18.06.2018 - 07:30 Uhr
PleysteinOberpfalz

Großbrand in Ortsmitte von Pleystein

In der Pleysteiner Altstadt ist in einem landwirtschaftlichen Mehrzweckgebäude direkt nebem dem ehemaligen Burggut in der Nacht auf Montag ein Feuer ausgebrochen. 168 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Ein Großfeuer zerstörte in der Nacht auf Montag in der Ortsmitte von Pleystein ein altes landwirtschaftliches Mehrzweckgebäude. Der Schaden liegt bei mindestens 200 000 Euro.
von Elisabeth DobmayerProfil

(dob) Ob ein Feuerteufel am Werk war oder ein technischer Defekt die Brandursache war, muss sich zeigen. Bei einem Großbrand in einem denkmalgeschützten Ensemble mitten in der Pleysteiner Altstadt entstand in der Nacht auf Montag ein Schaden von mehr als 100 000 Euro. Vermutlich war es der Wachsamkeit des familieneigenen Hundes mit zu verdanken, dass innerhalb kürzester Zeit die Integrierte Leitstelle (ILS) in Weiden Alarm auslöste und die Einsatzkräfte der Feuerwehren gegen 2 Uhr in die Ferdinand-Lehner-Straße beordert wurden.

(dob) Nach ersten Untersuchungen gibt es laut Polizeipräsidium keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung im Bereich eines Gartenschuppens, von wo aus die Flammen auf eine unmittelbar angrenzende Scheune mit Photovoltaikanlage übergegriffen haben. Aktuell prüft die Kriminalpolizei Weiden, inwiefern technische Ursachen, fahrlässige Begehungsweisen oder eine Selbstentzündung eines Komposters ursächlich für den Großbrand in dem denkmalgeschützten Ensemble sein können, der an Schuppen und Scheune einen Schaden von mindestens 200 000 Euro angerichtet hat.
Vermutlich war es der Wachsamkeit des familieneigenen Hundes mit zu verdanken, dass innerhalb kürzester Zeit die Integrierte Leitstelle (ILS) in Weiden Alarm auslöste und die Einsatzkräfte der Feuerwehren gegen 2 Uhr in die Ferdinand-Lehner-Straße beorderte. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits ein 25 Meter langes und rund 14 Meter breites altes landwirtschaftliches Mehrzweckgebäude lichterloh in Flammen. Laut Aussage des Besitzers habe der Hund pausenlos angeschlagen. Deshalb wurde er hellhörig und entdeckte die Flammen im Gebäude, das gleich an das Eigenheim angrenzt. Auch ein Nachbar unterhalb hatte zu diesem Zeitpunkt das Feuer entdeckt und schlug Alarm. Durch das schnelle Eingreifen der Wehren aus dem gesamten Umkreis konnte das teils mit gebrannten Klinkersteinen gemauerte Gebäude weitgehend erhalten werden. Es befindet sich gleich neben dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gebäudetrakt des ehemaligen Burgguts. Auf dem Dachstuhl der Südseite befand sich eine Photovoltaikanlage mit 15 Kilowatt/Peak. Bayernwerk-Mitarbeiter wurden an den Einsatzort beordert, um zum Schutz der Feuerwehrleute die über dem Brandherd verlaufende Stromleitung abzuschalten. Ein Dachstromständer auf dem Gebäude drohte umzustürzen.

Räder herausgesteuert

Insgesamt 168 Feuerwehrleute kämpften um die Sicherung der unmittelbar angrenzenden Nachbargebäude, die sich auf engstem Raum befinden. Die Pleysteiner Ortswehr mit Einsatzleiter Stadtkommandant Markus Völkl setzte zudem im Innenhof einen Wasserwerfer ein, dem ein Schaumgemisch zugesetzt wurde, um die Oberflächenspannung des Feuers zu reduzieren und die Flammen schnellstmöglich zu ersticken. Altbürgermeister Johann Walbrunn half dem Besitzer, zwei Räder aus dem brennendem Gebäude zu retten. Die Stützpunktwehr aus Vohenstrauß war mit der Drehleiter vor Ort und bekämpfte aus rund 20 Metern Höhe die Flammen.
Anwohner waren angesichts der drohenden Flammen in heller Aufregung. Die Einsatzkräfte brachten den Brand jedoch schnell unter Kontrolle. Menschen verletzten sich nicht. Kreisbrandrat Marco Saller war mit Kreisbrandinspektor Martin Weig und dem zuständigen Kreisbrandmeister Matthias Schmidt sowie den Kreisbrandmeistern Christian Demleitner und Thomas Kleber vor Ort. An den Brandort eilte ebenso die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung aus Neustadt/WN. Die Einsatzleitung für das BRK oblag Marco Rappl. Der Rettungsdienst war vorsorglich mit drei Rettungswagen, Notarzt Dr. Ernst Kirschsieper und der Unterstützungsgruppe Einsatzleitung sowie der Schnelleinsatzgruppe Betreuung aus Windischeschenbach zur Versorgung der Feuerwehrkräfte beordert worden.

Nacharbeit an Photovoltaik

Folgende Feuerwehren waren an der Brandstelle: Pleystein, Brünst, Oberbernrieth, Georgenberg, Hagendorf, Lohma, Miesbrunn, Vöslesrieth, Neudorf bei Georgenberg, Neuenhammer, Vohenstrauß, Altenstadt bei Vohenstrauß und Waidhaus.
Am Montag nach dem Brand arbeiteten Mitarbeiter des Bayernwerks mit den Mitarbeitern der Fränkischen Baugesellschaft Freileitungsbau und Elektroinstallation GmbH (FBG) daran, den Stromdachständer abzumontieren und sich um die Photovoltaikanlage zu kümmern, die beim Brand stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Feuer zerstört landwirtschaftliches Mehrzweckgebäude

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