17.04.2019 - 16:01 Uhr
PleysteinOberpfalz

Musik verbindet Nationen

Die Internationale Junge Orchesterakademie feiert 25-jähriges Bestehen. In der Pressekonferenz in der Zottbachtalschule stehen Rückblicke und die Hoffnungen auf weitere Jahre eng beieinander.

Professor Matthias Foremny (Dritter von links) spricht über das Programm des Symphoniekonzertes. Professor Reza Gajfar (links) lobte die IJOA als "Wahnsinn", Professor Ulrich S. Schubert (Vierter von links) sieht den Erfolg der Akademie auch dem "Herzblut der Dozenten" geschuldet.
von Walter BeyerleinProfil

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Professor Ulrich S. Schubert und die Dozenten waren sich einig: Die Akademie muss weiteren Fortbestand haben. Bürgermeister Rainer Rewitzer begrüßte die Gäste, hob den Verdienst des ehemaligen Landtagsabgeordneten Georg Stahls als „Türöffner“ bei vielen Behörden hervor, freute sich über die Präsenz der Sponsoren und dankte der Schulleitung für das Verständnis bei der Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Für die Pressekonferenz hatte Professor Schubert im Archiv gekramt und einen Flyer vom ersten Konzert in der Weidener Max-Reger-Halle am 13. April 1995 mitgebracht. Der Leiter der Akademie freute sich, dass heuer alle Musiker problemlos den Weg nach Pleystein gefunden haben. Die Präsenz von 107 Musikern aus 42 Nationen bringe ein „unendliches Sprachengewirr“ mit sich, das sich aber immer lösen lässt, freut sich Professor Schubert.

Organisationsleiter Andreas Göldel sprach die Änderung seit der Gründung der Akademie an. Sei beim Start noch alles fast „amateurhaft“ abgelaufen, aber auch heute würden die Musiker manchmal ihren Aufenthalt manchmal locker ansehen, doch die Leitung habe alles im Griff. Dariusz Korcz, Dozent für Viola, begleitet die IJOA seit 1996. Er bezeichnete seine Tätigkeit als wichtigen Teil seines Lebens und die Einmaligkeit der IJOA besonders für die jungen Musiker.

Professor Veit-Peter Schüßler sprach über das Zustandekommen seiner Mitarbeit in der IJOA. Was den Dozenten besonders freue, ist das Wiedersehen mit ehemaligen Musikern der Akademie, die jetzt hochrangig in Orchestern spielen. Professor Henrik Hochschild, Dozent Violine und erster Konzertmeister im Gewandhaus Leipzig, sah in der IJOA etwas Besonderes, weil die jungen Menschen bereit sind, nicht nur etwas zu nehmen, sondern auch zu geben. Dies sei auch wichtig für das Selbstwertgefühl und die menschlichen Entwicklung wichtig. Miteinander etwas zu machen, stehe im Vordergrund, betonte Hochschild. Es sei faszinierend „vom Tag der Probe bis hin zum Konzert“ die musikalische Entwicklung des Orchesters zu erleben.

Professor Reza Najfar, als gebürtiger Iraner zum ersten Mal jetzt in Salzburg tätig, bezeichnete die IJOA im positiven Sinne als „Wahnsinn“ und Professor Schuberts Arbeit als „mit Herz“ gemacht, was er in dieser Form in Österreich seinem jetzigen Heimatland noch nicht erlebt habe. Die jungen Leute hätten hier eine Heimat gefunden und können trotz ihrer unterschiedlichen Nationalitäten miteinander leben, betonte der Sprecher. Dies sei ein Zeichen, dass Musik verbindet und 42 Nationen problemlos auskommen können. „Es muss weiterhin“, lautet Najfars Fazit.

Professor Schubert hob das „Herzblut der Dozenten“ hervor, denen es in Pleystein als noch immer idealer Location gelingt, innerhalb kürzester Zeit ein Orchester aufzubauen. Monika Höllerer von der Sparkasse Eschenbach Neustadt/WN Vohenstrauß, und Andreas Rempe, Motor-Nützel Bayreuth, als Hauptsponsoren, lobten die IJOA als musikalisch geniale Idee und auch vor allem auch als Unterstützung für schwerst- und krebskranke Kinder. Beide Sprecher versicherten auch die weitere Unterstützung.

Nach Beendigung einer Probe kam auch Dirigent Professor Matthias Foremny zur Pressekonferenz. Er stellte das Programm für das Symphoniekonzert in der Weidener Max-Reger-Halle vor. Die jungen Musiker Alina, ausgestattet mit einem Stipendium von Altbürgermeister Johann Walbrunn, Julia mit dem Stipendium der Sparkasse, beide aus Russland, Jan unmittelbar aus dem Nachbarland, unterstützt mit dem Stipendium der Stadt Pleystein und Valentin, Konzertmeister des jungen Symphonieorchesters und Empfänger eines Stipendiums von Postaja Jena, schilderten ausführlich ihre bisher gewonnenen Eindrücke und lobten die IJOA. Valentin nannte auch im Namen seiner jungen Kollegen das Konzert und das Orchester eine große Chance das Können zu beweisen. Stahl verkündete noch eine besondere Neuigkeit: Professor Schubert wurde kürzlich vom Deutschen Hochschulverband als „Hochschullehrer des Jahres“ ausgezeichnet.

Konzertmeister Valentin aus Spanien,, die jungen Musikerinnen Alina und Julia aus Russland sowie Jan unmittelbar aus dem Nachbarland wurden mit Stipendien unterstützt und sind darüber sehr dankbar.
Professor Reza Gajfar spricht sich nach seinem erstmaligen Aufenthalt in Pleystein ganz deutlich für den Fortbestand der Akademie aus.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.