08.06.2020 - 10:37 Uhr
PleysteinOberpfalz

Pleystein: Vorsichtiger Optimismus in Sachen Tourismus

Die Übernachtungszahlen in der Großgemeinde sind seit mehreren Jahren rückläufig. Das Verbot für die Hoteliers und privaten Vermieter, Urlauber aufzunehmen, lässt diese Zahlen noch weiter sinken.

Maria Herrmann-Preßl freut sich über die Anrufer potentieller Urlauber, die ihre weiteren Entscheidungen Info-Material möchten, aber vorrangig auch der möglichen Offnung des Freibades nachfragen.
von Walter BeyerleinProfil

Nach der Aufhebung des Verbots, Touristen wieder übernachten zu lassen, herrschen im Tourismusbüro der Stadt und im Hotel „Regina“ vorsichtiger Optimismus, dass Reisegruppen wieder Pleystein als Urlaubsziel auserwählen. Auf dem „Grießlhof“ in Burkhardsrieth sind die zwei Ferienwohnungen längst wieder vermietet und auch für die nächsten Monate ausgebucht. Maria Herrmann-Preßl vom Tourismusbüro freut sich über die jetzt wieder täglich eingehenden Anfragen und Bitten um Übersendung von Informationsmaterial zum Urlaubsort Pleystein. Die letzte Zeit aber habe „tote Hose“ geherrscht, räumt Herrmann-Preßl ein.

Viele der jetzigen Anfragen beziehen sich auf das Freibad und dessen eventueller Öffnung, falls es überhaupt soweit kommt, wie die Mitarbeiterin der Stadt vorsichtig sagt. Die Busreisen vom Busunternehmer Spielmann aus Baden-Württemberg seien alle abgesagt worden, berichtet Maria Herrmann-Preßl und bestätigt damit eine Aussage von Lotte Hartwig, Chefin des Hotels „Regina“. Ihre Hoffnung auf vermehrten Tourismus setzt die Mitarbeiterin der Stadt auf die Öffnung der Grenze nach Tschechien. Die alljährlichen drei Zeltlager von auswärtigen Vereinen auf dem Campingplatz am Freibad wurden laut Herrmann-Preßl bisher noch nicht abgesagt, der Zeitplan sieht vor, dass am ersten Juliwochenende das erste Zeltlager stattfindet.

Zahlenmäßig noch etwas eingeschränkt ist das „Wandern ohne Koffer“ mit Start und Ziel in Pleystein mit Zwischenübernachtungen in Moosbach, Saubersrieth, Eslarn, Waidhaus und Hinterbrünst. Ganz klar spricht sich Herrmann-Preßl für das Internet als Plattform für die Vermieter aus, weil sich sonst kaum Möglichkeiten erschließen Gäste zu bekommen. Am Stellplatz für Wohnmobile am Zimmerplatz können die Gäste ohne jegliche Anmeldung parken und die dortigen Einrichtungen nutzen. Herrmann-Preßl hat aber mit Freude vor kurzem vernommen, dass sich Urlauber aus dem Weserland dort recht wohl gefühlt haben.

Lotte Hartwig beklagt sich darüber, dass bei der Lieferung der Desinfektionsmittel ein Engpass aufgetreten ist. Ihre Zimmer im Hotel wären im Mai und Juni alle belegt gewesen. Doch alle Reisegruppen haben abgesagt. „Jetzt ist alles noch recht verhalten“, weiß die Chefin vom Hotel „Regina“. „Momentan schaut´s nicht rosig aus“, ist das fast resignierende Fazit von Lotte Hartwig. Das komme auch davon, dass bei den Menschen noch eine gewisse Unsicherheit herrsche.

Altbürgermeister Johann Walbrunn, Sprecher des Arbeitskreises Tourismus, weiß auch von der ursprünglich geplanten Ankunft von Omnibussen, deren Fahrtteilnehmer aber wegen Corona absagen mussten. In diesem Zusammenhang hat Walbrunn erfahren, dass offensichtlich Busreisen mit größeren Gruppen derzeit nicht möglich sind. Unverbindlich sind derzeit die Anfragen für die unmittelbar bevorstehende Zeit, konkretes Interesse aber haben die Gruppen für nächstes Jahr gezeigt, die heuer ihre Fahrt nach Pleystein absagen mussten. Auch Walbrunn benutzt den Begriff „verhalten“ für das Interesse der Reisegruppen. Bei einer privaten Ausflugsfahrt habe er am zurückliegenden Wochenende viele Ausflügler gesehen. Daraus könne gefolgert werden, dass der Tagestourismus an Bedeutung gewinnt.

