Schwerverletzten.
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