22.04.2019 - 09:42 Uhr
PleysteinOberpfalz

Das Leiden Christi in Töne gefasst

Rund 300 Zuhörer sind vom Oratorium „Grabmusik“ fasziniert, das Kirchenchor und Orchester der Pfarrei Pleystein aufführen. Bis heute ist der Komponist des Werks nicht bekannt.

Kirchenchor und Orchester der Pfarrei St. Sigismund führen im Altarraum der Stadtpfarrkirche die „Grabmusik“ auf.
von Autor TUProfil

Der musikalischen Eingebung eines unbekannten Komponisten vor einigen Jahrhunderten verdankt die Pfarrei Pleystein ein Werk, das in der Region einmalig ist und das sich seit Generationen enormer Beliebtheit bei den Gläubigen erfreut: Die „Grabmusik“ am Karfreitag. Dieses Oratorium stellt einen erheblichen klanglichen Gegensatz dar zum melodiös jubilierenden Bekenntnis der österlichen Gesänge.

Das Thema „Die sieben Worte Jesu Christi am Kreuze“ wurde auch heuer wieder durch die Interpretation des Kirchenchores und des Orchesters unter der Gesamtleitung von Alexander Völkl für die rund 300 Besucher in der neugotischen Pfarrkirche St. Sigismund zu einem Höhepunkt in der Aufführung sakraler Musik. Die Präsentation dieser Leidenskantate fand im Altarraum statt. Die Ziele einer zielstrebigen Probenarbeit- wurden durch den gut disponierten Klangkörper konsequent umgesetzt, wobei Alexander Völkl mit dem Chor und dem Orchester alle Hürden souverän meisterte.

Anschaulich und nahezu perfekt wurden saubere Tongebung und präzise packende Rhythmik als die beiden tragenden Säulen eines gesunden Chorgesangs vermittelt. Beherrschung in Tempo und ausdrucksvolle Dynamik kennzeichneten den Gesang und vergegenwärtigten die Tragik der Ereignisse auf dem Kalvarienberg. So wurden die inhaltsschweren und in Noten gefassten Worte, die Jesus in seines Todesstunde kund tat, nachhaltig gesanglich und musikalisch zu Gehör gebracht. In eindringlicher Form erzeugten die Geigen eine dramatische Spannung mit melancholischen Untertönen, die durch den Einsatz der Bläser eine leidenschaftliche Steigerung erfuhr.

Das vorzüglich agierende Ensemble setzte sich aus Willibald Wirth und Reinhold Maß (erste Violine), Karl Brenner (zweite Violine) sowie Hans Kirschsieper (Bratsche), Michael Götz (Kontrabass) sowie Andreas Wach und Sophia Haupt (Klarinette) zusammen. Sind es für den Dirigenten Alexander Völkl, für die 20 Chormitglieder und für die sieben Instrumentalisten die Besonderheit der vermutlich aus Böhmen stammenden ursprünglich handgeschriebenen Notenblätter, die sie mit Begeisterung an die vierstimmige Komposition herangehen lassen, so ist es für die Zuhörer aus dem Landkreis Neustadt/WN und aus der Stadt Weiden in jedem Jahr die Darbietung dieser vertonten Passionsgeschichte, die sich seit dem 18. Jahrhundert an jedem Karfreitag zu einem kirchenmusikalischen Glanzlicht entzündet, für dessen einmal mehr beeindruckende Wiedergabe Stadtpfarrer P. Hans Ring dem Chorleiter sowie allen Sängern und Musikern dankte.

Kirchenchor und Orchester der Pfarrei St. Sigismund führen im Altarraum der Stadtpfarrkirche die „Grabmusik“ auf.
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