Elfriede Balk, Chefin im „Grießlhof“ in Burkhardsrieth, klingt recht zufrieden, denn die zwei zu vermietenden Ferienwohnungen sind ausgebucht. Gleich als die Reise- und Übernachtungsmöglichkeiten behördlicherseits wieder freigegeben wurden, seien die Wohnungen von Urlaubern, meist Ehepaare mit Kindern belegt worden, berichtet Elfriede Balk. Der Drang „von der Stadt rauszukommen“, wirkt sich besonders auf die Nachfrage zu den Alpakawanderungen aus. Und da geben die Tiere aufgrund ihrer Größe ganz automatisch den Mindestabstand vor, berichtet die Gastgeberin vom „Grießlhof“. Vier Personen müssen bei der Alpakawanderung mindestens dabei sein, die Höchstzahl ist dem Tierbestand entsprechend auf zehn Personen begrenzt. „Es ist immer eine Stunde pure Natur“, beschreibt Balk die Wanderung mit den zahmen und zutraulichen Tieren. „Es muss irgendwie weitergehen“, meint sie zu der noch recht unklaren Situation.

Von den Buchungen her, belegt immer ein Hausstand eine Ferienwohnung, so dass sich daraus auch eine unterschiedliche Personalzahl ergibt. Insgesamt hat Balk die Erfahrung gemacht, dass die Nachfrage von Urlaubern nicht nachgelassen hat, es wäre sogar mehrfache Belegung ihrer Ferienwohnungen möglich gewesen. Die Urlaubsgäste auf dem „Grießlhof“ halten sich ohne Probleme an die hygienischen Vorgaben, desinfizieren beispielsweise die Go-Karts nach dem Gebrauch, betreten nur mit Mundschutz die gemeinsam genutzten Räume, so dass zusammen mit der Gastgeberfamilie eine „große Familie“ entsteht.

Stefan und Tanja Vogler verbringen mit ihren Kindern Mattis, Silvan und Luisa eine Woche auf dem „Grießlhof“. Das besondere an der Familie: Sie kommen aus dem Allgäu und damit aus einem Urlaubsgebiet, in dem momentan ein Verkehr wie auf dem Münchner Stachus herrscht, wie Stefan Vogler meinte. Schon am frühen Morgen geht´s gemeinsam mit Seniorchef Karl Grießl zu den Alpakas. Sie werden gefüttert, erhalten Streicheleinheiten, so dass Mensch und Tier gleichermaßen zufrieden sind. Dass die Familie Vogler aus dem schönen Allgäu in die Oberpfalz kommt, hat zwei Gründe: Einen Urlaub verbrachten sie schon auf dem „Grießlhof“ und zum anderen hatte sie diese Urlaub schon im November gebucht und da dachte mit Sicherheit niemand an Corona.

Der Kassenschalter im Pleysteiner Freibad ist noch winterfest verschlossen. Ob das so bleibt, entscheidet sich am Dienstagabend in der Stadtratssitzung. Die Anfragen potentieller Urlauber gehen vor allem Richtung Freibad und dessen mögliche Öffnung.
Bademeister Hubert Rewitzer strahlt mit Dampf die Seitenwände des Schwimmerbeckens ab. Vielleicht noch eine Vorsorgemaßnahme, um eine mögliches Ja des Stadtrats zur Öffnung auch umgehend umsetzen zu können.
Bademeister Hubert Rewitzer strahlt mit Dampf die Seitenwände des Schwimmerbeckens ab. Vielleicht noch eine Vorsorgemaßnahme, um eine mögliches Ja des Stadtrats zur Öffnung auch umgehend umsetzen zu können.
Das Ehepaar Stefan Vogler (links) und Tanja Vogler (rechts) haben ihren Urlaub auf dem Grießlhof für sich und ihre Kinder Silvan, Mattis und Luisa schon im November gebucht, als von Corona noch nicht gesprochen wurde. Das Füttern der Alpakas gemeinsam mit Karl Balk gehört zu den tägliche Höhepunkten eines Ferientages.

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