09.01.2020 - 12:41 Uhr
Pleußen bei MitterteichOberpfalz

Großeinsatz ohne "Chaosphase"

Der Brand der Schreinerei Rögner im August 2019 bildete einen thematischen Schwerpunkt bei der Jahresversammlung der Feuerwehr Pleußen. In den Blickpunkt rückten auch der geplante Gerätehaus-Neubau und die Ablösung eines alten Fahrzeugs.

Stark gefordert waren zahlreiche Feuerwehren aus der Umgebung am 18. August 2019 beim Brand der Schreinerei Rögner in Pleußen. Der Großeinsatz war nun eines des bestimmenden Themen bei der Jahresversammlung der Feuerwehr Pleußen.
von Externer BeitragProfil

"Das Ehrenamt ist die Seele des Landes Bayern - unser ehrenamtlicher Einsatz ist Teil der Seele der Ortschaft Pleußen!", sagte Kommandant Wolfgang Haberkorn bei der Jahresversammlung im Gerätehaus. In seinem ausführlichen Bericht informierte er, dass die Wehr nach den Zugängen von Felix Burger, Andy Triesl und Jörg Schuller über 38 Aktive verfüge, darunter zwei Frauen. Hinzu kommt die siebenköpfige Nachwuchstruppe.

Mit 13 Alarmierungen im Vergleich zu 33 im Jahr 2018 sei das Jahr vergleichsweise ruhig verlaufen, so Haberkorn. Allerdings habe der Brand der örtlichen Schreinerei am 18. August zu einem Großeinsatz geführt. "Wir übernahmen als erste Einheit vor Ort unmittelbar den Erstangriff." Zielgerichtet habe man die aus der ganzen Umgebung anrückenden Wehren bereits per Funk in die Aufgaben einweisen können. "Die oftmals bei Großbränden stattfindende ,Chaosphase' in den Anfangsminuten blieb dank der ruhigen Vorgehensweise aller beteiligten aus", betonte Haberkorn.

Besondere Herausforderung

Die Herstellung der Löschwasserversorgung sei eine besondere Herausforderung für die Helfer gewesen. Vom Bruchteich am Gommelberg aus seien drei 400 Meter lange Schlauchleitungen gelegt worden. "Hier sind die kleinen Ortsfeuerwehren absolute Profis. Großfahrzeuge wären für diese Aufgabe ungeeignet gewesen", bilanzierte Haberkorn. Aufgrund der Gebäudekonstruktion seien die Löscharbeiten äußerst schwierig gewesen und hätten sich über mehrere Stunden hingezogen. Trotz aller Bemühungen sei ein Millionenschaden nicht zu vermeiden gewesen.

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Pleußen bei Mitterteich

Zum Stand der Ausrüstung gab Wolfgang Haberkorn zu bedenken, dass das Tanklöschfahrzeug (TSF) inzwischen 27 Jahre alt und daher abgenutzt und verschlissen sei. Ersatzteile müsse man mittlerweile auf Schrottplätzen oder per Kleinanzeigen im Internet suchen. Zudem fehlten Sicherheitseinrichtungen, auch der Platz für Ausrüstungsgegenstände sei recht begrenzt. Mögliche Varianten eines Nachfolgefahrzeugs würden demnächst in mehreren Orten und auch auf einer Messe unter die Lupe genommen. "Leider gibt die aktuelle Stellplatzsituation zunächst eine Neubeschaffung nicht ohne weiteres her", so Haberkorn. Einige für die Förderung eines Neufahrzeugs zwingende Richtlinien könnten am aktuellen Standort nicht eingehalten werden. "Zudem platzt das Gerätehaus schon jetzt aus allen Nähten." Ein Neubau sei notwendig, ständig liefen dazu seit längerer Zeit Gespräche und Verhandlungen.

Stadtrat von Neubau überzeugt

Unter der Mithilfe von Edwin Pfohl sei ein 30-seitiges Konzept ausgearbeitet worden. Damit habe man den Mitterteicher Stadtrat fraktionsübergreifend überzeugen können, dass ein Gerätehaus-Neubau die wirtschaftlichste Lösung wäre. Erstrecken würde sich das Projekt von 2021 bis 2023. Noch seien aber einige wichtige Punkte zu klären.

Nicht zuletzt erinnerte der Kommandant an zahlreiche Übungen und Unterrichte. Ein besonderer Dank ging an Gerätewart Tobias Gradl für die ständige Pflege der Fahrzeuge und der Ausrüstung. Haberkorn würdigte alle Aktiven und Unterstützer der Wehr und lobte auch die rege Teilnahme an verschiedensten Veranstaltungen. Weiter stellte er das kameradschaftliche Miteinander innerhalb des Vereins und auch das freundschaftliche Verhältnis zu den umliegenden Wehren heraus. Nicht zuletzt dankte Haberkorn der Stadtverwaltung und vor allem dem scheidenden Bürgermeister Roland Grillmeier: "Du warst ein verständnisvoller Dienstherr und der Feuerwehr gegenüber immer positiv gestellt."

Vorsitzender Markus Fischer erinnerte eingangs unter anderem an das Maibaumaufstellen mit der Dorfgemeinschaft und an das Hallenfest. Für das diesjährige Hallenfest am 9. Mai wurden erstmals die "Pröllergeisda" verpflichtet. Ein Dank ging an alle, die der Wehr hilfreich und tatkräftig zur Seite stehen und regelmäßig Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

Jugendwart Joachim Gradl verwies auf sechs Feuerwehranwärter, darunter ein Mädchen. Zum Jahresprogramm zählten eine 24-Stunden-Übung mit der Feuerwehr Mitterteich, ein Jugendwissenstest, eine Wanderung mit den Ministranten sowie ein Ausflug zur Berufsfeuerwehr Amberg. Auf der Silberhütte wurde erstmals ein Zeltlager durchgeführt, heuer ist eine Wiederholung geplant.

Grußworte überbrachten nicht zuletzt Bürgermeister Roland Grillmeier und Zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier. Beide würdigten den ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder und den Beitrag der Wehr zum gesellschaftlichen Leben.

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