Bürgermeister Rainer Rewitzer machte eingangs in seiner Gedenkansprache vor dem Kriegerdenkmal in Pleystein einen großen Schritt zurück in die Geschichte des Volkstrauertages. Dieser Tag sei erstmals im Jahr 1922 begangen worden, um der Toten aus dem Ersten Weltkrieg zu gedenken. Damals habe Versöhnung und Verständigung im Mittelpunkt der Ansprache des damaligen Reichspräsidenten Paul Löbe gestanden.
Nach der Gründung der Bundesrepublik sei dieser Tag wieder seinem ursprünglichen Sinne nach begangen worden. Der Schrecken des Zweiten Krieges liege jetzt 77 Jahre zurück, doch in diesem Jahr habe nach der erhofften Eindämmung von Corona der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine begonnen, erinnerte Pleysteins Bürgermeister. Der Volkstrauertag stehe im Gedenken an die vielen Toten nach diesem Kriegsausbruch, gleichzeitig solle der Tag auch Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft in friedlicher Nachbarschaft vermitteln, sagte Pleysteins Stadtoberhaupt.
Oberleutnant Martin Gläser vom Panzerbataillon 104 aus Pfreimd bezeichnete den Volkstrauertag einen "Tag des stillen Gedenkens", in dem auch all derer gedacht werde, die oft in ihrer Heimat die Auswirkungen des Krieges nicht überlebten. Der Oberleutnant sprach auch die Verluste der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen an. So seien 116 Bundeswehrsoldaten bei ihren Einsätzen "für Recht und Freiheit" gefallen. "Auch sie sollen unvergessen bleiben, ihren Familien gilt unser Mitgefühl".
Nach Beginn des Krieges in der Ukraine seien Leid und Schrecken für viele Menschen wieder zum Alltag geworden. Es bleibe nur die Hoffnung, dass Menschlichkeit, Freiheit und Vernunft wieder die bestimmende Maxime werde, schloss Oberleutnant Martin Gläser seine Ansprache. Im Anschluss legten Bürgermeister Rainer Rewitzer und Oberleutnannt Martin Gläser Kränze am Kriegerdenkmal nieder.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.