12.10.2018 - 18:34 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

"Es gibt Leute im ländlichen Bereich, die ich überhaupt nicht verstehe"

Oliver Pankow stammt aus Berlin und lebt seit 2011 in Altmannshof (Kreis Amberg-Sulzbach). In unserer neuen Folge "Zugroast" erzählt er, warum er vielleicht mal wieder zurück nach Berlin geht und was er an der Oberpfalz besonders findet.

Oliver Pankow.
von Julian Trager Kontakt Profil

Lastwagensitze und Fahrräder, Porzellan und Straßenwalzen, Chips und Zoigl. Es gibt fast nichts, was von den Unternehmen in der Oberpfalz nicht hergestellt wird. Das lockt an. Menschen aus der ganzen Welt ziehen in die Oberpfalz - und finden eine neue Heimat. Hier erzählen Sie davon. Heute mit Oliver Pankow (52). Er stammt aus Berlin und lebt seit Februar 2011 in Altmannshof (Poppenricht, Kreis Amberg-Sulzbach). Pankow arbeitet im Dienstleistugszentrum der Bundeswehr in Amberg.

ONETZ: Der Oberpfälzer ist ein Grantler und Sturkopf. Stimmt’s?

Oliver Pankow: Teils, teils. Eigentlich ist es wie überall. Ein Grantler ist er aber nicht, stur schon eher. Vielleicht beharrlich – wenn ihm was nicht passt, ist er nur schwer zu überzeugen. Aber eigentlich kann ich nur was Gutes sagen, habe gute Erfahrungen hier gemacht.

ONETZ: Mit welchen Vorurteilen und Erwartungen sind Sie in die Oberpfalz gekommen? Und wie lautet jetzt Ihr Fazit?

Überhaupt keine. Ich habe nicht gewusst, was mich erwartet. War auch eher ein Zufall, dass ich hier her gekommen bin. Ich habe mir

ONETZ: aber keine gedanken gemacht, ich bin da schmerzfrei. Ich habe mich hier einen Tag umgeschaut – hat gut gepasst.

Spielen Sie oft mit dem Gedanken, in Ihre alte Heimat zurückzukehren? Wie oft fahren Sie tatsächlich zurück?
Eigentlich nicht. Der einzige Grund wieder heimzukehren, wäre die Nähe zu meinen Eltern, weil sie krank sind. Es passt hier aber, ich bin sehr zufrieden. Nach Berlin fahre ich ein bis zwei Mal im Jahr.

ONETZ: Was erzählen Sie dort von Ihrer neuen Heimat? Was würden Sie Ihren Verwandten oder Freunden zuerst zeigen, wenn die zu Besuch in die Oberpfalz kommen?

Fast nichts. Meine Eltern interessieren sich dafür nicht wirklich. Die fragen eher nach mir und meiner Frau, weniger nach der Gegend – obwohl wir als Familie in den 70er Jahren einmal Urlaub in der Oberpfalz gemacht haben, ein paar Tage in Gleiritsch und Tännesberg. Wenn meine Eltern mich besuchen würden, würde ich ihnen auf jeden fall Kallmünz zeigen, ein toller Ort. Auch das Vilstal ist schön. Nach Regensburg, Amberg und Weiden würde ich fahren. An die tschechische Grenze nach Bärnau und nach Wiesent, zum Himalaya-Pavillon. Die Oberpfalz ist landschaftlich überall schön, egal wohin man fährt.

ONETZ: Verstehen Sie Ihre Oberpfälzer Kollegen, wenn Sie mit ihm nach Feierabend ein Bier trinken?

Das kommt auf die Region an. Normalerweise habe ich keine Probleme. Aber wenn man in den tiefen ländlichen Bereich geht, gibt es Leute, die ich überhaupt nicht verstehe. Aber da fragt man halt dann nach. Die verstehen mich wahrscheinlich auch nicht.

ONETZ: Fühlen Sie sich bereits als Oberpfälzer?

Ick bin Berliner und bleib’ Berliner. Aber ich fühle mich hier wohl.

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