03.04.2019 - 11:45 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

SPD-Kandidat verspricht "frischen Wind"

Raus aus dem alten Trott: "Die Gemeinde Poppenricht braucht frischen Wind in ihren Segeln!" Davon ist Roger Hoffmann bei seinem Wahlkampffinale überzeugt. Die Spannung steigt, es sind nur noch wenige Tage bis zur Stichwahl.

SPD-Bürgermeisterkandidat Roger Hoffmann, EU-Abgeordneter Ismail Ertug und SPD-Kreisvorsitzender Uwe Bergmann (von links) kämpfen bei der Bürgermeister- und Europawahl um jede Stimme.
von Autor WWLProfil

Für den "frischen Wind" werde er als Kandidat der SPD sorgen, wenn ihm die Menschen bei der Stichwahl am Sonntag, 7. April, im Rennen um den Bürgermeistersessel das nötige Vertrauen aussprechen. Roger Hoffmann brachte es bei der gut besuchten Veranstaltung im Sportheim des SVL Traßlberg auf den Punkt: "Bei dieser Stichwahl steht von Anfang an alles wieder auf Null." Er sieht realistische Chancen, den zweiten Durchgang für sich zu entscheiden. Auch wenn der CSU-Bewerber nur um 41 Stimmen gescheitert ist, sei nun alles wieder offen. Der Sprecher machte diese Zuversicht fest an seinem eigenen Resultat von knapp 38 Prozent, an der Empfehlung der Freien Wähler und deren Spitzenmann Michael Reimelt, nun Hoffmann zu unterstützen, aber auch an der Anzahl der Nichtwähler. Immerhin waren 27 Prozent nicht zu den Urnen gegangen. Vor diesem Hintergrund hoffte der SPD-Kandidat auf eine hohe Wahlbeteiligung und warb um die Stimmen für sich.

Positiv überrascht sei er von seinem Ergebnis im ersten Durchgang gewesen, da er selbst erst vor fünf Jahren in die Politik eingestiegen sei. Stelle man dem die langjährige Polit-Karriere des CSU-Mannes und dessen Unterstützung durch A-, B- und- C-CSU-Promis im Wahlkampf gegenüber, dann werde deutlich, dass sich die Menschen in der Gemeinde Poppenricht regelrecht nach Veränderungen sehnten, so Hoffmann. Seit er sich im Gemeinderat engagiere, so Hoffmann, greife die SPD-Fraktion Sorgen, Nöte und Fragen der Menschen auf und gehe daran, Mängel zu beheben und zu handeln. Für die wenigen Tag vor der Stichwahl versicherte Hoffmann, noch einmal die Ärmel zurückzukrempeln. Wenn die Bürger dies und seinen Wahlkampfstil der vergangenen Wochen anerkennen, "dann kann ich es schaffen, Bürgermeister zu werden. Aber dazu brauche ich jede einzelne Stimme".

Mit dem Europaabgeordneten Ismail Ertug (SPD) stellte sich ein weiterer Wahlkämpfer im SVL-Heim vor. Sein Appell für die Europawahl am 26. Mai war an diesem Abend mehrfach zu hören: "Wir müssen alle zur Wahl gehen und demokratische Parteien wählen." Der im Amberger Stadtteil Luitpoldhöhe geborene Sohn einer Gastarbeiterfamilie aus der Türkei sprach sich eindeutig gegen rechte und populistische Parteien und Gruppierungen aus. Davon seien im Europäischen Parlament einige vertreten. Positiv bewegt indes hätten diese in all den Jahren nichts. Einige Vertreter rechter Organisationen bezeichnete Ertug gar als Frauenhasser.

Wenn immer von undurchsichtiger Politik auf Europaebene geredet werde, dann treffe diese nicht zu, so der SPD-Spitzenkandidat. "Es gibt kaum ein transparenteres als das EU-Parlament." Die Menschen müssten sich nur mehr dafür interessieren. Abgesehen vom Jugoslawien-Konflikt herrsche in Europa seit über 70 Jahren Friede. "Und wenn aus den einst sechs Gründerstaaten nun eine EU entstanden ist, der 28 Länder angehören, dann kann nicht alles falsch gelaufen sein in der Vergangenheit."

Hinsichtlich der Zukunft blickte Ertug besorgt nach Großbritannien, aber auch nach Italien. Die dortigen Abspaltungsgelüste seien nicht zuletzt auf die Propaganda rechter Regierungen zurückzuführen. In England etwa sei das Zündeln von Populisten in einem Feuer aufgegangen. Dabei habe Europa seine Stärke gerade bei der großen Bankenkrise unter Beweis gestellt. Die 750 Milliarden Euro an Unterstützung für mächtige Geldhäuser hätten nicht nur diese, sondern auch gar manche Nationalstaaten vor dem Ruin bewahrt. Außerhalb der EU könnten die Menschen deshalb die Brexit-Bewegung in England nicht begreifen.

Ertug trat schließlich für gerechtere und angeglichene Steuersätze in der EU ein, forderte für Deutschland einen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde und er verwies darauf dass EU-Gelder in beachtlicher Höhe in die Region Amberg-Sulzbach geflossen seien, dies aber vor Ort nicht immer gleich wahrgenommen werde.

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