05.07.2019 - 15:48 Uhr
PlößbergOberpfalz

Intelligenz sitzt hinten

Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin sind bei der Feuerwehr zu Gast. Dafür sorgt Kabarettist Wolfgang Krebs - und begeistert die 500 Fans.

Als Schorsch Scheberl, der Vorsitzender von 30 Vereinen ist, gibt Wolfgang Krebs Ratschläge an die Plößberger Feuerwehr.
von Konrad RosnerProfil

Bei den Feiern zum150-jährigen Bestehen kann die Feuerwehr auch mit Edmund Stoiber, Horst Seehofer, Markus Söder oder Angela Merkel werben. Die hohen Gäste aus der Politik sind freilich nicht in Person ins Stiftland gekommen - allerdings ist Wolfgang Krebs ein originelles Double. Seine Interpretationen begeistern die knapp 500 Besucher im Festzelt. So ist es nicht verwunderlich, dass Krebs erst nach einer lautstark geforderten Zugabe von der Bühne darf.

Helden von Plößberg

Als "Schorsch Scheberl", der Vorsitzender von 30 Vereinen ist, kommt Wolfgang Krebs auf die Bühne. Sofort erkennt er, "vorne sitzt die Prominenz, hinten die Intelligenz", um dann ein Loblied auf die Plößberger Feuerwehr loszulegen, "samma froh, dass ma eich gfunden ham, die die Arbeit machen". Als Horst Seehofer, der auch zuständig für alle "Blaulichtler" ist, stellt er fest, "ihr seid die Helden von Plößberg." Deshalb sei er froh, vor diesen 30 000 Gästen sprechen zu dürfen. Diese Zahl stimme, denn der ADAC habe diese gezählt und VW habe dies bestätigt. Er sichert zu, dass das Bundesheimatministerium nach Plößberg kommt, denn Bayern tue etwas für die Feuerwehren. Er fordert, jeder Bayer sollte Mitglied in den Feuerwehren sein und nicht nur einen Spenderausweis besitzen. Krebs gibt auch besondere Weisheiten weiter: "Männer können trinken, ohne Durst zu haben und Frauen können reden, ohne ein Thema zu haben." Grandios seine unverwechselbare Parodie auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Dabei übertrifft er sogar das Original. In der Rolle heißt er alle Politiker, wie den "Tobi" und alle Brasilianer, willkommen, später erkennt auch noch die "Dings", gemeint war Anna Toman.

Mediterranes Chaos

Großes Lob zollt er der FF Plößberg, "was immer das auch heißt", um dann festzustellen: "Der Berg der Predigt liegt noch vor euch". Er, Stoiber, komme aus der Vergangenheit, "aber wir hatten noch eine Zukunft vor uns". Deshalb sei er jederzeit bereit, wieder Verantwortung für Bayern zu übernehmen. Gerade in einer Zeit, "wo die gelbe Gefahr aus dem Weißen Haus kommt, der Brexit-Wahnsinn und das mediterrane Chaos vorherrschen". Zur CO2-Steuer weiß er, "diese Steuer zahlt die Krankenschwester in der Oberpfalz, die zur Arbeit fährt, und nicht die Großkopferten". Dass in Bayern einiges im Argen liegt, verdeutlichte er: "Internet schön und gut, aber wohin mit der Sch..., wenn wir im Allgäu nicht mal einen Kanalanschluss haben".

Auftritt des Königs

Nach der Pause kommt der Kabarettist als Markus Söder auf die Bühne, de sich dann zum König Ludwig wandelt. Allerdings hat der "Kini" kaum Zeit habe, denn er muss zum Spargelsuppenessen mit Hubert Aiwanger. Wichtig sei aber, dass die Presse ein Foto von ihm macht.

Spektakulär sein Auftritt als Angela Merkel, die das erste Mal Urlaub im Ausland, in Bayern macht. Krebs schilderte ihre großen Probleme mit dem bayerischen Dialekt, den sie ganz und gar nicht versteht. Sein abschließender Appell an die Feuerwehr kommt wieder Edmund Stoiber, "als Lady Gaga der bayerischen Politik". Recht salopp gibt er seine Tipps zur Nachwuchsarbeit.

Gut gefüllt war das Festzelt in Plößberg.
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