13.06.2019 - 11:23 Uhr
Oberpfalz

Pollenalarm - Plagegeister aus der Luft

Endlich Frühling, wie herrlich. Doch nicht jeder freut sich über die blühende Jahreszeit. Wer an Heuschnupfen leidet, tut sich sogar richtig schwer mit der Freude.

Pollen sind für viele Menschen die reinste Qual. Oft lösen sie schlimme Allergien aus.
von Externer BeitragProfil

Die Nase läuft, die Augen tränen, das Atmen fällt schwer – fast jeder Sechste hierzulande hat mit einer Pollenallergie zu kämpfen, Tendenz steigend. „Zum einen reagieren die Pflanzen auf veränderte Umweltfaktoren wie eine Veränderung des Klimas und Umweltverschmutzung und produzieren zum Teil allergenhaltigere Pollen“, erklärt Dr. Franziska Ruëff, Fachärztin für Dermatologie und Allergologie. „Aber auch die geänderten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Menschen spielen eine Rolle.“ Das heißt: Werden die Schleimhäute etwa durch Abgase geschädigt, sind sie anfälliger. Eine weitere Rolle sollen laut Experten auch die immer höheren Gesundheits- und Hygienestandards in den Industrieländern spielen. Diese führen dazu, dass das Immunsystem weniger auf die Abwehr von Infekten gerichtet ist und so allergische Reaktionen auf eigentlich harmlose Baum-, Gräser-, Kräuter- oder Getreidepollen wesentlich begünstigt werden. Eine Allergie – was ist das eigentlich? Einfach gesagt ist jede Allergie eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Harmlose Stoffe – wie beim Heuschnupfen die Pollen – werden vom Körper als feindlich eingestuft und abgewehrt. Dabei bildet das Immunsystem Antikörper und setzt Hystamin frei, was zu den typischen Symp-tomen führt. „Bei der Pollenallergie sind die Symptome allergischer Schnupfen und Bindehautentzündung“, so die Allergologin. „Auch die tieferen Atemwege können betroffen sein, im schlimmsten Fall kommt es zu Asthma.“ In vielen Fällen macht sich eine Allergie schon in der Kindheit bemerkbar, kann aber durchaus auch erst im Erwachsenenalter auftreten – und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen meistens über viele Jahrzehnte. Und wie wird eine Pollenallergie diagnostiziert? Bei der Diagnose des Heuschnupfens spielt ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt (Anamnese) eine sehr wichtige Rolle. Wichtige Fragen, die hier gestellt werden, sind zum Beispiel: Gibt es allergische Erkrankungen in der Elterngeneration oder bei Geschwistern? Wann treten die Beschwerden auf? Und wie genau äußern sie sich? Bestimmte Antworten auf diese Fragen legen oft schon die Vermutung nahe, dass es sich um Heuschnupfen handeln könnte. Um festzustellen, welche Allergene die Krankheit auslösen, wird dann meist der sogenannte Pricktest verwendet. Dieser funktioniert so: Kleine Mengen allergenhaltiger Lösungen werden auf den Unterarm geträufelt, die Haut an den betreffenden Stellen leicht angeritzt. Ist der Patient gegen ein bestimmtes Allergen überempfindlich, so zeigt sich an der entsprechenden Stelle bald eine Rötung und es bilden sich Quaddeln.

Was kann man gegen die Beschwerden tun?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, eine Pollenallergie zu behandeln. Die theoretisch einfachste, aber im Alltag oft sehr schwer umsetzbare Möglichkeit ist es, die Allergene zu meiden. Weil sich die Pollen von windbestäubten Pflanzen wie Bäumen und Gräsern allerdings während der Saison in der Atemluft verteilen und auch nicht mit dem bloßen Auge erkennbar sind, ist das nur bedingt möglich. Pollenfilter vor den Fenstern oder an der Klimaanlage im Auto bringen jedoch häufig etwas Linderung. Die zweite Möglichkeit: eine medikamentöse Behandlung. „Man kann sich in der Apotheke natürlich auch ein Antiallergikum geben lassen, dieses gibt es in Form von Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen“, so Dr. Franziska Ruëff.

Beim Nasenspay ist es allerdings wichtig, dass es kein gewöhnliches Erkältungsspray ist, da dieses abhängig macht.“ Wer seine Pollenallergie am liebsten dauerhaft loswerden möchte, kann sich für eine Hyposensibilisierung entscheiden. „Durch wiederholte Gabe des Allergens wird der Körper daran gewöhnt und die Immunreaktion somit abgeschwächt. In der Regel dauert das drei Jahre.“|

Pollenflugkalender:

Hasel: Ende Januar bis Anfang April

Erle: Mitte Januar bis Anfang April

Birke: Anfang März bis Mitte Mai

Gräser: Mitte April bis Mitte August

Beifuß: Mitte Juni bis Mitte August

Roggen: Mitte März bis Ende August

Esche: Anfang März bis Anfang Mai

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