18.09.2019 - 08:45 Uhr
PleysteinOberpfalz

"Unternehmen Zoigl" im Raum Pleystein

Kanoniere, die am 1. Juli 1969 zur 2. Batterie des Feldartillerie-Bataillons in die Ostmark-Kaserne Weiden eingezogen worden waren, feiern in Pleystein ihr 50-jähriges Kameradschaftstreffen. Auch ehemalige Ausbilder sind dabei.

Die Teilnehmer am Jubiläumstreffen vor dem Nepomuk-Denkmal. Einer der Organisatoren ist Professor Harald G. Dill (rechts), der mit seinen geologischen Exkursionen und Fachvorträgen regelmäßig Gast in Pleystein ist.
von Autor TUProfil

Vorbereitet wurde das "Unternehmen Zoigl“ von zwei ehemaligen Schülern des Schiller-Gymnasiums in Hof/Saale, Harald G. Dill, der seit Jahren in Pleystein durch seine Vorträge über Geologie und Mineralogie im Stadtmuseum bestens bekannt ist, und Harald Schmalfuß. Kaum war die letzte Abiturprüfung geschrieben, wurden beide am letzten Freitag im Juni 1969 ohne Feierlichkeiten nach neun Jahren entlassen. Das Zeugnis wurde ihnen per Post nachgesandt, und am Montag saßen sie zusammen mit ihren Kameraden auf der Ladefläche des MAN 5-Tonner Richtung Frauenrichter Straße 142 b.

50 Jahre danach sind diese Alt-Kanoniere über ganz Deutschland verstreut. Einige sind leider bereits verstorben und andere sind gesundheitsbedingt nicht in der Lage, am Unternehmen Zoigl teilzunehmen. Trotzdem schafften es einige Ehemalige und ihre damaligen Ausbilder aus Weiden, Pressath, Luhe-Wildenau, Waldthurn, Kipfenberg-Böhmig, München, Hannover, Hürth und Brühl nahe Köln, Dettenheim, Crailsheim, Löwenstein-Hößlinsülz und Stuttgart nach Pleystein.

Es ist nicht das erste Treffen dieser Art. Der Kameradschaftsgedanke ist ein wesentliches Element für den Zusammenhalt, und er führte letztendlich auch zum „Einsatz“ im Raum Pleystein. Die „Feuerstellung“ ist das Herz einer jeden Artilleriebatterie. In klassischer Form wurde eine Hinterhang-Stellung im Bereich des Hotels Regina gewählt. Mit einem leichten „Nachtmarsch“ zum Eingewöhnen um den Rosenquarzfelsen sondierte die Vorhut aus Schwaben, Kölnern und einem Außerfränkischen in der Freitagnacht das Terrain, nachdem sich die Oberpfälzer Heimschläfer zurückgezogen hatten.

Am Samstag wurde es ernst. Es fand ein Gewaltmarsch von der „Feuerstellung“ zur „B-Stelle“ auf den Fahrenberg unter Führung des geländekundigen Truppführers, Bürgermeister-Veteran Hans Walbrunn, statt. Für Fußlahme hatte der "Alt-Sani" Werner Reger vom Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach einen Shuttle-Service eingerichtet. Das Essenfassen auf der B-Stelle im Berggasthof Josef Weig in Oberfahrenberg verlief reibungslos.

Nach der planmäßigen Verpflegungsausgabe ging es gestärkt sowie mit guter Laune unter strahlend blauem Himmel nach Pleystein zurück, wo bereits neue Aufgaben auf die Truppe und die beiden Ausbilder Hankofer und Hetzner bei Kaffee und Kuchen warteten. Gegenüber dem Hotel Regina war im Stadt-Museum, der „Gefechtstand“ eingerichtet worden. In einem Lagevortrag erörterte Dill die Luftkriegssituation im Grenzbereich Bayern-Böhmen in den Jahren 1944 und 1945. Alle Beteiligten brachten bei Schweinsbraten, Kartoffel-Klößen, reichlich „Grünzeug“ und Bier im Hotel Regina vollen Einsatz.

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