Plößberg
12.11.2018 - 14:54 Uhr

Ein Museum zieht um

Alles neu im Plößberger Museum: Die Marktgemeinde hat ihre Historie teilverlegt und neu konzipiert. Am 1. Dezember kann das Krippenmuseum wieder eröffnet werden.

Alles muss wieder an seinen alten Platz, keine leichte Aufgabe: Werner Kinle und Waldemar Röhl (v. vorne) bestücken die großen Hauskrippen mit ihrem alten Inventar. Bild: ubb
Alles muss wieder an seinen alten Platz, keine leichte Aufgabe: Werner Kinle und Waldemar Röhl (v. vorne) bestücken die großen Hauskrippen mit ihrem alten Inventar.

Nichts ist mehr wie es war im Plößberger Museum, das neben dem Rathaus untergebracht war. Aber es ist alles besser, den nun ist für gleich drei Abteilungen mehr Platz. "Schuld" an der Entscheidung, das Museum zu verlegen, ist die Gemeindebücherei. "Sie ist zu klein geworden", erzählt Museumsleiter Manfred Kopp, der für die Krippenabteilung zuständig ist. Deshalb hätte sich die Frauen-Union als Betreuer der Bücherei vor etwa einem Jahr nach größerem Raum umgeschaut und das Dachgeschoss im Museum entdeckt. "Dann haben wir gleich Nägel mit Köpfen gemacht", sagt Kopp. Das Glasmuseum sollte ein Stockwerk tiefer verlegt werden und der Krippenstube wollte man eine Bleibe in der ehemaligen Hauptschule geben.

Figuren mühsam versetzten

"Da ist die Krippenschnitzer-Werkstatt. Deshalb bot es sich an, die Krippenabteilung in die Nähe zu bringen", erläutert Kopp weiter. Nachdem Schreiner Hubertus Haubner die Kastenvitrinen gefertigt hatte, begann der Umzug. Eine wahre Sisyphos-Arbeit: Die Heilige Familie, Ochs und Esel, die Schäfchen und Hirten, die mit Moos überzogene Landschaft, jedes Haus, jeder Tempel, jeder Stall musste ausgeräumt und wieder aufgestellt werden. Und das gleich zwölf Mal, denn insgesamt mussten zwölf große Hauskrippen verlegt werden. "Richtig schwierig war es aber, Helfer zu finden, die ihre Freizeit für den Umzug opfern", sagt der Museumsleiter. Werner Kinle und Waldemar Röhl sind zwei dieser Freiwilligen. Denn wenn auch der Oberpfälzer Waldverein für das neue Krippenmuseum 50 000 Euro investiert hat, mussten die Vereinsmitglieder dennoch für die Krippenbestückung herangezogen werden. Röhl und Kinle haben bereits einige Krippen wieder eingeräumt. Röhl setzt eine winzige Ziege auf einen Hügel. Bei mitunter ein paar hundert Figuren in einem Exponat grenzt es an ein Wunder, dass jeder Josef und jedes Jesuskind seinen alten Platz wieder gefunden hat. Aber die Vereinsmitglieder kennen ihre Hauskrippen in- und auswendig.

Mit Medien aufbereitet

"Die schwarzen Rollvorhänge sollen das Naturmaterial in den Krippenhügeln vor dem Verfärben schützen", zeigt Kopp auf die verdunkelten Fenster. Auch hier investierte der Verein. Das alte Moos in den Krippen sei völlig ausgebleicht gewesen und hätte sowieso erneuert werden müssen. Die Verlegung des Museums hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Die neue Bücherei ist geräumig und gemütlich. Im Krippen- und im Glasmuseum wird die Historie nun mit Hilfe neuer Museumsmedien aufbereitet. Einst seien die Glasofenbauer zu den Fabriken in aller Welt gewandert zum Arbeiten und hätten die Produkte, die in ihren Öfen gebrannt wurden, mit nach Hause gebracht, weiß der Museumsleiter.

Zahlreiche dieser Relikte werden im neuen Raum in Glasschränken gezeigt. In einem zweiten Raum werden die Öfen erklärt. Das Glasmuseum ist noch nicht ganz fertig. Das neu konzipierten Krippenmuseum aber kann am 1. Dezember um 15 Uhr feierlich eröffnet werden. Und in der Bücherei wird längst wieder geschmökert.

In den zwei neuen Räumen für das Glasmuseum haben auch historische Glasmacheröfen attraktive Plätze bekommen. Bild: ubb
In den zwei neuen Räumen für das Glasmuseum haben auch historische Glasmacheröfen attraktive Plätze bekommen.
Die Entscheidung zur Umverlegung des Museums hat sich gelohnt: Die neue Bücherei präsentiert sich jetzt charmant und sehr gemütlich. Bild: ubb
Die Entscheidung zur Umverlegung des Museums hat sich gelohnt: Die neue Bücherei präsentiert sich jetzt charmant und sehr gemütlich.
Ein wertvolles Exponat ist die Glaskugel mit einer Glasbläserszene. Gerfertigt hat sie der Bruder des Plößberger Ingenieurs Benno Grottentaler. Bild: ubb
Ein wertvolles Exponat ist die Glaskugel mit einer Glasbläserszene. Gerfertigt hat sie der Bruder des Plößberger Ingenieurs Benno Grottentaler.
 
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