Auf Wilhelm Hartung war Verlass. Stadt, Bürger und Vereine mussten das "Pleysteiner Urgestein" - wie er Persönlichkeiten seines Heimatstädtchens in seinen Berichten gern umschrieb - nicht lange bitten, wenn sie seine Dienste als NT-Berichterstatter in Anspruch nehmen wollten. Hartung war stets bereit, in ein paar gewandt formulierten Zeilen die Geschehnisse publik zu machen. Und auch die Redaktion wusste, dass (tu) zuverlässig die vereinbarten Termine in Wort und Bild begleiten würde. Erst als ihn eine Krankheit immer mehr vereinnahmte, musste er seine Kraft einteilen und das Schreiben etwas hintanstellen. Die letzten Jahre verfolgte Hartung das Gemeindegeschehen nur mehr vom Rollstuhl aus. Die Nachricht vom Tod des 69-Jährigen am Montag verbreitete sich in Pleystein sehr schnell und löste Trauer und großes Bedauern aus.
Der "Hiferl", wie er von den Pleysteinern genannt wird, hat sich durch seinen fleißigen, ehrenamtlichen Einsatz in etlichen Vereinen bleibende Verdienste erworben. Über drei Jahrzehnte sang er leidenschaftlich im ersten Tenor des Männergesangvereins. Er sagte zu, als ihm das Amt Schriftführers angetragen wurde. Hartung war sogar zum Ehrenmitglied des MGV 1895 ernannt worden. Auch der Kirchenchor profitierte von seiner Leidenschaft zum Gesang.
Festausschüsse und Vereinsführungen konnten sich beim Verfassen von Chroniken oder Festschriften auf das umfassende und detaillierte Hintergrundwissen des gelernten Bankers verlassen. Als Haus- und Hofdichter begleitete er Jahr für Jahr den Pleysteiner Fasching. Es bereitete ihm großes Vergnügen, die Texte für die Faschingszeitung zu verfassen. Jederzeit erreichbar und von Haus aus hilfsbereit, stellte er sein außergewöhnliches Talent für verschiedene Anlässe gerne zur Verfügung. Für seine großen Verdienste im Ehrenamt erhielt Hartung bereits vor einigen Jahren das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten.
In seinem Haus am Stadtweiher, den Kreuzberg direkt im Blick, hatte der 69-Jährige neben vielen schönen Tagen in den vergangenen Jahren auch dunkle Zeiten durchleben müssen. Seine Krankheit nahm er mit großem Gottvertrauen an. Solange es seine Kräfte zuließen, war er für den "Neuen Tag" auf Achse - bis vor einigen Jahren noch mit seinem Elektromobil. Die Leser sowie die Redaktion von Oberpfalz-Medien sagen Wilhelm Hartung ein herzliches "Vergelt's Gott".
Die Eucharistiefeier mit anschließender Urnenbeisetzung ist in der Stadtpfarrkirche Pleystein am Samstag, 23. Juli, um 9 Uhr.














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