09.01.2019 - 09:51 Uhr
PleysteinOberpfalz

Lustbarkeitssteuer für Tanzveranstaltungen

Die Arbeit im Stadtrat wird von Themen wie Wasserversorgung, Wohn- und Gewerbegebieten oder der Haushaltskonsolidierung bestimmt. Auch in früheren Zeiten beschäftigten den Magistrat und die Gemeindebevollmächtigten besondere Ereignisse.

So sah der Pleysteiner Marktplatz im Jahr 1919 aus. Wo seit 1923 das Kriegerdenkmal steht, war früher (vorderer Bildbereich) eine Brunnenanlage.
von Autor TUProfil

Nachfolgend sind einige Beschlüsse des Magistrats aus dem Jahre 1919 wiedergegeben. Sie sollen mit diesem Einblick in die Tätigkeit der damaligen Gemeindegremien die Verhältnisse vor 100 Jahren verständlich machen.

In der Sitzung am 4. Februar wurde beschlossen, als zweiten Sekretär beim Stadtmagistrat Alois Landgraf aus Nürnberg anzustellen mit einem Jahresgehalt von 2400 Mark, mit einem jährlichen Wohnungsgeld von 200 Mark und einem jährlichen Holzgeld von ebenfalls 200 Mark. Am 21. Februar beschloss das Gremium, den Stadtweiher an seiner Südseite nicht einebnen zu lassen, sondern auszuputzen, damit mit der Herstellung der Kreuzberganlage begonnen werden kann. In der Tagung am 29. April wurde eine Bürgerwehr gegründet, nachdem in letzter Zeit sich Verdachtsmomente auf Anschläge gegen die öffentliche Ruhe und Sicherheit ergeben hatten. Zugleich wurde eine Still- und Schleichwache eingeführt, die die Hausbesitzer der Reihe nach zu vollziehen hatten in der Weise, dass zwei Mann vor Mitternacht von 21 bis 24 Uhr und zwei Mann nach Mitternacht bis 3 Uhr zu wachen hatten. Die Dienstpflichtigen haben den Anordnungen des Bürgermeisters unbedingt Folge zu leisten, heißt es weiter in der Niederschrift.

Am 11. Mai wurde entschieden, bezüglich der Verordnung über die Verfassung und Verwaltung der Gemeinden in Pleystein 14 Stadträte zu wählen. Zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in der Gemeinde Pleystein wurde eine militärische Landpolizei mit einer Stärke von neun Mann für notwendig gehalten.

Im Protokoll vom 24. Juni ist zu lesen, dass sich die Wohnunskommission aus dem Vorsitzenden Stadtrat Strigl, Hausnummer 157, Anton Bauriedl als Beisitzer, Belegmeister Johann Hönig und Bauernrat Josef Sax zusammensetzt. In der Sitzung am 22. Juli wurde beschlossen, für die Kommission zur Lebensmittelverteilung den Stadtrat Wüst, den Arbeiterrat Voit und den Glaspolierer Weig aufzustellen. Gegen den Bauplan des Ludwig Schreml von der Trutzhofmühle zum Bau eines Arbeiterwohnhauses bestanden in der Zusammenkunft am 27. Juli keine Bedenken. Genehmigt wurde am 12. September die Durchführung einer Fernleitung der Naabwerke Weiden durch das Gemeindegebiet von Pleystein.

Keinerlei Einwände gab es am 1. Oktober gegen den Bauplan des Elektrizitätswerksbesitzers Karl Beaury wegen Errichtung eines Wohnhauses neben dem Elektrizitätswerk. Künftig ist bei allen Tanz-, Theater- und sonstigen Vereinsunterhaltungen eine Lustbarkeitssteuer von zehn Mark zu entrichten, so ein weiteres Votum. Am 6. November wurde der Beschluss gefasst, dass der Elektrizitätswerksbesitzer Beaury ab dem 1. Oktober für die Dauer von zwei Monaten die gleichen Strompreise erhält wie sie bei den Naabwerken bezahlt werden müssen, nämlich für die Straßenbeleuchtung eine Mark pro Kilowattstunde.

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