08.09.2020 - 09:06 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Poppenrichter CSU-Vorstand erkundigt sich bei Pfarrer und Schützenverein über Auswirkungen von Corona

Die Coronakrise schränkt das Leben in Pfarrei und Schützenverein massiv ein. Wie soll es weitergehen? Um diese Frage geht es bei einem Gespräch des CSU-Ortsverbands mit Pfarrer Dominik Mitterer und Zweitem Schützenmeister Reiner Hoffmann.

Pfarrer Dominik Mitterer (Fünfter von links) schildert dem Vorstand des CSU-Ortsverbands Poppenricht-Traßlberg mit Vorsitzendem Hermann Böhm (Vierter von rechts), mit welchen Einschränkungen seine Pfarrei wegen der Corona-Pandemie derzeit leben muss.

Nahezu der gesamte Vorstand des CSU-Ortsverbands Poppenricht-Traßlberg hatte sich beim Pfarrhaus neben der Kirche St. Michael eingefunden, um sich über das aktuell erheblich eingeschränkte Leben in der Pfarrei St. Michael zu informieren. CSU-Ortsverbandsvorsitzender Hermann Böhm meinte, dass die Gemeinde Poppenricht mit wenigen Coronafällen "eigentlich gut weggekommen ist". Bedingt durch den allgemeinen Lockdown im März sei das gesellschaftliche Leben in der Kommune für mehrere Wochen nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Schule, Kindergärten und Gastronomie seien geschlossen gewesen, die Handwerksbetriebe hätten Probleme mit der Auftragsabwicklung gehabt. Positiv wertete er, dass die Dorfgemeinschaft zusammengehalten habe.

"In meiner Kirche stand ich teilweise alleine da", stellte Pfarrer Dominik Mitterer fest. Der Außengottesdienst am Sonntag sei gut angenommen worden. Probleme habe es in der Sakristei mit dem kaum einzuhaltenden Mindestabstand gegeben. Gruppenstunden der Pfarrjugend seien gestrichen worden, Krankenbesuche nicht zugelassen gewesen. "Die Leute haben einfach Angst, sich anzustecken, gerade die Risikogruppen, die älteren Menschen", sagte Mitterer. Im Kindergarten sei eine Notbetreuung gesichert gewesen, das Personal habe gehalten werden können. "Aber einen weiteren Lockdown darf es nicht geben", betonte der Geistliche. Der Kirchenchor sei zum Erliegen gekommen, denn auf der Empore könne der vom Bistum vorgeschriebene Mindestabstand von vier Metern unmöglich eingehalten werden.

Erstkommunikanten und Firmlinge werde er in verschiedene Gruppen aufteilen, um möglichst vielen Familienangehörigen die Teilnahme zu ermöglichen. "Die Pfarrei und der Pfarrgemeinderat halten in diesen schwierigen Zeiten zusammen", resümierte er. Zum Kindergarten meinte Mitterer, dass alle Kinder in Poppenricht versorgt seien, "aber für die Krippe haben wir eine ellenlange Warteliste". "Wenn wir uns vernünftig verhalten und den notwendigen Abstand zueinander einhalten, können wir langsam wieder zu einem geordneten Miteinander zurückkehren", hoffte er. Dritter Bürgermeister Konrad Scharl wies auf die von der Pfarrei St. Michael ins Leben gerufene WhatsApp hin, aus der täglich Tipps und Gedanken zum Tagesgeschehen abgerufen werden konnten.

Im Heim der Drei-Mohren-Schützen sagte Zweiter Schützenmeister Reiner Hoffmann, dass der Verein im März "eiskalt erwischt worden ist". Zwar werde man das Königschießen durchziehen, "da die Schützen nicht im großen Pulk, sondern meist einzeln kommen". Das Bürgerschießen aber sei gestrichen, da man den Mindestabstand nicht gewährleisten könne. Die Schießwettbewerbe im Landkreis seien abgesagt, so Hoffmann, aber die Rundenwettbewerbe würden eingeschränkt durchgeführt. Ein Gastronomiebetrieb im Schützenhaus sei mit bis zu zehn Personen pro Tisch möglich, "aber nackte Tische ohne Tischdecken und Blumen schauen einfach fürchterlich aus“.

CSU-Ortsverbandsvorsitzender Hermann Böhm meinte zur Politik in Poppenricht, dass der CSU-Ortsverband mit dem Ergebnis der Kommunalwahlen sehr zufrieden sei. Die CSU stelle weiterhin den Zweiten und Dritten Bürgermeister, Lisa Jütte sei Jugend-, Claudia Kammerl Seniorenbeauftragte der Gemeinde. Als Fraktionssprecher sei Andreas Kopf für die nächsten sechs Jahre gewählt worden. Böhm wies darauf hin, dass die Dorferneuerung in Poppenricht vor dem Abschluss stehe. Die Dorferneuerung in Witzlhof sei in Planung, ebenso der Dorfplatz in Traßlberg. Der stellvertretende CSU-Ortsverbandsvorsitzender Michael Laußer bemängelte, dass der Bürgerdialog mit der Dorfgemeinschaft Traßlberg seit über einem Jahr ausstehe.

Weitere wichtige Projekte in Poppenricht seien der Dachbodenausbau im „weißen Schulhaus“ sowie der Vollausbau der Häringloher Straße und der Straße Neue Heimat. Dies werde von der CSU-Fraktion mit getragen, da der Vollausbau laut Planungsbüro einschließlich Fördermittel nur 30 000 Euro mehr als eine Sanierung koste, so Andreas Kopf. Wie es mit dem Ausbau des Mobilfunknetzes in der Gemeinde stehe, sei derzeit offen, da keine aktuellen Mobilfunk- und Prognosemessungen vorlägen. Zum Stillstand seien auch die Planungen für den Radweg zwischen Poppenricht und Karmensölden gekommen, sagte Gemeinderat Andreas Meyer, aber jetzt sei die beste Zeit, um eine kostengünstige Lösung für diese Maßnahme zu finden. Der CSU-Ortsverband einigte sich darauf, den für Freitag, 16. Oktober, geplanten Preisschafkopf abzusagen.

"Gemeinde entscheidend geprägt"

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