08.05.2020 - 17:51 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Gemeinderat Poppenricht: CSU-Mehrheit zeigt ihre Stärke

Einen leichten Job hat Roger Hoffmann, der Bürgermeister von Poppenricht, wahrlich nicht. Bei vielen Entscheidungen im Gemeinderat wird der SPD-Politiker in den nächsten sechs Jahren auf das Wohlwollen der CSU-Fraktion angewiesen sein.

Die Vereidigung der neuen Gemeinderäte (von links): Michael Reimelt (FW), Lisa Jütte (CSU), Claudia Kammerl (CSU), Andreas Meyer CSU) und Michael Gradl (SPD). Die konstituierende Sitzung des Gemeinderats war wegen Corona in die Turnhalle der Grundschule verlegt worden.
von Gerd SpiesProfil

Vor gut einem Jahr wählten die Poppenrichter den Sozialdemokraten Roger Hoffmann zum Bürgermeister, hauchdünn, in einer Stichwahl. Bei der Kommunalwahl am 15. März dieses Jahres erhielt dagegen die CSU die absolute Mehrheit. Mit 9 von 16 Mandaten im neuen Gemeinderat führt an ihr kein Weg vorbei. Das bekam Hoffmann bei der ersten Sitzung des neuen Gremiums gleich deutlich zu spüren.

Mit den fünf Stimmen der SPD und den beiden Stimmen der Freien Wähler verfügt der Bürgermeister nun mal nicht über eine Mehrheit jenseits der CSU. Deshalb waren es die Christsozialen, die am Dienstag bei den Personalentscheidungen das Sagen hatten. Von Konsens keine Spur. Bei fast allen Abstimmungen fiel der Vorschlag der SPD durch. Immer trat die CSU-Fraktion geschlossen auf.

Böhm und Scharl stellvertretende Bürgermeister

„Es gibt viel zu tun! Packen wir´s an!“, gab Hoffmann zu Beginn als optimistische Devise aus – trotz der Corona-Einschränkungen. Zunächst wurden die fünf neuen Gemeinderäte – Lisa Jütte, Claudia Kammerl, Andreas Meyer (alle CSU), Michael Gradl (SPD) und Michael Reimelt (FW) – vereidigt.

Gleich mehrere personelle Weichenstellungen mussten dann für die kommenden sechs Jahre getroffen werden. Dank ihrer Mehrheit setzte die CSU ihre personellen Vorschläge bei allen Positionen durch. Mit ihren 9 Stimmen wurde wieder Hermann Böhm (CSU) zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Er setzte sich gegen Waltraud Lobenhofer (SPD/6 Stimmen) und Michael Reimelt (FW/2 Stimmen) durch. Dritter Bürgermeister wurde Konrad Scharl (CSU). Seine Gegenkandidaten waren Markus Zagel (SPD/6 Stimmen) und Michael Reimelt (FW/2 Stimmen). Zuvor hatte der Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass es auch einen Dritten Bürgermeister geben solle.

Kein Ferienausschuss

Auch bei der Frage der Einrichtung eines Ferienausschusses setzte sich die CSU durch. Sie lehnte diese Option innerhalb der „Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts“ im Gegensatz zu anderen Kommunen ab.

Als weitere Personal-Entscheidung wurde Lisa Lütte (CSU) mit den 9 CSU- und 2 FW-Stimmen zur Jugendbeauftragten bestellt. Zum Vertreter der Gemeinde im Kindergartenrat ernannte man mit 10 Stimmen Andreas Meyer (CSU). Mit den 9 Stimmen der CSU setzte sich Claudia Kammerl bei der Wahl der Seniorenbeauftragten durch. Lediglich bei der Frage, wer die Gemeinde im Zweckverband zur Wasserversorgung der Illschwang-Gruppe vertreten soll, waren sich CSU und SPD einig: Rudolf Kordein (SPD) wurde von der CSU vorgeschlagen und einstimmig in dieses Amt wiedergewählt.

Die beiden neu gewählten Bürgermeister: Rechts Hermann Böhm (Zweiter Bürgermeister), links Konrad Scharl (Dritter Bürgermeister).
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