30.06.2021 - 16:02 Uhr
PlößbergOberpfalz

Rassegeflügelzüchter: Die große Liebe zum Federvieh

Udo Hildebrand aus Plößberg ist seit 45 Jahren ein begeisterter und erfolgreicher Rassegeflügelzüchter. Für die OWZ gibt er einige Tipps, was man bei diesem Hobby alles beachten muss.

von Konrad RosnerProfil

Udo Hildebrand ist seit 2016 Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins Plößberg, seit 35 Jahren in der Vorstandschaft aktiv. Der Verein zählt aktuell rund 190 Mitglieder, davon 25 Jungzüchterinnen und Jungzüchter. Im Bezirk Oberpfalz gibt es aktuell 62 Geflügelzuchtvereine. Im Hildebrands Verein werden alle Geflügelrassen gezüchtet, - von Tauben über Enten, Gänse und Hühner bis hin zu den großen Puten, und dies in allen Farbschlägen.

Man braucht viel Platz

Entscheidend für Nachwuchsgeflügelzüchter und wohl generell das wichtigste Kriterium, "ist die Liebe und der Respekt vor den Tieren", so Hildebrand. Dazu gehöre neben einem liebevollen Umgang mit den Geschöpfen auch die Sauberkeit im Stall und das regelmäßige Ausmisten, mindestens einmal in der Woche. "Wichtig ist, dass die Zuchttiere gesund sind und dass sie dem Rassestandart entsprechen", sagt er. Dazu gehöre auch eine artgerechte Haltung: Die Hühner sollten in einem Freigehege aktiv sein dürfen, Enten sollten einen kleinen Teich mit sauberem Wasser um sich haben. Um das Wasser sauberzuhalten, muss man es regelmäßig wechseln. "Das Wasser ist für die Enten sehr wichtig, denn es dient dazu, das Gefieder zu putzen. Das Federkleid bleibt so immer straff, es muss am Körper eng anliegen - das ist wichtig bei Ausstellungen."

Für die Küken-Aufzucht, so berichtet Hildebrand, wird vor allem ein mehlartiges Gemisch aus Mais, Gerste und Weizen verfüttert, alles fein gemahlen. Die Jungtiere bekommen ein geschrotetes Getreide. "Wichtig ist aber auch Grünfutter und Gartenkräuter, vor allem Oregano." Hildebrand, der sehr erfolgreich Zwergenten züchtet, verweist darauf, dass neben einem sauberen Wasser, in der die Tiere mindestens 60 Prozent ihres Lebens verbringen, auch noch weitere Kriterien wichtig sind, damit man bei Schauen auch Preise einheimsen kann.

So wird dort vor allem auf die Farbmuster und die verschiedenen Farbschläge Wert gelegt, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Dies ist bei der Tauben- oder Hühnerzucht ähnlich. Bei den Hühnern und Hähnen spielt aber auch der Kamm eine entscheidende und wichtige Rolle. Hildebrand züchtet vornehmlich aber nur Zwergenten. Nebenbei hat er aber auch Hühner in seinem Gehege, vornehmlich alte Haushuhnrassen.

Auch die Kinder sind dabei

"Dieses Hobby ist für mich ein toller Ausgleich für meinen Beruf", sagt der Züchter, "beim Umgang mit den Tieren komme ich zur Ruhe und kann abschalten." Erfreut zeigt er sich darüber, dass auch seine Kinder Eva und Simon die Rassegefügelzucht zu ihrem Hobby gewählt haben und erfolgreich sind.

Zwergenten seien mittlerweile eine der beliebtesten Rassen in der Zucht, so Hildebrand. "Vor allem die jüngeren Züchter lieben diese Tiere." Die Zwergente stammt von der Stockente ab und zeichnet sich durch seinen schönen kleinen Körper, der fast "püppchenhaft" ist, aus. Durch die Züchtung hat sie einen etwas kleineren Schnabel und auch einen kleineren Körper. "Diese Entenrasse ist sehr lebhaft, ja fast schon keck und auch stimmgewaltig", sagt der Züchter. Die Tiere sind auch sehr zutraulich und lassen sich leicht zähmen.

Beliebte Zwergenten

Ein männlicher Erpel wiegt etwa 550 bis 700 Gramm, eine weibliche Ente rund 450 bis 600 Gramm. Bei den Zwergenten gibt es eine ganze Reihe von Unterarten, was die Farbschläge anbelangt, unter anderem wildfarbig, blau-wildfarbig, silber-wildfarbig, wildfarbig-gescheckt, weiß, schwarz, blau, gelb, braun oder blau-gelb. Zwergenten wurde wahrscheinlich schon vor Jahrhunderten als Zierrasse in asiatischen Fürstenhöfen und Parks gehalten.

Um 1800 kamen diese Vögel in die Niederlande, ehe sie auch in England und in Frankreich ankamen. In Frankreich wurden sie vor allem für Jagdzwecke eingesetzt, um damit wilde Enten anzulocken und vor die Flinte zu bekommen. Später wurde die Rasse auch in Deutschland sehr bekannt und beliebt.

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