16.03.2021 - 16:58 Uhr
PlößbergOberpfalz

Horn Glass Industries in Plößberg kämpft mit Tracking und Testen gegen Corona

Um die Fertigung aufrechtzuerhalten, Geschäftsreisen zu ermöglichen und ihre Mitarbeiter vor Corona zu schützen, fährt Horn Glass Industries schwere Geschütze auf. Die Firma entwickelt ein ausgefeiltes Hygienekonzept mit Vorbildcharakter.

von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Am Standort von Horn Glass Industries in Plößberg spielen Hygienekonzepte in der Coronakrise eine wichtige Rolle. "Masken, Desinfektion und Abstandhalten machen wir", erklärt Rainer Sommer, Bereichsleiter in der Fertigung. Doch zusätzlich setzt die Firma auf ein Tracking-System und Test-Konzept zum Schutz ihrer Mitarbeiter. "Wir müssen unsere Fertigung aufrecht erhalten, wollen aber unseren Mitarbeitern ein Gefühl der Sicherheit vermitteln", sagt Sommer. Er initiierte am Dienstag ein Treffen mit Landrat Roland Grillmeier und Wirtschaftsförderer Volker Höcht, die sich das Konzept vor Ort anschauten.

Strategie basiert auf Freiwilligkeit

Das Ziel von Horn sei es, die Mitarbeiter mitzunehmen, alles basiere auf Freiwilligkeit. Das bestätigt Ulrich Imhof, Bereichsleiter Container und Spezialglas. Er vertritt bei dem Termin Vorstand Stephan Meindl, der sich auf Geschäftsreise in Zentralasien befand. Rainer Sommer und Christian Strobel, Projektleiter Elektro/Erste Hilfe, demonstrieren, wie ihr Unternehmen sich gegen das Coronavirus wappnet. Sie zeigen zwei kleine weiße Corona-Contact-Tracker des Software-Entwicklers ICS-Group. Beide gehen aufeinander zu. Als sie weniger als 1,5 Meter Abstand haben, fangen die beiden Kästchen zu piepsen und vibrieren an. "Zudem zeichnet der Tracker Kontakte auf und speichert sie bis zu 14 Tage." Hier spielt auch Datenschutz eine Rolle: Machen hier alle Mitarbeiter mit? "Wir haben mit einer Testphase von 25 Freiwilligen begonnen. Innerhalb von einem Tag waren schon 20 Tracker vergriffen." Für die Fertigung hat Sommer 125 Tracker angefordert. "Alle Mitarbeiter sind bereit, die Geräte zu tragen."

PCR-Tests auf eigene Kosten

Christian Strobel ist auch ehrenamtlich im Testzentrum Waldsassen tätig. Seine Erfahrungen nutzt er im Unternehmen. "Wir haben 800 Tests durch die Wirtschafsförderung am Landratsamt erhalten. Das war ein guter Einstieg." In der Firma wird nach Bedarf getestet und zusätzlich ist die interne Teststrecke Montag, Mittwoch und Freitag geöffnet. "Wir machen auch PCR-Tests auf eigene Kosten." Damit werden auch tschechische Mitarbeiter getestet, ausgewertet werden die Proben im Labor in Waldsassen. Zusätzlich werden die PCR-Tests eingesetzt, um positive Ergebnisse von Schnelltests zu überprüfen. "Wir arbeiten hier auch eng mit dem Gesundheitsamt zusammen."

Die Tests seien vor allem auch für die Durchführung von Geschäftsreisen notwendig. "Wir haben internationale Projekte von Chile bis nach China und müssen auch in der Pandemie in verschiedene Länder reisen", sagt Imhof. Kunden weltweit würden beliefert, Mitarbeiter vor Ort gebraucht. In Plößberg arbeiten 320 Personen, davon 120 in der Fertigung. "Weltweit sind es mit den Niederlassungen in China, Malaysia, Indien, Kroatien, der Ukraine, Tschechischen Republik und Brasilien über 400 Mitarbeiter", sagt Imhof. In Jena wurde vor kurzem ein neuer Standort übernommen. "Es gibt verschiedene Regeln in Bayern oder in Thüringen. Auch das macht es für uns schwierig", so Imhof.

Regelmäßig tage der Krisenstab, Videokonferenzen, Home-Office oder aufgeweichte Pausenregelungen helfen, Kontakte zu vermeiden. Bislang sei das Unternehmen auch vor größeren Ausbrüchen verschont geblieben. Landrat Roland Grillmeier ist begeistert von der Umsetzung: "Das ist ein gutes Beispiel, wie es laufen kann."

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