11.05.2022 - 10:52 Uhr
PleysteinOberpfalz

Mehr Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Vohenstrauß

Trotz einer leichten Zunahme an Delikten kann sich die Bevölkerung sicher fühlen, sagt Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent. Eine Zahl beunruhigt den PI-Chef allerdings trotzdem.

Das Problem mit der Parkplatzsituation auf dem Autohof Waidhaus beschäftigt die Polizeibeamten zeitenweise 24 Stunden am Tag. Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent beschreibt in der Mitgliederversammlung des Vereins "Bürger und Polizei - Partner für Sicherheit" die prekäre Situation.
von Elisabeth DobmayerProfil

In der Mitgliederversammlung des Polizeivereins "Bürger und Polizei - Partner für Sicherheit" stellte Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent im Gasthof Regina den Sicherheitsbericht für den Einsatzbereich vor. Eines vorweg: Die Bevölkerung kann sich im Bereich der PI Vohenstrauß sehr sicher fühlen. Eine Zahl beunruhigt den PI-Chef allerdings trotzdem. Es sind die stetig steigenden Zahlen der Betrugsdelikte im Internet. Der Inspektionsleiter glaubt, dass sich die Zahlen auch zukünftig weiter massiv erhöhen werden.

Die Betrügereien treffen alle Bevölkerungs- und Altersschichten. Deshalb rät er allen Betroffenen eindringlich, jede Straftat anzuzeigen, auch wenn die Ermittlungen im Internet spätestens an der Landesgrenze aufhören. „Solange wir nicht eine Institution bekommen, die auf das World Wide Web zugreifen und Einfluss nehmen kann, so lange werden wir das nicht in den Griff bekommen.“ Der Dienststellenleiter forderte die Politik auf zu handeln.

791 Straftaten

Insgesamt listete Zehent für das vergangene Jahr 791 Straftaten auf, was eine Steigerung zum Vorjahr (748) um 2,5 Prozent bedeutet - entgegen aller oberpfalzweiten Trends. Die Aufklärungsquote beträgt 60,94 Prozent. Massiv erhöht haben sich die Sachbearbeitungszuständigkeiten mit 4701 Fällen gegenüber dem Vorjahr mit 3743. Dazu zählen alle Vorgänge wie Ordnungswidrigkeiten und Verkehrsstraftaten. Trotzdem zeige die Häufigkeitszahl, die von der Politik als Index für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gilt, einen sehr guten Schnitt. In Bayern sind es 39 Straftaten pro 100 000 Einwohner, in der Oberpfalz 33 und in Zehents Dienstbereich ohne die Schleierfahndung gerade einmal 17. „Die Bevölkerung lebt in einem sicheren Gebiet.“

Der Anteil der Deliktsgruppen sei in der Coronazeit bis auf die Betrugsdelikte rückläufig gewesen. Die Rohheitsdelikte gab Zehent mit 119 (135) an. Massiv zurück gingen die Wohnungseinbrüche von 19 auf 2 und die Sachbeschädigungen von 134 auf 78. Immerhin noch 22 (28) Sexualdelikte wurden bei der Polizei angezeigt, Rauschgiftdelikte reduzierten sich von 120 auf 77. Auch die Gewalt gegen Polizeibeamte ging leicht von 15 auf 10 zurück. 78 Sachbeschädigungen wurden dokumentiert, im Vorjahr waren es noch 134. Schwere Diebstähle wurden 81 (91) registriert. 29 Mal lieferten Polizeibeamte Menschen in psychischen Ausnahmezuständen in Fachkliniken ein. 2020 waren es noch 40 Personen. Während sich die Hütten- und Scheunenaufbrüche im Vorjahr auf 4 Fälle minderten, sei man heuer schon wieder bei weit über 20 Aufbrüchen.

Bis nach Waldsassen unterstützten die Polizeibeamten bei Grenzkontrollen. Dabei wurden insgesamt 1400 Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz bearbeitet. Zehent wusste von Bußgeldern bis in Höhe von 2500 Euro, die von den Landratsämtern bei Verstößen verhängt wurden. Im Juli, August und September belasteten Schwertransporte bis zu einer Länge von 60 Metern die Polizeiarbeit. „Fast jede Nacht begleiteten die Beamten diese langen Fahrzeuge durch Waidhaus.“ Grund war eine Baustelle in Tschechien.

Parksituation am Autohof Waidhaus

Das Dilemma der Parksituation am Autohof Waidhaus band die Beamten lange Zeit fast 24 Stunden am Tag. Unterstützung erhielten sie von Kollegen aus Nabburg und Weiden. Leider hatten die Beamten auch einen tödlichen Verkehrsunfall bei Brünst aufzunehmen. Insgesamt ereigneten sich 793 Unfälle, davon 70 mit Personenschaden. 90 Insassen wurden leicht- und 15 schwerverletzt. Die Zahlen blieben trotz der Ausgangssperren in etwa auf gleich hohem Niveau zu den Vorjahren.

Allein 403 Wildunfälle wurden der Polizei gemeldet. 15 Mal war die Geschwindigkeit unfallursächlich und 7 Mal Alkoholeinfluss. 96 Unfallfluchten nahmen die Beamten auf. 30 konnten geklärt werden. Auch Alkohol und Drogen im Straßenverkehr beschäftigten die Polizisten. 27 Trunkenheitsfahrten deckten die Beamten auf. Allerdings verhinderten sie auch elf. So könne die allgemeine Stammtischmeinung, Polizisten seien „Hohlweglauerer“, vehement widerlegt werden, ergänzte der Polizeichef. 23 Drogenfahrten schrieben sich ebenfalls in die Aufzeichnungen ein, zwei mit Unfällen.

Hintergrund:

Zahlen der Polizei Vohenstrauß im Vergleich zum Vorjahr

  • Rohheitsdelike: 119 (Vorjahr 136)
  • Betrugsdelikte: 106 (59)
  • Rauschgiftdelikte: 77 (120)
  • Einlieferungen: 29 (40)
  • Gewalt gegen Polizeibeamte: 10 (15)
  • Sachbeschädigungen: 78 (134)
  • Schwerer Diebstahl: 66 (73)
  • Diebstähle: 81 (91)
  • Wohnungseinbrüche: 2 (19)
  • Sexualdelikte: 22 (28)
 
 

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