13.05.2022 - 09:05 Uhr
PleysteinOberpfalz

Pleystein geht bei Kanalsanierung neue Wege

In der Anton-Wurzer-Straße in Pleystein wird der Kanal nach einem neuen System unterirdisch wieder dicht gemacht, statt die Straße aufzureißen. Die Kosten betragen 170.000 Euro – eine herkömmliche Sanierung hätte ein Vielfaches gekostet.

Die neue Rohrleitung wird Stück für Stück in den Kanal hinabgelassen, per Hand weitergeschoben und dann mit der Seilwinde die vorgesehenen 170 Meter durch den Kanal gezogen.
von Walter BeyerleinProfil

Der Austausch jahrzehntealter Misch- und Regenwasserkanäle stellt jede Kommune vor große finanzielle Belastungen. In der Regel sind die alten Kanalrohre, meist aus Zement, an den Muffenstellen undicht. Das Misch- oder Regenwasser dringt in den Untergrund. Die Stadt Pleystein hat mit der Sanierung des Mischwasserkanals in der Anton-Wurzer-Straße einen völlig neuen Weg beschritten.

Jürgen Wolfrum, Planungsbüro GmbH, erklärt den Ablauf und vor allem die Notwendigkeit der Maßnahme, die sozusagen „unterirdisch“ den Mischwasserkanal wieder dicht machen wird. Der Kanal in der Anton-Wurzer-Straße stammt nach Einschätzung Wolfrums aus den 50er oder 60er Jahren, was aus dem Material zu folgern ist. Die Rohre sind alle nur einen Meter lang, an jeder Muffe zeigt sich die Undichtheit, erklärt Wolfrum und betont, dass diese Erkenntnisse durch Befahrungen des Kanals mit Kameras bewiesen seien. Daraufhin habe das Ingenieurbüro auftragsgemäß den Zustand der Kanäle erfasst und eine Zukunftsplanung erstellt.

Dabei habe sich ergeben, dass der Betonrohrkanal weitestgehend in Ordnung, die Rohrverbindungen aber undicht seien. Bei dem Kanal in der Anton-Wurzer-Straße mit einer Länge von 170 Metern müsse von 150 undichten Muffen ausgegangen werden, sagt Wolfrum. Das Renovationsverfahren komme hier deshalb in idealer Weise zum Einsatz. Das bedeutet, dass eine Glasfaserharzmatrix in Form eines Schlauchsystems in den Kanal eingezogen wird. Das Material ist laut Wolfrum auf Dauer beständig. Der eingezogene Schlauch wird mit Druckluft aufgestellt und mit Licht und UV-Lampen ausgehärtet. Die Hausauschlüsse werden anschließend aufgefräst und ebenfalls mit Harzmaterial an den Kanal angebunden. Damit existiert im alten Kanal ein neues Kanalrohr mit einer Lebenszeit von 50 Jahren.

Ein wichtiger Aspekt bei diesem Sanierungssystem ist die Kosteneinsparung. Bürgermeister Rainer Rewitzer erklärt dazu, dass die Maßnahme im herkömmlichen Sinne mit Aufbruch der bestehenden Straße rund eine Million Euro gekostet hätte. Der Auftrag zur Renovation habe ein Volumen von 170.000 Euro gehabt, berichtet Wolfrum.

 
 

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