Die Wünsche sind groß, die Kasse ist leer: Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1811,84 Euro und sinkenden Schlüsselzuweisungen steht die Stadt Pleystein finanziell unter Druck. In der gut besuchten Bürgerversammlung im Hotel Regina machte Bürgermeister Werner Rieß deutlich, dass deshalb viele Vorhaben zurückstehen müssen. Besonders ernüchternd fiel seine Einschätzung zur Zukunft des Freibads aus: „Wir haben kein Geld für die Sanierung und wir werden es uns nicht leisten können. Meine Phantasie reicht dafür jedenfalls nicht aus.“ Stadträtin Andrea Lang gab jedoch zu bedenken, dass der Förderbescheid noch ausstehe. Erst danach könnten endgültige Entscheidungen getroffen werden.
Auch beim geplanten Wohnbaugebiet „Am Forsthaus I“ warten Interessenten auf Fortschritte. Sebastian Windschügl wollte wissen, wann die Erschließung beginnen könne. Wegen der angespannten Haushaltslage und der vorrangigen Sanierung von Marktplatz und Steingasse sei derzeit kein Termin absehbar. Rieß bezweifelte zudem den Bedarf. „Das Geld für die Erschließung haben wir nicht und als Stadt Pleystein haben wir auch keine ernsthaften Baubewerber.“
Neugestaltung und Bioenergie
Hohe Baupreise und gestiegene Zinsen machten den Hausbau unattraktiv. Stadtrat Christoph Müllhofer widersprach dieser Einschätzung und sprach von „Schwarzmalerei“. Er kenne drei junge Leute, die in naher Zukunft definitiv in Pleystein bauen wollten. Bei konkretem Bedarf könne die Stadt die Erschließung des Areals vorantreiben.
Ausführlich stellte Rieß die geplante Neugestaltung von Marktplatz und Steingasse in der Städtebausanierung vor. Ein städtisches Anwesen am Marktplatz soll verkauft werden. Nach der Zukunft des Hauses in der Neuenhammerstraße gefragt, erklärte der Bürgermeister, dass er dazu keine Idee habe und vielmehr jene gefragt werden müssten, die damals für den Erwerb stimmten.
Die Gründung einer Bioenergie Pleystein GmbH & Co. KG mit der Kewog Verwaltungsgesellschaft mbH als Komplementärin und der Stadt als Kommanditistin ist in Vorbereitung. Derzeit laufen die technische Dimensionierung des Wärmenetzes und die Unterlagen für die BEW-Förderung.
Pleystein zählt aktuell 2521 Einwohner. Mit 18 Geburten gab es drei mehr als im Vorjahr. Im Februar sollen die Neugeborenen mit ihren Eltern wieder bei einem Empfang in der Aula der Zottbachtalschulen willkommen geheißen werden. Dringend benötigt die Kindertageseinrichtung St. Elisabeth eine zusätzliche Krippengruppe. Ein Architekturbüro wurde bereits mit der Entwurfsplanung beauftragt. Vorgesehen ist ein Anbau an der Nordseite des Gebäudes, die geschätzten Kosten liegen bei 688.641 Euro.
Sanierung der Wasserleitung
Unumgängliche Investitionen stehen auch bei der Wasserversorgung an. Im kommenden Jahr sollen Leitungen im Erlenweg, am Marktplatz und in einem Teilstück der Neuenhammerstraße erneuert werden. Die Sanierung der Wasserleitung der Bibershofquellen samt Sammelschacht ist voraussichtlich für 2028 vorgesehen. Auch Pumpentechnik, Förderschnecken und Feinrechen müssen ausgetauscht werden. Für den Neubau des Regenüberlaufbauwerks an der Miesbrunner Straße werden Verbesserungsbeiträge erhoben.
Neues Personal
Zudem wurden die Entwässerungsbeiträge und -gebühren angepasst. Seit 1. Januar beträgt der Beitrag je Quadratmeter Grundstücksfläche 1,36 Euro statt 1,28 Euro, für die Geschossfläche 11,95 statt 10,74 Euro. Die Schmutzwassergebühr stieg von 2,76 auf 2,96 Euro je Kubikmeter. Die Grundgebühr blieb unverändert. Auch die Friedhofsgebühren wurden neu kalkuliert. Neue Hebesätze für die Grundsteuer A und B gelten ab 1. Januar 2027.
Personelle Veränderungen gab es ebenfalls: Stefan Reindl ist neuer Vorarbeiter im Bauhof, sein Stellvertreter Markus Maurer. André Nickl verstärkt seit Oktober das Bauhofteam, Monika Held die Verwaltung. Seit Juli ist Wolfgang Bock Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft, Werner Rieß sein Stellvertreter. Der Bürgermeister würdigte das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger und nannte beispielhaft den Museums- und Bücherei-Arbeitskreis. Gleichzeitig appellierte er an Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere auf Gehwegen, Grünflächen und Spielplätzen zu beseitigen. Besonders für die Bauhofmitarbeiter sei der Hundekot beim Mähen ein hygienisches Ärgernis.
Mit Blick auf den Winter erinnerte Rieß an die Räum- und Streupflicht: An Werktagen müssen Gehwege ab 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 8 Uhr gesichert sein. Bis 20 Uhr sind die Maßnahmen bei Bedarf zu wiederholen. Streusalz darf nur bei besonderer Glättegefahr verwendet werden. Zum Abschluss lud der Bürgermeister freiwillige Helfer für diesen Freitag auf den Fahrenberg ein. Dort soll mit der Fachagentur RideTime GmbH der Bau eines Mountainbike-Trails beginnen.















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