11.07.2021 - 18:37 Uhr
PleysteinOberpfalz

Meinung: Respekt für den Bruderhahn: Tiere sind kein Wegwerfartikel

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Hochgezüchtete Legehennen, die nur Soja fressen. Der Bruderhahn, der kein Fleisch ansetzt. Jürgen Herda kommentiert Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft.

Zur Legehenne gehört der Bruderhahn.
von Jürgen Herda Kontakt Profil
Kommentar

Nein, liebe Schützer des Grundgesetzes, niemand will euch jetzt auch noch das Brathendl und das Frühstücksei verbieten. Es geht bei der Debatte um den Bruderhahn um die Art und Weise, wie wir mit der Umwelt in, von und mit der wir leben, umgehen.

Man muss noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben, weil es nicht gerade die feine englische Art ist, männliche Küken als zu teures Abfallprodukt schon beim Schlüpfen zu entsorgen. Es reicht gesunder Menschenverstand, um zu begreifen, dass wir dabei sind, uns durch die Maßlosigkeit im Umgang mit den Ressourcen dieser Welt selbst abzuschaffen.

Umbau der Landwirtschaft

Der Umbau der Landwirtschaft ist formell eine beschlossene Sache. Im Kern geht es dabei darum, dass unsere Landwirte hochwertige, gesunde Produkte herstellen, und dabei Tier und Umwelt schonen. Das lässt sich aber nicht unter industriellen Bedingungen bewerkstelligen, bei denen Aufzucht, Schlachtung und Transport wie die Produktion von Plastiklöffeln kalkuliert wird.

Die Gewinnmaximierung der industriellen Lebensmittelproduktion geht auf Kosten der Umwelt, der Tiere, der Landwirte und letztlich unserer Gesundheit. Tiere sind kein Wegwerfartikel, so viel Respekt darf man auch von überzeugten Fleischliebhabern erwarten.

Die Debatte um der Bruderhahn: Wie wirtschaftlich ist die Aufzucht männlicher Küken?

Pleystein

 

 

Kommentare

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Tanja Härtl

Genauso sehe ich das auch. Es wird höchste Zeit, dass hier ein Umdenken stattfindet, und vor allem, dass dieses auch umgesetzt wird. Und man spare sich bitte weitere Experimente zum Thema Freiwilligkeit.

16.07.2021