27.11.2018 - 15:44 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Neuer Glanz für altes Marterl

Es erinnert an einen traurigen Vorfall: Ein Marterl zwischen Traßlberg und Poppenricht wurde 1863 von einem Landwirt aufgestellt, weil sein Sohn dort verunglückte. Das marode Gedenkstück erstrahlt jetzt wieder in neuem Glanz.

Diakon Peter Bublitz (von links) segnet vor den Augen des heutigen Neidl-Bauern Stefan Ehbauer, Bürgermeister Hermann Böhm, Erich Graf, Manfred Schwab und Heimatpfleger Rainer Hoffmann das Marterl.
von Autor GFRProfil

Anno 1863 soll an einem Sonntag im Sommer der "Neidl-Bauer" aus Poppenricht Heu eingefahren haben. Auf dem Weg zwischen Traßlberg und Poppenricht stürzte der Heuwagen um und begrub den jungen "Neidl-Bauern" unter sich. Er erlag seinen Verletzungen.

Zum Gedenken an seinen verstorbenen Sohn errichtete der Landwirt an der Unfallstelle ein Marterl, das aber im Laufe der Jahre marode wurde. Die Gemeinde Poppenricht, so der stellvertretende Bürgermeister Hermann Böhm, hat die Kosten der Granitstehle übernommen und von den Mitarbeitern des Bauhofs aufstellen lassen. Die Familie Ehbauer, die heutigen Neidl-Bauern, beauftragten den Michaelpoppenrichter Maler Erich Graf mit der Restauration des Gnadenbildes der das Marienbild in altmeisterlicher Schichten-Lasur-Malerei fertigte. "Die Farben halten mindestens ein halbes Jahrhundert", versicherte er.

Das Gnadenbild ähnelt den Marienbildern in der Bergkirche am Mariahilfberg und in der Maria-Hilf-Kapelle am Pinzigberg bei Auerbach. Der Poppenrichter Heimatpfleger Rainer Hoffmann hatte das Bischöfliche Zentralarchiv und das Staatsarchiv in Amberg durchforscht, war jedoch mit einem landwirtschaftlichen Unfall im Jahre 1863 nicht fündig geworden.

Man muss sich somit auf die Geschichte des Neidl-Hofes in Poppenricht verlassen. Diakon Peter Bublitz segnete nun das neue Marterl am Wegrand zwischen Traßlberg und Poppenricht.

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