23.04.2019 - 10:23 Uhr
PleysteinOberpfalz

Parade der Feuerwehr

Verbindung zwischen Floriansjüngern und Kreuzbergkloster hat eine lange Tradition.

Die Festparade der Feuerwehr am Ostermontag.
von Autor TUProfil

Seit über einem Jahrhundert sind das Kreuzheiligtum auf dem ehemaligen Schlossberg und die Feuerwehr Pleystein eng verbunden. Begründet wurde diese Partnerschaft wenige Monate nach dem verheerenden Großbrand vom 10. Juli 1901, der die halbe Rosenquarzstadt in Schutt und Asche legte. So beschlossen die damaligen Verantwortlichen der Wehr am 21. August 1902, für die wiederaufgebaute Wallfahrtsstätte 1100 Mark für die Turmuhr zu stiften und zusätzlich eine Glocke zu beschaffen. Im Gegenzug versprachen die Augustinerpatres, jährlich für die verstorbenen Feuerwehrleute ein heiliges Amt zu zelebrieren. Seitdem sind der Kirchenzug und die weiteren kirchlichen und weltlichen Festivitäten an den Ostermontagen zu einer schönen Tradition geworden, wobei die Oblaten des heiligen Franz von Sales nach ihrem Einzug ins Kloster auf dem ehemaligen Schlossberg in 1965 dieses Brauchtum fortgesetzt haben. So zählt diese österliche Veranstaltung mit zu den herausragenden Riten in der Geschichte der Pleysteiner Feuerwehr, die heuer ihr 150-jähriges Bestehen feiert.

Unter der Leitung von Kommandant Markus Völkl zogen am Montag bei sonnigem Frühlingswetter rund sechzig Feuerwehrleute und einige Ehrengäste vom Marktplatz auf den Kreuzberg, angeführt von der Stadtkapelle mit klingender Marschmusik. Zum Eingang des Dank- und Gedenkgottesdienstes in der neubarocken Wallfahrtskirche würdigte Pater Reinhold Schmitt im Namen des Ordens und der Bevölkerung die vorbildlichen Dienste der Feuerwehr, von denen auch Pfarrei und Salesianum profitieren würden. Der Geistliche stellte den heiligen Florian als Schutzpatron der Feuerwehrleute sowie als Nothelfer gegen Brandkatastrophen und die Hilfsbereitschaft der Feuerwehr in seinen Ausführungen heraus. Floriansjünger ministrierten in ihren Uniformen, und die Fahnensektion hatte sich mit dem Vereinssymbol im Altarraum postiert. Die Lesung trug Martin Zehent vor. Der Kirchenchor umrahmte den Festgottesdienst im mit rund 170 Gläubigen gefüllten Gotteshaus mit der "Missa Ad Praesepium" von Francesco Lorenzo Luciani in erhebender Weise. Mit der von der Feuerwehr im Jahre 1907 der Kreuzberg-Kirchenstiftung für 600 Mark gespendeten Monstranz erteilte der Salesoblate den Segen.

Nach der Messe marschierte die Parade vom Stadtweiher aus rund um die Altstadt zum Feuerwehrhaus, wo in der ausgeräumten Fahrzeughalle der musikalische Frühschoppen über die Bühne ging. Unter der Regie von Markus Schulz spielte die Stadtkapelle zünftig mit böhmischer und bayerischer Blasmusik auf. Vorsitzender Hans-Peter Wallner hieß die Einheimischen und die Urlauber sowie die Gäste aus der Region, darunter auch Abordnungen der Feuerwehren aus Dörfern der Großgemeinde und aus Nachbarkommunen willkommen. Beim „Pleysteiner Marsch“, angekündigt von Altbürgermeister und Entertainer Johann Walbrunn, der diese Komposition von Musikmeister Hans Sax (1900 - 1986) zusammen mit Bürgermeister Rainer Rewitzer dirigierte, hielt es auch die Stadträte und die Ehrenmitglieder nicht mehr auf den Bänken, und sie klatschten begeistert mit. Das fleißige Verpflegungsteam der Feuerwehr servierte neben den Getränken noch Weißwürste und Brezen. Mit dem "Böhmischen Traum" endete der offizielle Teil. Bis in den späten Nachmittag hinein herrschte aber weiterhin prächtige Stimmung im Feuerwehrdomizil.

Die Festparade der Feuerwehr am Ostermontag.
Die Festparade der Feuerwehr am Ostermontag.
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