15.01.2020 - 10:05 Uhr
PleysteinOberpfalz

Feier im Kreis der Familie fernab der Heimat

Willi Reil ist in Pleystein nicht nur wegen seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt eine Institution. Heute feiert der drahtige Senior 80. Geburtstag. Zu Hause wird er aber nicht anzutreffen sein.

Willi Reil feiert 80. Geburtstag.
von Autor TUProfil

Auch nach seinem Abschied vom Amt des Bürgermeisters vor knapp 18 Jahren kennen nicht nur die Pleysteiner Willi Reil als drahtigen, sportlichen Mitbürger, auch als rüstiger Senior zukunftsweisend den Blick immer nach vorne gerichtet. Das ehemalige Stadtoberhaupt, das vom 1. Mai 1990 bis zum 30. April 2002 auf dem Chefsessel im Rathaus saß, wird heute 80 Jahre. Das runde Wiegenfest feiert der vitale Jubilar mit seinen Familienangehörigen im kleinen Kreis fernab der Heimat.

Reil erblickte am 15. Januar 1940 in Lohma das Licht der Welt als Stammhalter der Eheleute Xaver und Anna Reil. Er besuchte fünf Jahre lang die Volksschule in Burkhardsrieth, anschließend die Oberrealschule in Weiden. 1958 trat Willi Reil als Praktikant in die Dienste der damaligen Deutschen Bundesbahn (DB) im Ausbesserungswerk in Weiden ein. Von 1960 bis 1963 studierte er am Oskar-von-Miller-Polytechnikum in München. Bis 1970 war er dann als junger Beamter bei den Bundesbahndirektionen Regensburg und München tätig. 1970 übernahm er die Leitung der Ausbesserungswerkstätte der DB in Weiden. Vor 24 Jahren ging der Oberamtsrat im technischen Dienst in den vorzeitigen Ruhestand.

Verheiratet ist der Jubilar seit 1967 mit seiner Frau Rita, geborene Bauriedl. Drei Söhne vervollständigten das junge Eheglück. 1973 zog die Familie von Lohma-Siedlung nach Pleystein in das neu erbaute Haus in der Neuenhammer Straße. In politischer Hinsicht ist Reil in der CSU verankert, der er seit 1970 angehört. Schon bald nach der Übersiedlung nach Pleystein wurde er im CSU-Ortsverband aktiv. 1984 gelang ihm auf Anhieb der Einzug in den Stadtrat. Als zweiter Bürgermeister griff Reil in dieser ersten Periode gleich an vorderster Front mit in das kommunale Geschehen ein. 1990 schenkte ihm die Mehrheit der Bevölkerung das Vertrauen als Nachfolger von Paul Brucksch. Sechs Jahre später konnte er bei der Wiederwahl als erster Bürgermeister seinen Stimmenvorsprung zum Gegenkandidaten weiter ausbauen.

Reil hat sich in seiner zwölfjährigen Amtszeit als erster Bürger der Großgemeinde Pleystein mannigfache Verdienste erworben und wichtige Akzente für die Zukunft gesetzt. Sein weiteres Hauptaugenmerk galt der Realisierung der neuen Wasserversorgungsanlage und der baulichen Abwicklung etlicher Abwasserprojekte, der Förderung des Bocklradwanderweges auf Gemeindegebiet, der Steigerung der Effizienz der Verwaltung auch durch den Einsatz moderner Bürokommunikationsmittel und Verbesserungen im Bereich des gemeindlichen Bauhofs. In den siebziger und achtziger Jahren engagierte er sich auch in der Pfarrei St. Sigismund als Pfarrgemeinderatsvorsitzender und als Kirchenratsmitglied.

Aufgeschlossen ist er seit frühester Jugend dem Sport. So spielte er Ende der fünfziger und in den sechziger Jahren in der ersten Mannschaft des TSV 1902 als eisenharter Verteidiger, und von 1983 bis 1986 führte er das Vorstandsruder des Tennisclubs. Nach wie vor gilt seine Leidenschaft dem Wandern und dem Skilanglauf. Ein weiteres Hobby ist das Schnitzen, und beachtliches Talent beweist der Pensionist auch im Schreinerhandwerk.

Stolz ist er auf seine Enkel, die ihm viel Freude bereiten. Im September 2002 konnte er die Auszeichnung der Bayerischen Staatsforstverwaltung als „Freund des Waldes“ durch Forstdirektor Gotthard Cygorek aus Flossenbürg entgegennehmen. In Anerkennung und Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Großgemeinde wurde ihm im Juli 2014 vom Stadtrat einstimmig der Ehrentitel "Altbürgermeister" verliehen.

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