Die Mittelschulen sind ein wesentlicher Baustein des bayerischen Schulsystems, deshalb ist es notwendig, sie aus ihrem negativen Image herauszuheben – so beschrieb Rektor Gerhard Steiner die Situation der Zottbachtalmittelschule in Pleystein beim Besuch von Tobias Gotthardt, MdL der Freien Wähler und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus. Gotthardt nannte die Lage an den Mittelschulen herausfordernd, aber auch mit der Chance verbunden, sie mit dem Zukunftspakt „Mittelschule – Macherschule“ aus dem negativen Image herauszuholen. Die Mittelschulen seien gerade im ländlichen Bereich „unheimlich wichtige Bildungszentren, auch mit der Aufgabe der Persönlichkeitsbildung".
Bürgermeister Rainer Rewitzer verschwieg nicht, dass das Damoklesschwert über dem Standort Zottbachtalmittelschule hänge. Als sogenannte „Zahnlückenschule“ seien Klassen zur Mittelschule Vohenstrauß abgegeben worden, gleichzeitig sei die Mittelschule schlechtgeredet worden. Oftmals würden die Kinder auch vom Elternhaus in höhere Schulen „getrieben“, sagte Rewitzer. Rektor Steiner will deshalb das Image der Mittelschule stärken, die allgemein nicht „als weiterführende“ Schule anerkannt werde. Er stellte das neue Leitbild der Schule vor, in dem Leseförderung und Lesebildung wichtige Punkte darstellen. Auch die Partnerschule in Bor soll laut Steiner mit in das Leitbild einbezogen werden. Die Schulen Pleystein und Bor wollen offiziell Partnerschaftsurkunden unterzeichnen und nach den Osterferien die gegenseitigen Besuche aufnehmen.
Der Stellenwert der Mittelschule sei gerade bei den Eltern nicht hoch, sagte Steiner. Doch es stehe fest, dass selbst nach der Mittelschule der Weg für weitere Schulausbildungen oder sogar ein Studium offen sei. Gotthardt bat Rektor Steiner, diese Erkenntnisse auch den Lehrerverbänden darzulegen. Er halte es zudem für falsch, ausschließlich die Eltern über den schulischen Werdegang ihres Kindes entscheiden zu lassen. „Der Lehrer kennt jedes Kind besser, die Entscheidung muss beim Lehrer und bei der Schule ein Gewicht von 51 Prozent haben“, sagte der Landtagsabgeordnete.
„Wir bangen alle Jahre, ob wir wieder eine Klasse bilden können“, lautete das fast resignierende Fazit von Schulleiter Steiner. Laut Gotthardt ist die Politik gefordert, das Image der Mittelschulen an deren Leistungsfähigkeit anzupassen. Der Zukunftspakt „Macherschule“ aus dem vergangenen Jahr sei Teil der Kampagne. Er versicherte, dass bei der Ausstattung von Lehrerpersonal eine „Drittkraft“ keine Lehrkraft ersetzen werde. Weiterhin stünden auf dem Plan des Kultusministeriums der Ausbau der Schulassistenzen und der Einsatz von Quereinsteigern.













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