12.02.2020 - 09:25 Uhr
PleysteinOberpfalz

Stimmgewaltige Maschkerer erobern Pleystein

Rekord in Pleystein: 37 Maschkerer stürmen beim Fasching des Männergesangvereins 1895 die Sängerhochburg im Pulverland.

37 Maschkerer, die am Montag die Pleysteiner Sängerhochburg stürmten.
von Autor TUProfil

In der alten Faschingshochburg Pleystein ging gehörig die närrische Post ab bei der urigen Fasenachtturbulenz am Wochenbeginn: Die öffentliche maskierte und kostümierte Singstunde des Männergesangvereins 1895 leitet seit sechs Jahrzehnten immer im Februar die heiße Phase des Faschings im Pulverland ein. Dieser traditionelle Faschings-Sängerrummel zählt in der fünften Jahreszeit zu den schönsten Veranstaltungen in der Großgemeinde.

Am Montag war es wieder soweit, und es gab einen sehr guten Zuspruch seitens der Närrinnen und Narrhallesen. Der „Pilsen-Express“ ließ nach dem Startschuss durch Hofbräuwirt Franz Völkl um 21 Uhr im Pulverland gehörigen Dampf in den geschichtsträchtigen Gewölben ab und spielte von Anfang an zünftig auf, sodass bald prächtige Stimmung beim „Böllerten“ herrschte. Vorsitzender Karl Herrmann begrüßte als Sheriff verkleidet im voll besetzten Vereinslokal die vielen jungen und älteren Sangesbrüder und die weiteren Besucher, die sich sehr einfallsreich kostümiert hatten.

Mit von der fetzigen Runde waren zudem das fesche Prinzenpaar Philipp I. von Schloss Spitznerhausen und Andrea IV. von der Herrmannsburg, die hübschen Gardemädchen und der zackige Hofstaat sowie zahlreiche Festdamen als das Salz in der Suppe der Narretei im Jubiläumsjahr des Männergesangvereins, der heuer sein 125-jähriges Bestehen feiert. Auch Bürgermeister Rainer Rewitzer warf sich als "Raubritter von Bleienstein" ins Fasenachtgetümmel, assistiert von Ratsherr Helmut Rewitzer, der als "roter Kosar" auftrat, und von mehreren Stadtratskanaidaten, die beim Narrenvolk fleißig um Wählerstimmen buhlten. Auch Ehrenmitglied Erich Neuber mischte als "Jodlerkönig" kräftig im stürmischen Geschehen mit.

Die Fete erreichte gegen 22 Uhr ihren Höhepunkt, als die 37 Maschkerer mit einem donnernden „Pulver Helau!“ das Sängerdomizil stürmten und im Gänsemarsch durch die beiden Wirtsstuben zogen. In der maskierten Parade Marke "Kunterbunt" waren mit einer besonders starken Gruppe die "Notenbank-Räuber im Haus des Geldes" mit íhrem Chef, dem "Professore" vertreten, des weiteren Enten, Tanzfeen, Chefärztin "Conny", "Dick und Doof", das Duo "Festbraut & Festsau", Putzweiber, Bedienungen, Baroninnen und vieles mehr.

Zwei Stunden lang brachten dann die Maschkerer die Sänger und ihre Gäste mit zahlreichen Tanzrunden gehörig ins Schwitzen, ehe Sängerchef Karl Herrmann im Zusammenwirken mit Altbürgermeister "Lord" Johann Walbrunn mit der Demaskierung dem heiteren Spuk gegen Mitternacht ein Ende bereitete. Unter großem Applaus ließen in der Geisterstunde die so phantasievoll verkleideten Gäste die Larven fallen und sorgten für manche Überraschungen. Sie alle erhielten als Dankeschön für ihren tollen und auch Schweiß treibenden Auftritt je ein Fläschchen Sekt. Bis zum frühen Morgen dauerte die originelle Faschingsfeier an.

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