Pleystein
21.01.2019 - 10:08 Uhr

Schlauen Füchsen auf der Spur

Wer als Spaziergänger oder Skilangläufer in der freien Natur in der Winterzeit einen Fuchs entdeckt, freut sich an dessen Anblick im Winterkleid. Der Waidmann hingegen hat die Population von Meister Reineke genau im Blick.

Nahe der Kreisstraße nach Miesbrunn ziehen die Jäger noch in der Kette los, um sich später am Waldrand nahe der Ausgänge der Fuchsbauten zu positionieren. Mit dabei ist Hündin "Sora", die helfen soll, Meister Reineke aus seinem Bau zu treiben. Bild: bey
Nahe der Kreisstraße nach Miesbrunn ziehen die Jäger noch in der Kette los, um sich später am Waldrand nahe der Ausgänge der Fuchsbauten zu positionieren. Mit dabei ist Hündin "Sora", die helfen soll, Meister Reineke aus seinem Bau zu treiben.

Die Jäger denken an die anderen Tiere in der Natur, vor allem an die Wiesenbrüter, die Feldhasen und deren Nachkömmlinge, denen der Fuchs zu gegebener Zeit gefährlich werden kann. Doch „Meister Reineke“ hat auch wichtige Aufgaben in Feld und Flur: Er ist eine Art Gesundheitspolizei.

Am Samstag luden Hans Gebert, Pächter der Jagd am Weißenstein, Michael Kraus zuständig für den Jagdbogen Pleystein 1 und Daniel Keim, Jagdpächter in Miesbrunn zu einer „Baujagd“ ein. Ziel war die schlauen Füchse mittels eines abgerichteten Hundes aus dem Bau zu treiben, um sie dann zur Strecke bringen zu können.

Jagdpächter Michael Kraus hebt beim Gang über die schneebedeckten Felder die Notwendigkeit hervor, mit Blick auf den Bestand an Füchsen das Gleichgewicht in der Natur zu halten. Zu viele Füchse gefährden die Bodenbrüter und junge Hasen, nach den Mäharbeiten auf den Feldern gibt es wiederum viele verletzte Tiere, die sich die Füchse „holen“. Gefühlt gibt es derzeit eine Überpopulation an Füchsen, meint Michael Kraus. Nahe Finkenhammer verweist der Pleysteiner Jagdpächter auf den dortigen Hühnerbestand, der eines Schutzes vor dem Fuchs bedarf.

Der bewaldete Hang rechts der Kreisstraße von Pleystein nach Miesbrunn ist von Fuchsbauten seit Jahrzehnten regelrecht untergraben. Da kommt Jäger Roland Bäumler mit seiner „Sora“, einer dreijährigen deutschen Jagdterrierhündin in den Mittelpunkt des jagdlichen Geschehens. Zunächst nehmen alle Jäger weiträumig um den Fuchsbau ihre Position ein, dann „schlieft“ der Hund, wie es in der Waidmannssprache heißt, in den Bau ein und soll den Fuchs zum Verlassen seines unterirdischen „Heimes“ bewegen. Damit der Hund seine Aufgabe versteht, muss er vorher eine entsprechende Schliefausbildung machen. Dazu gibt es laut Roland Bäumler, Hundeobmann in der Jägerschaft im Altlandkreis Vohenstrauß, spezielle Schliefanlagen, in denen der Hund auch in den Verhaltensweisen gegenüber dem Dachs abgerichtet wird.

Lag es am strahlenden Sonnenschein, der die Füchse schon vorher aus dem Bau gelockt hatte, oder an den weiten unterirdischen Verzweigungen, die locker bis zu sieben Meter unter die Erde und von dort aus noch 30 Meter lange Verzweigungen haben, an diesem Nachmittag war das „schliefen“ von Hündin „Sora“ erfolglos.

Vorher im Bereich Weißenstein wurden zwei Füchse zur Strecke gebracht. Doch unabhängig von der Zahl der erlegten Füchse ist Michael Kraus mit dem Ablauf der „Baujagd“ zufrieden. Spätestens bei vier erlegten Füchsen wäre die Jagd ohnehin für beendet erklärt worden, weil sonst eine Gefahr für das gewollte Gleichgewicht „Fuchs – Natur“ entstehen hätte können.

Jagdpächter MIchael Kraus zeigt eine fast unscheinbare Öffnung im Boden, die dem Fuchs als Ein- und Ausgang zu seinem Bau dient. Zur möglichen Abgabe des Schusses entfernt sich der Jäger dann von dem Erdloch. Bild: bey
Jagdpächter MIchael Kraus zeigt eine fast unscheinbare Öffnung im Boden, die dem Fuchs als Ein- und Ausgang zu seinem Bau dient. Zur möglichen Abgabe des Schusses entfernt sich der Jäger dann von dem Erdloch.
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