13.03.2020 - 09:57 Uhr
PleysteinOberpfalz

"Fasten ist wie Frühjahrsputz für die Seele"

Religiöse Tage in der Pfarrei Pleystein mit Pfarrer Julius Johnrose aus Neukirchen zu Sankt Christoph: In der Fastenzeit zur Mitte des Lebens zurückfinden.

Pfarrer Julius Johnrose bestreitet die Religiösen Tage in der Pfarrei St. Sigismund in Pleystein.
von Autor TUProfil

Die Predigten bei den Religiösen Tagen 2020 der Pfarrei St. Sigismund hielt Pfarrer Julius Johnrose aus Neukirchen zu Sankt Christoph, der auch die abendlichen Gottesdienste in der Stadtpfarrkirche zelebrierte. Bei der Eröffnung des Triduums am Mittwoch mit rund 150 Gläubigen bedankte sich der Geistliche, "hier in der Rosenquarzstadt predigen zu dürfen“. In der Fastenzeit seien wir zur Umkehr und Buße aufgerufen.

„Fasten ist wie Frühjahrsputz für die Seele, den es gibt in uns Menschen eine Sehnsucht nach Heil und Heilung und nach gelingendem Leben. Es liegt an uns selbst, dafür die Voraussetzungen und Räume zu schaffen“, betonte der aus Südindien stammende Seelsorger. Seine erste Predigt stellte er unter das Motto „Fastenzeit lädt uns ein, unsere Liebe zu vertiefen“.

Er führte aus, dass zunächst wohl viele die Fastenzeit damit verbinden, auf Genussmittel zu verzichten. Der Verzicht selber sei nicht das Ziel, sondern nur eine Hilfe. „Das Ziel der Fastenzeit ist Umkehr zur Mitte. Die Mitte unseres Lebens sind weder Besitz noch Macht, weder Anerkennung noch Erfolg. Wir leben aus dem Innern, aus der Mitte. Das ist die Liebe. Diese Liebe, diese Kraft, diese Quelle nennen wir Gott, weil Gott die Liebe ist. Die echte, innere, tiefe Kraft zum Leben fließt aus dem Geliebt werden und aus dem Lieben. Wir leben in Gott, und er lebt in uns“.

Durch das Lesen der Bibel spreche er mit uns Menschen. Das Gebet werde zum Kraftstoff für unser Leben. „Lassen wir uns von dieser Freude anstecken und kehren wir zur Mitte zurück. Bringen wir den Gott der Liebe in uns, in unsere Familie, in unsere Umgebung, an unsere Arbeitsplätze, in unser Land, in unsere Welt, denn unsere Welt braucht Gott und seine Liebe“, schloss Pfarrer Johnrose. Die Lesung, die Fürbitten und die Schlussgedanken trug Maximilian Helgert vor.

Den zweiten Tag überschrieb der Gastprediger mit „Durch das Teilen bringen wir die Liebe Gottes zu den Menschen“. Ein Aspekt der Fastenzeit sei das Teilen, die Solidarität mit denen, die nicht fasten können, sondern fasten müssen, weil sie nicht das Nötige zum Essen haben. „Wir kennen die Geschichte von der Speisung der 5000 Menschen durch Jesus und seine Jünger. Es ist wirklich wunderbar, wie aus wenigem viel werden kann, wenn Menschen aus dem Geist Jesu, dem Geist der Liebe handeln“. Wir sollten es riskieren, dass Jesus auch an uns solche Wunder tue.

„Was kann ich abgeben an Zeit und Aufmerksamkeit, an Wachheit und Engagement? Wichtig ist immer nur, dass ich mit frohem und offenem Herzen gebe und nicht aus Berechnung. Manchmal ärgern wir uns über Gott wegen der Armut in der Welt. Gott sagt zu jedem von uns heute: 'Ich habe dich geschaffen. Mache diese Welt zum Ort des Teilens und der Liebe. Wer teilen kann mit anderen, der wird erleben, wie aus wenigem viel wird, wie Gemeinschaft mit den anderen entsteht und das eigene Leben reich wird an vielen froh machenden Erfahrungen. All das wird die Welt verändern, und wir könnten das Paradies auf Erden erleben'."

Durch das Teilen materieller und geistiger Güter würden wir Gott und seine Liebe zu den Menschen bringen. „Was nützt mein Leben, wenn ich es mit niemanden mehr teilen kann? Wer also glaubt, Gott lieben zu können, ohne auf den Nächsten zu schauen, ist auf dem Holzweg. Wer meint, ohne die Mitmenschen auskommen zu können, der findet Gott nicht“, so Pfarrer Johnrose abschließend. Die Lesung und die Schlussgedanken trug Lucia Feneis vor, die Fürbitten sprach Hans Müllhofer. Der Volksgesang wurde wieder von Organistin Schwester Simonetta Röckl begleitet.

Pfarrer Julius Johnrose bestreitet die Religiösen Tage in der Pfarrei St. Sigismund in Pleystein.
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