02.04.2019 - 17:29 Uhr
PleysteinOberpfalz

Tierische Heldin: Josie rettet Igel in Not

„Josies“ zweiter Vorname könnte Schutzengel sein: Denn zwei Igel verdanken der aufmerksamen Hundedame ihr Leben.

Das ist die geduldige "Igel-Retterin" aus Pleystein: Die blonde "Josie" ist fast zehn Jahre alt.
von Redaktion ONETZ Kontakt Profil
Dieser Igel ist in einen offenen Kanalschacht gefallen und kam nicht wieder heraus. Dank der aufmerksamen Hündin "Josie" konnte Herrchen Peter Pflaum den kleinen Kerl retten.
Der arme Kerl ist in einen offenen Kanalschacht gefallen. Die vierbeinige Lebensretterin "Josie" hat ihn zum Glück gefunden.
Auf diesem etwa 75 Zentimeter hohen Schacht vergaßen Stadtarbeiter nach einer Straßensanierung den Kanaldeckel. Das wurde den Igeln zum Verhängnis.

Pleystein. „Josie ist schon seit ihrer Geburt bei uns“, erklärt Frauchen Manuela Pflaum aus Pleystein. Josies Mutter „Shila“ war schon vorher Teil der Familie. Ihr Vater „Purzel“ hingegen ist der Hund von Manuela Pflaums bester Freundin. „Wir haben die Babys quasi im Wohnzimmer gemacht“, lacht Pflaum, „Josie haben wir behalten, weil sie blond ist und somit das Gegenteil ihrer schwarz-braunen Mutter.“

Die Hündin ist mittlerweile fast zehn Jahre alt – das ändert allerdings nichts an ihrer verspielten Art: „Sie wird langsam ein bisschen ruhiger, wenn sie aber mit dem Ball toben will, geht das immer noch prima“, sagt Pflaum... Was Josie am meisten Freude bereitet, sind die beiden Spaziergänge pro Tag. Der Weg geht immer um den Kreuzberg und am Stadtweiher mit den zwei Schwänen und den unzähligen Enten vorbei. Auch im Sommer 2017 drehten Frauchen und „Josie“ ihre übliche Runde, als die Hündin plötzlich zu einem offenen Kanaldeckel rannte.

Die Straße auf der Route ist kurz vorher saniert worden. Die Arbeiter haben dabei auch den angrenzenden Gehweg wegen Kanalerneuerungen aufgerissen. „Josie schaute andauernd in den Schacht, sie bemerkte darin etwas. Leider reagierte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht“, bedauert Manuela Pflaum.

Als die Hundedame allerdings am darauffolgenden Tag erneut Alarm schlug, wurde auch ihr Frauchen aufmerksam. Ein Igel ist in den etwa 75 Zentimeter hohen Schacht gefallen. „Ich war mir sicher, dass er tot ist“, erinnert sich die 50-Jährige.

Aber „Josie“ gab nicht auf: Beim nächsten Spaziergang lief sie wieder zum Kanal. Dieses Mal war auch Herrchen Peter dabei. „Wir bemerkten, dass sich der Igel doch noch bewegt. Also holten wir Handschuhe und ein Kissen, um den kleinen Kerl zu retten“, erklärt Manuela Pflaum. „Zum Glück war mein Mann dabei, meine Arme wären nämlich viel zu kurz gewesen. Er musste sich auf den Boden legen und den Igel langsam mit den Fingerspitzen nach oben holen.“ Die beiden trugen das Tier unter ein Gebüsch und gaben ihm Hundefutter – etwas anderes war nun mal nicht griffbereit. Aber „Josie“ teilte gern und wurde von ihrer Familie hochgelobt.

Zwei Wochen später lief die Hundedame erneut zum offenen Kanal. Diesmal reagierte Manuela Pflaum aber gleich: „Der Igel war sogar noch größer als der erste und konnte sich kaum bewegen. Er schaute uns richtig hilfesuchend an.“ Also holte sie wieder ihren Mann, natürlich mit Kissen und Handschuhen. Der befreite auch dieses Tier aus dem Schacht und versorgte es mit „Josies“ Futter.

Der Deckel des Kanals wurde nach der Gehwegsanierung offensichtlich vergessen. Es folgten zwei Igel, die innerhalb von zwei Wochen in dasselbe Loch plumpsten: „Was, wenn das noch einmal passiert?“, dachten sich „Josies“ Herrchen und Frauchen und legten deshalb vorsorglich einen Ziegelstein auf die Öffnung, um weitere Zwischenfälle zu verhindern. Für endgültige Ruhe sorgte schlussendlich ein Mitarbeiter der Stadt: Er kümmerte sich um eine neue Abdeckung. Seitdem sind die stacheligen Vierbeiner wieder sicher.

„Josie“ ist nicht nur fürsorgliche „Igel-Retterin“, sie ist auch „Schmusehund“ – und zwar ein liebenswerter: „Wenn eine Katze kommt, macht sie sich immer wichtig und will ihr Revier verteidigen, im Endeffekt bleibt sie aber aus Angst einen halben Meter vor der Katze stehen“, schmunzelt Manuela Pflaum. Die Pleysteinerin ist Servicekraft im örtlichen Pflegeheim und hat zwei Töchter: Claudia und Anna. Ein Leben ohne Hund könnte sie sich nicht mehr vorstellen. Auch „Josie“ ist vollwertiges Familienmitglied. Auf deren Heldentat sind die Pflaums mächtig stolz – bleibt abzuwarten, wie viele Leben die aufmerksame Hundedame in Zukunft noch retten wird.

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