26.05.2019 - 17:45 Uhr
Plössen bei SpeichersdorfOberpfalz

Glücklich und zufrieden

Wie sehr Mathilde und Sepp Olischer gemeinsam ihren Lebensweg gehen, zeigte allein der Umstand, dass Mathilde Olischer im Vorjahr erstmals in 60 Jahren Ehe allein unterwegs war. Damals war die Plössnerin auf dem Jakobsweg unterwegs.

Sechs rote Rosen gibt es für Mathilde Olischer (vorne Mitte) zur diamantenen Hochzeit. Das größte Geschenk für sie und ihren Mann Josef (rechts daneben) ist aber Urenkeltochter Emilia.

Ihre diamantene Hochzeit feierten beide im Kreise ihrer Kinder Edmund, Wilfried, Ariane, Thomas und Kerstin, Enkelkinder Melanie, Florian, Christoph, Stefanie, Jonas, Manuel und Carmen sowie Urenkel Emilia. 1956 hatten sich das Jubelpaar am Bahnhof Kirchenlaibach kennengelernt: sie 17, er 19. Die Liebe war so groß, dass er seinem Schatz immer wieder nach Schirnding mit dem Zug entgegenfuhr, um sie von der Arbeit abzuholen, schwärmt die Jubilarin noch heute. In Ramlesreuth gaben sie sich vor Pfarrer Alois Müller am 16. Mai 1959 das Ja-Wort. 1966 baute sich das Paar in der Plössener Siedlung sein neues Zuhause.

Bereits mit der Geburt ihres ersten Sohnes Edmund 1960 hing Mathilde Olischer ihren Job auf und widmete sich der Kindererziehung. Sie beklagten sich nie, kämpften sich - egal welche Schwierigkeiten sich ihnen in den Weg stellen - durch und blieben dadurch zufrieden, glücklich und jung, so beschreiben die Kinder ihre Eltern. Sie, Enkelkinder, Garten und Sport bestimmten seither die Freizeit. Die letzten zehn Jahre ging Mathilde Olischer in die Fabrik zu Rosenthal. Ihr Mann fuhr bis zum Ruhestand 1996 für die Bayreuther Firma Bilsheim Fernlastzüge - und das sein Leben lang unfallfrei.

Mit 80 Jahren ist Mathilde Olischer viel beim Katholischen Frauenbund Mockersdorf, bei der Frauen-Union und den TSV-Turnerfrauen unterwegs. Dem Drängen der Enkelkinder war es zu verdanken, dass sie sich mit 70 Jahren den Speichersdorfer Sportstackerverein "Hochstapler" anschloss. Mit dem Weltmeister Senior-Titel Individual Cycle und dem Weltmeistertitel im Doppel mit Alfred Höcht 2011 krönte sie ihre bisherige sportliche Karriere. Mehrere Deutsche und Bayerische Meistertitel folgten. Sepp Olischer, wenn er nicht mit seinen Enkel unterwegs ist oder in seiner Garage oder im Garten werkelt, ist er beim Schwimmen und Kegeln mit seinen Windischenlaibacher Keglerfreunden. Bis vor kurzem hat er noch zweimal die Woche für vier Stunden auf dem Pegnitzer Recyclinghof gearbeitet.

Die ganz großen Pläne schmieden beide aber jetzt dann doch nicht mehr. "Kinder und Enkel haben ihr Auskommen. Das macht glücklich und zufrieden", meinte Mathilde Olischer. "Und wenn dann die Gesundheit noch lange erhalten bleibt, was wollen wir mehr", ergänzt ihr Mann. Deshalb gab es auch gegenseitig keine großen Geschenke mehr: Für jedes Jahrzehnt eine rote Rose für sie - einen dicken Kuss für ihn.

Am 5. April hatten sie in Regensburg in einem Dankgottesdienst mit Bischof Rudolf Vorderholzer und mit anderen Jubelpaaren gefeiert. Jetzt steht noch eine von den Kindern und Enkelkindern geschenkte Reise an, deren Ziel noch nicht feststeht.

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