26.03.2020 - 10:17 Uhr
PleysteinOberpfalz

Kein Kontakt zu den Milchfahrern

Für die Landwirte als Milcherzeuger gelten ganz besondere Hygienemaßnahmen. Sie sind zur Vorsicht verpflichtet.

Die Milchwagenfahrer dürfen weiterhin die Milch abholen. Aber es gelten strenge Regeln.
von Elisabeth DobmayerProfil

Hubert G. Schmid, Geschäftsführer von der Molkereigenossenschaft Pleystein eG musste die Generalversammlung absagen. „Es erreichen uns zunehmend Anfragen von besorgten Milcherzeugern im Zusammenhang mit der Corona-Krise“, schreiben Gerhard Meier und Norbert Bauer von der Bayernland eG, der sich die Pleysteiner angeschlossen haben. „Sicher wird diese Krise auf unsere Gesellschaft und auf das Leben jedes Einzelnen in den nächsten Monaten große negative Auswirkungen haben, doch können wir sie auch ein wenig beruhigen.“

Viele hätten nachgefragt, was ist, wenn sie in ihrer Familie einen Corona-Verdachtsfall haben oder wenn gar eine Infektion mit dem Corona-Virus nachgewiesen ist. Wird die Milch dann noch abgeholt? „Wir haben uns heute nochmals bei einem für uns zuständigen Veterinärdirektor rückversichert: Bis jetzt gehen alle zuständigen Stellen wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft oder das Robert-Koch-Institut davon aus, dass eine Übertragung des Coronavirus auf Lebensmittel und damit auch die Milch unwahrscheinlich ist.“ Ergebnis: „Wir dürfen die Milch daher auch dann noch abholen, wenn der Milcherzeuger infiziert sein sollte. Selbstverständlich sind mit dem Coronavirus infizierte Milcherzeuger zu ganz besonderer Hygiene und Vorsicht verpflichtet. Und selbstverständlich darf dann kein persönlicher Kontakt mehr mit unserem Milchsammelfahrzeugfahrer stattfinden. Aber das dürfte zu schaffen sein“, meinen die Verantwortlichen.

„Wir bitten Sie, uns in absolut jedem Fall sofort zu informieren, wenn ein Milcherzeuger oder ein Familienangehöriger unter behördlichem Coronaverdacht steht, oder wenn das Coronavirus bei einem Milcherzeuger oder Familienangehörigen positiv nachgewiesen wurde, damit wir dann unsere Milchsammelfahrzeugfahrer entsprechend informieren können.“

Derzeit kämpfe die Molkerei mit Absatzproblemen, insbesondere bei italienischen Kunden, aber auch im sonstigen Export-Bereich. Die durchaus gestiegene Inlands-Nachfrage kann die Export-Probleme aktuell bei weitem nicht ausgleichen. Zur Aufrechterhaltung der Produktionen in den Werken haben die Verantwortlichen viele organisatorischen Maßnahmen für diesen Krisenfall ergriffen. Dazu gehört auch das Rohmilch-Erfassungssystem. Durch die großflächige Verteilung der Erfassungsspediteure ist ohnehin eine Risikominimierung gegeben, so dass vom aktuellen Stand davon auszugehen ist, dass die Milch der Erzeuger jederzeit erfasst werden kann. Aus Gründen der Vorsorge muss aber der direkte Kontakt zum Milchsammelwagenfahrer gemieden werden.

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