16.05.2019 - 08:57 Uhr
PleysteinOberpfalz

Schüler probieren sich als Köche

„Viele Köche verderben den Brei“ – beim Workshop „Kochen – ein bayerisches Menü“ der Zottbachtalschulen trifft dieser Spruch nicht zu. Die Schüler aus Pleystein und der Partnerstadt Bor bringen Leckeres auf den Mittagstisch.

"Chefkoch" Andreas Meier (links) und Schulleiter Andreas Koblen, Bor, bereiten mit Unterstützung der Kinder das Menü vor.
von Walter BeyerleinProfil

Denn jeweils zehn Schüler der fünften Klasse der Zottbachtalschulen und der Schule aus der Partnerstadt Bor kochten unter Anleitung von Andreas Meier ("Grünes Gut" in Pullenried), ein Menü, das zur Mittagszeit den Ehrengästen und den Mitschülern serviert wurde.

Der Workshop gehört zum Projekt „Kultur ohne Grenzen 2019“, das vom Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) und vom Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch (Tandem) mit Sitz in Pilsen mit finanzieller Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gemeinsam umgesetzt wird.

In der Küche der Zottbachtalschulen herrschte reger Betrieb. Meier leitete die Kinder bei den Vorbereitungen zum Kochen des Menüs an. Da durften die Kinder die Karotten würfeln, Zwiebeln schneiden und gemeinsam mit dem Koch das Rindfleisch aus der Region würzen und in den vorgeheizten Ofen schieben. Natürlich halfen die Kinder auch bei der Zubereitung des Nachtisches mit. Da musste der Hefeteig angerührt und die Vanillesoße hergestellt werden. Gegen 11 Uhr war das köstliche Menü fertig, das die „Köche“ ihren Mitschülern und den Ehrengästen servierten.

Auf der Menükarte stand eine Spitzkrautspecksuppe, Ochsenbrust aus der Region und gesalzene „Arme Ritter“ mit Gemüse, bayerische Buchteln mit Orangen-Vanille-Soße und einem Fruchtspiegel – alles natürlich auch in tschechischer Sprache. Die Gemeinsamkeiten der Schülerinnen und Schüler setzten sich beim Mittagessen fort: An den Tischen saßen die Pleysteiner und Borer Schüler zusammen.

Den Ehrengästen Rektor Edgar Hanner, Konrektorin Christa Walbrunn, dem Schulleiter aus Bor, Daniel Koblen und der Lehrerin Anna Sudova, Bürgermeister Rainer Rewitzer und der gastgebenden Fachlehrerin der Zottbachtalschulen, Silke Forster, lief beim Servieren der Speisen das Wasser regelrecht im Mund zusammen. Selbstverständlich waren die Tische dekoriert worden. Unter Anleitung der Floristin Maria Schmid betätigten sich jeweils fünf Schüler aus Pleystein und Bor an dieser Verschönerung.

Rindfleisch in Meerrettichsoße:

Zutaten: 1 kg Rindfleisch, z. B. Tafelspitz, 4  Knochen (Rinderknochen), 2 Liter Wasser, 2 Würfel Brühe (klare Fleischbrühe),1 Bund Suppengrün, 30 g Fett (Butterschmalz), 30 g Mehl, 4 EL Meerrettich, 300 ml Fleischbrühe, 200 ml Milch, 1  Eigelb, 3 EL süße Sahne, Salz.

Das Suppengrün in Würfel schneiden, mit dem Rindfleisch und den Knochen in einen großen Topf geben, mit dem Wasser übergießen und die Brühwürfel dazugeben und aufkochen. Evtl. entstehenden Schaum abschöpfen. Das Fleisch kochen, bis es durch und zart ist (etwa 2 Std.). Den Topf vom Herd nehmen und ca. 300 ml von der Brühe abfüllen und durch ein feines Sieb gießen, damit eine klare Brühe für die Soße übrig bleibt.

Den Meerrettich putzen, waschen und (am besten am offenen Fenster) reiben. Die Stange dabei gerade halten, damit der Meerrettich nicht langfaserig wird.

Aus dem Fett und dem Mehl eine helle Einbrenne herstellen mit Brühe und Milch aufgießen und den Meerrettich mit dem Schneebesen einrühren. Das Eigelb mit der süßen Sahne verquirlen und ebenfalls unter raschem Rühren hinzufügen (darauf achten, dass die Soße nicht zu heiß ist, da das Eigelb sonst gerinnt). Je nach Schärfe des Meerrettichs 10 - 15 Min. leise köcheln lassen, längeres Kochen mindert die Schärfe.

Das in der restlichen heißen Brühe warm gestellte Fleisch nun heraus nehmen, in Scheiben schneiden und mit der Soße übergießen. Zum typisch "Fränkischen Hochzeitsessen" werden dazu breite Bandnudeln und Preiselbeeren gereicht. In manchen Regionen isst man dazu auch gerne Butterkartoffeln oder einfach nur einige Scheiben Bauernbrot.

Aus der restlichen Brühe mit dem Wurzelwerk lässt sich eine hervorragende Nudel-, Leberknödel- oder Pfannkuchensuppe als Vorspeise zubereiten. So schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Semmeltaler:

250 g Semmeln, 5 altbackene, gewürfelt, 250 ml Milch, 4  Eier, 1 EL Butter, 1 kleine Zwiebel gehackt, Salz und Pfeffer, Muskat, 2 EL Petersilie gehackt.

Milch, Ei und Gewürze gut vermischen und über die Semmelwürfel gießen, vermengen, ca. 20 min ziehen lassen. Inzwischen Zwiebel fein hacken und in Butter glasig dünsten. Etwas abkühlen lassen und über die Semmelmasse geben. Petersilie untermischen. Alles gut vermengen. Die Masse in einer Pfanne als Taler braten.

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